Die Realisierung des Internets der Dinge

  Anfrage/Kontaktieren Sie mich

Die Verbindung des Datenangebots mit der Datennachfrage ist die fundamentale Herausforderung

Automatisierungstechnik

Die Realisierung des Internets der Dinge
Die Realisierung des Internets der Dinge

IEN D-A-CH: Das Internet der Dinge führt zu tiefgreifenden Veränderungen in der industriellen Produktion. Welche Herausforderungen bringt dies für industrielle Produktion?
Michael Chiu: Die Verbindung des Datenangebots mit der Datennachfrage ist die fundamentale Herausforderung. Die Angebotsseite besteht aus verschiedensten Dingen und die Welt der Produktion macht dies noch komplizierter. Wir haben einerseits die Sphäre der industriellen Automatisierung und andererseits ein technologisches Umfeld, dass die Automatisierung unterstützt. Und wenn wir über die industrielle Produktion sprechen, ist das wiederum ein eigener Bereich. Wir sprechen also von drei Bereichen. Die zentrale Frage für das Internet der Dinge ist, wie kommt man zu einer kostengünstigen und verlässlichen Technologielösung, welche diese verbindet? Es gibt heute schon Unmengen an Technologien. Aber die Frage ist doch, welche Firma ist in der Lage, diese kostengünstig und vor allem praktikabel zu integrieren? Es wird keine schlüsselfertigen Standardlösungen geben. Wir reden hier eher über einzelne standardisierte Lösungselemente - so wie Legobausteine. Dies werden Dienstleistungen, Kontrollmechanismen, Schnittstellen und das Internet sein.

IEN: Cloud-Anwendung sind allgegenwärtig. Die Daten sollen einerseits leicht verfügbar sein, aber auch sicher gegen Angriffe. Welche Lösung sieht Advantech vor?
Chiu: Schwieriges Thema. Lassen Sie uns beim Internet der Dinge beginnen. Alle darin befindlichen Computer arbeiten in unterschiedlichen Umfeldern und mit verschiedensten Standards. Wir müssen uns daher mit Drittanbietern koordinieren. Wir haben deswegen mit McAfee eine strategische Allianz gebildet, um höchstmögliche Sicherheit zu gewährleisten. Die System Architektur oder Plattform steht stets im Mittelpunkt. Sie muss extrem zuverlässig sein und gleichzeitig skalierbar. Andererseits: Wenn man ein verzweigtes Netz betreibt, braucht man eine hierarchische Systemarchitektur. Skalierbare Plattformen werden den unschiedlichen Netzwerkebenen gerecht. Der Grund, weshalb sich McAfee wie auch Microsoft für die O/S Plattform total security solution packages entschieden haben, liegt darin, dass diese die Plattformbasis schützen können. Für HTTPsecurity können wir auf die bestehenden SSL/TLS Verschlüsselungssysteme aufbauen. Aus diesem Grund verwenden wir RESTful-API als offenen Standard.

IEN: Advantech hat in Taiwan einen hochmodernen Campus errichtet, der viele Aspekte der Smart Factory vorwegnimmt. Was gibt es von dort zu berichten?
Chiu: Advantech hat sich der Verwirklichung des Internets der Dinge verschrieben. Wir haben zwei Technologieschmieden gegründet, eine in Shanghai und eine in Taipei-Linkou, wo wir unser Solution Center für das Internet der Dinge haben. Der Campus in Taipei, den wir 2014 eröffnet haben, beruht ganz auf unserem technologischen Ansatz für das Internet der Dinge. Wenn wir am Internet der Dinge arbeiten, dann unter der Vorgabe, dass es hilft, die Probleme von heute zu lösen. Natürlich kann man große Szenarien und Pläne entwerfen, aber letztlich zählt, dass man den Kunden hilft, ihre konkreten Herausforderungen zu meistern, etwa die Betriebs- und Personalkosten zu senken. Industrieroboter werden oft vorschnell als Lösung gepriesen. Aber die meisten unserer Kunden, können sich keine Roboter leisten, dennoch betreiben sie ganze Fabriken. Wir erwarten, dass das Internet der Dinge sehr viel mehr Lösungen bieten wird. Daran arbeiten unsere Solution Center in Shanghai und Taipei-Linkou.

IEN: Welchen Beitrag erwarten Sie vom Internet der Dinge für eine nachhaltig Produktion?
Chiu: Das Internet der Dinge wird einen großen Einfluss auf die verarbeitende Industrie haben. Das ist nur eine Frage der Zeit. Wenn wir mit Produzenten sprechen, dann meistens über Effizienz und wie wir den gesamten Arbeitsprozess intelligent automatisieren. Unter Automatisierung verstehe ich die Vernetzung aller Bereiche. Die IT ist dabei kein Problem, diese lässt sich schnell anpassen. Das derzeitige und künftige Umfeld der Produktion ist die größere Herausforderung. Wenn man das Internet der Dinge in die Produktion einbringt, sollte man mit kleinen Einheiten anfangen und von dort aus nach und nach ausbauen. Auch auf die Anwender kommen einige Änderungen zu, aber im Wesentlichen muss der Einstieg kosteneffizient und anwenderfreundlich sein.

IEN: Was ist Ihre Entwicklungsstrategie?
Chiu: Meine Strategie ist es, mit den Systementwicklern zusammenzuarbeiten. Das Internet der Dinge kann nicht die Entwicklung einer einzigen Firma sein. Wir glauben, dass wir die Systementwickler am besten mit unserer modularen Strategie unterstützen. Microsoft, IBM, Intel und viele andere sprechen mit uns, da wir letztlich ein strategischer Technologieumsetzer für sie sind. Früher war das anders, als der Blick noch auf die reine Computertechnologie gerichtet war. Das Internet der Dinge hat diese Sichtweise verändert. Nun wollen alle mit uns ins Geschäft kommen. Das ist neu und spannend für uns und führt genau in die Richtung, in die wir gehen wollen.

IEN: Die gleiche Technologie, welche die Automatisierung revolutionieren soll, wird aber auch die Komplexität exponentiell erhöhen, die sie eigentlich managen soll. Wie gehen die Systementwickler damit um?
Chiu: Heute ist es doch so, dass die traditionelle Wirtschaft mit traditionellen Industrieprotokollen arbeitet und auch die Automatisierung auf komplizierten und geschlossenen Systemen beruht. Wenn wir darüber sprechen, wie wir die Komplexität reduzieren, ist die Herausforderung, wie wir die Verbindung vom Internet der Dinge zur Anwenderseite herstellen. Die Kundenbedürfnisse sind so vielfältig wie die Anwendungen. Wir brauchen daher eine Vielzahl von leicht anwendbaren Interfaces, beziehungsweise Schnittstellen. Wir werden uns daher auf eine Plattform verständigen müssen und auf eine Firma, welche die Plattformstrategie bereitstellt, um das bestehende Umfeld aus IT, Operation Technology (OT) und Daten in Einklang zu bringen.

IEN: Herr Chiu, vielen Dank für das Gespräch.

Veröffentlicht am Oktober 26, 2015 - (10131 views)
von
Advantech Europe B.V.
3 Rue Joseph Monnier
92500 Rueil Malmaison - France
+33-1-41194666
+33-1-41197929
Vollständiges Firmenprofil anzeigen
Ort
Verwandte Beiträge
Mensch und Maschine arbeiten harmonisch zusammen
Prozesstemperaturen zuverlässig regeln
Fernwartungslösung als Basis für weltweiten Service
Intelligente Produktion trifft auf clevere Instandsetzung
Metallabkühlung steuern - Automatisierungstechnik in Hochtemperaturöfen
Bluetooth Low Energy Funksender
UHF-Reader-Plattform für Industrie 4.0
IO-Link Device Integration
Sicherheitslichtgitter mit Bluetooth-Interface
Kundenspezifische SWIR-Objektive für die Materialsortierung und -prüfung
smart plastics: Ungeplante Ausfälle vermeiden
Ihre kostenfreie Eintrittskarte zur Hannover Messe mit IEN D-A-CH:
Flexibilität bieten. Verfügbarkeit sichern. Erwartungen übertreffen.
HANNOVER MESSE
Robotics Hub - Wissenswertes über Automation, Robotik und Künstliche Intelligenz
Eine integrierte Lösung für Steuerung und Automatisierung
Neue Produkte, neue Technologien, neue Marken
Innovation, Entwicklung, Kreation
SPS IPC Drives, Smarte und Digitale Automation, 27. - 29. November 2018 in Nürnberg
Motek
Mensch und Maschine arbeiten harmonisch zusammen
Präziser mechanischer Positionssensor
DA30D Gateway für Protokollkonvertierung & Datenerfassung für die digitale Fabrik
Vorausschauende Wartung mit und ohne Cloud
Webbasierte und multifunktionale Projekt- und Portfoliomanagement (PPM) Software Sciforma 6.0
3D-CAD/CAM-Software Fusion 360 für das Produktdesign
Sicherheits-Laserscanner microScan3
Maschinen, Produkte und Menschen intelligent vernetzen
SmartBridge-Adapter und -App
Elektro-Design Software DesignSpark Electrical