Peter Brogl (links), Produktmanager, und Massimo Neri, Geschäftsführer von MERSEN Deutschland und Österreich
Peter Brogl (links), Produktmanager, und Massimo Neri, Geschäftsführer von MERSEN Deutschland und Österreich

TR: Welche Produkte bietet MERSEN für denelektrischen Schutz von Maschinen und Anlagen im Bereich der Fertigungsautomatisierung?
Brogl: Wir sind überall dort vertreten, wo Automatisierungslösungen Energie benötigen, d. h. einmalbei den eigentlichen Steuerungen, aber auch bei den Aktoren, die durch die Steuerungen bedient werden. Diese Komponenten werden alle mit Energie versorgt .Eines unserer neuen Geräte in diesem Zusammenhang ist unser Lasttrennschalter Linocur, der etwa bei einer Steuerung für die Energiezufuhr sorgt und diese zudem absichert. TR: Werden Sie bereits in die Planungsphase einer Anlage eingebunden, oder sind Sie reiner Zulieferer für die Steuerungs- oder Antriebshersteller?
Brogl: Beides. Bei zahlreichen Anlagen werden wir tief in die Planungsphase mit eingebunden. So erfordern manche Anlagen eine besondere kundenspezifische Auslegung und Anpassung unserer Produkte, dieso möglicherweise per Katalog nicht geordert werden können. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Applikationen,wo etwa ein bestimmter Amperewert an Lichtstromkreisen vorhanden ist und Produkte einfach aus dem Katalog bestellt werden.
Neri: Vielleicht kann man sagen, dass gerade relativ junge Technologien wie etwa die Photovoltaik besonders planungsintensiv sind, weil dort noch sehr viel in Bewegung ist und die Anlagenhersteller einen höheren Beratungsbedarf haben als lange etablierte Technologien. Insofern benötigen wir als Komponentenlieferan nicht nur einen guten Vertrieb, sondern auch profundes technisches Know-how. TR: Wie erfolgt der Vertrieb Ihrer Produkte im deutschsprachigen Raum?
Brogl: Von unseren deutschen Niederlassungen in Eggolsheim und Mannheim vertreiben wir unsere Produkte in Deutschland und Österreich. Die Schweiz wird aus historischen Gründen von Frankreich aus beliefert. Zu einem sehr großen Teil vertreiben wir unsere Komponenten direkt. So kommunizieren wir bei allen kundenspezifischen Produkten unmittelbar mit unserem OEM-Kunden. Dies wäre über einen Händler nicht praktikabel. Serienprodukte hingegen verkaufen wir häufig über den Elektrogroßhandel. Dies macht etwa einen Umsatzanteil von 25 bis 30 Prozent aus.
Neri: Gerade im Projektgeschäft ist unser technischer Vertrieb stark gefordert. Kunden möchten individuell und im Hinblick auf ihre spezielle Applikation beraten werden. Anders als früher sind wir im Vertrieb und dem technischen Service heute markt- bzw. branchenorientiert, d. h. wir richten uns nach der Anwendung des Kunden aus. Früher war es so, dass wir den Vertrieb eher nach unseren Produktlinien ausgerichtet hatten. Heute kann ein einziger Kunde beispielsweise einen Bedarf sowohl an Produkten des elektrischen als auch des thermischen Schutzes haben. TR: Gerade im Bereich Antriebstechnik ist das Bewusstsein für die Energieeinsparung deutlich gestiegen – Stichwort ist etwa der vermehrte Einsatz von Frequenzumrichtern und Drehzahlreglern. Macht sich dieser Trend auch bei Ihnen positiv bemerkbar, und arbeiten Sie hierbei mit Anbietern solcher Antriebstechnik Hand in Hand?
Brogl: Unsere Produkte sind stark gefordert, wenn es darum geht, Antriebe drehzahlgeregelt auszuführen. Dies bedeutet, unsere Komponenten befinden sich in Frequenzumrichtern, einmal zum elektrischen Schutz des Umrichter, zum anderen im Hinblick auf den thermischen Schutz. Denn die Wärme muss ja aus den Umrichtern abgeführt werden, etwa mit Luftkühlkörpern oder mit Flüssigkeitskühlkörpern. Komponenten von MERSEN tragen also wesentlich zur Energieeffizienz von Antrieben bei.
Neri: Gerade bei unseren Lasttrennschaltern kommt in diesem Zusammenhang immer stärker der Aspekt der Integration von Funktionen zum Condition Monitoring ins Spiel. In Zukunft wird MERSEN immer stärker eine Überwachungsfunktion in seine Geräte integrieren, die z. B. an eine Steuerung eine entsprechende Meldung kommuniziert, falls eine Funktionsstörung oder gar ein Ausfall droht, so dass präventiv agiert werden kann. Ein wichtiger Bereich für das Vorhandensein solcher Diagnosefunktionen sind etwa große, weiträumige Solarparks. Wenn dort zielgenau detektiert werden kann, an welchen Solarpaneelen ein Ausfall droht, ist dies ein erheblicher Vorteil. TR: Welches sind für Sie gegenwärtig die vielversprechendsten Märkte?
Neri: Ein Bereich, der sich sehr interessant entwickelt, ist der Bereich der Elektromobilität – also Elektromotorräder, Elektrofahrzeuge und natürlich der Schienenverkehr. Eine weitere wichtige Säule ist zudem die Photovoltaik, die sicherlich in den nächsten Jahren noch mehr an Schwung gewinnen wird. Hierbei beliefern wir die Hersteller von Wechselrichtern, die glücklicherweise von der zurückliegenden Wirtschaftskrise relativ unberührt waren. TR: Meine Herren, vielen Dank für dieses Gespräch. Zahlen & Fakten   Mitarbeiter: 2.600 (weltweit), 25 (Deutschland) Umsatz 2009: 223 Mio. € Gesamtumsatz, davon in Deutschland 25 Mio. € Firmensitz: Saint Bonnet de Mure, Frankreich (Hauptsitz), Deutsche Niederlassungen in Eggolsheim und Mannheim Hauptproduktlinien: Produkte zum Überstrom-/Überspannungsschutz und thermischen Management, Hochstromschalter, Drehgestell-Schutzvorrichtungen

Veröffentlicht am September 20, 2010 - (25085 views)
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Mersen GmbH
In der Büg 12
91330 Eggolsheim - Germany
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