Rund 80 Sprecher*innen aus aller Welt stehen auf der neuen Center Stage der HANNOVER MESSE in Halle 25 im Rampenlicht. Unter ihnen sind Vordenker*innen, Firmenlenker*innen, Wissenschaftler*innen und Politiker*innen, die mit Mut und Innovationsgeist erfolgreich neue Wege beschreiten und so zur Weiterentwicklung der industriellen Produktion beigetragen. Auf der kommenden Ausgabe der Messe, vom 20. -24. April geben sie exklusive Einblicke in ihre Arbeit, vermitteln praxisrelevantes Know-how und bieten eine klare Orientierung, wenn es um die Zukunft der Industrie geht.
Cedrik Neike, Mitglied des Vorstands der Siemens AG und CEO Digital Industries
Verantwortlich für das Automatisierungs- und Industriesoftwaregeschäft bei Siemens treibt Neike die Verschmelzung von realer und digitaler Welt in der Fertigung voran. Das Team bei Siemens zeigt, wie künstliche Intelligenz bereits heute von der Vision in die industrielle Praxis übergeht – und dabei Wettbewerbsfähigkeit, Nachhaltigkeit und Resilienz spürbar steigert.
Armin Papperger, Vorstandsvorsitzender, Rheinmetall
Verschiebungen in der globalen Sicherheitsordnung stellen die Rüstungsindustrie vor erhebliche Herausforderungen. Technologien wie künstliche Intelligenz, autonome Systeme, Drohnen oder Hyperschallwaffen verändern die Anforderungen in rasantem Tempo. Wie Rheinmetall auf diesen technologischen und geopolitischen Wandel im internationalen Wettbewerb reagiert, erläutert Papperger im Rahmen einer Podiumsdiskussion.
Julie Sweet, Vorstandsvorsitzende, Accenture
Auf der Center Stage spricht Julie Sweet darüber, wie Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe technologische Transformation und organisatorischen Wandel gemeinsam denken müssen, um zukunftsfähig zu bleiben. Für sie ist klar: Der Einsatz von KI, Cloud und Daten schafft nur dann nachhaltigen Mehrwert, wenn er mit einer innovationsoffenen Kultur und gezielter Talententwicklung verknüpft wird.
Amy Webb, Zukunftsforscherin & CEO, Future Today Institute
Webb zählt zu den weltweit einflussreichsten Zukunftsforscher*innen. Sie zeigt auf, wie technologische, wirtschaftliche und geopolitische Trends miteinander verschmelzen – und warum Unternehmen heute in Szenarien statt in linearen Prognosen denken müssen. Auf der Center Stage erläutert sie, welche Rolle künstliche Intelligenz, neue Datenökonomien und globale Risikodynamiken für die Industrie der nächsten Dekade spielen.
Dr. Pablo Erat, Director LightSpray, On AG
Die Schweizer Premium-Sportmarke On steht für eine neue Art des industriellen Denkens, in der sich Produktinnovation zur Plattforminnovation weiterentwickelt. Mit LightSpray treibt Erat eine Fertigungstechnologie voran, die die Produktion von Sportswear radikal vereinfacht: automatisiert statt manuell, digital statt fragmentiert und lokal statt abhängig von globalen Lieferketten. LightSpray zeigt, wie Robotik, Materialwissenschaft und mutiger Innovationsgeist nicht nur Produkte transformieren, sondern ganze Geschäftsmodelle neu definieren.
Weitere Sprecher*innen werden in Kürze bekannt gegeben.
acce
Nachhaltigkeit gewinnt. Nach dieser Formel richtet sich der von der ACE Stoßdämpfer GmbH ausgelobte Wettbewerb Innovace 2026 an den Ingenieurnachwuchs. Prämiert werden Konzeption und Konstruktion eines zweiachsigen Photovoltaik-Trackers (PV) für Balkonkraftwerke, wobei Nachweise zu Funktion und Machbarkeit zu leisten sind. Für Einzelpersonen oder Bewerberteams der Bereiche Maschinenbau, Konstruktion, Mechatronik und Elektrotechnik an Universitäten, technischen Hochschulen und Fachhochschulen sind als Siegprämie 5.000 Euro und für den begleitenden Lehrstuhl zudem 2.000 Euro ausgelobt.
Der PV-Tracker soll ein oder mehrere Solarmodule automatisch so ausrichten, dass stets für einen optimalen Einstrahlwinkel der Sonne gesorgt ist. Um maximale Effizienz zu erreichen, ist eine zweiachsige Ausführung zwecks Nachverfolgung der Sonne zu konstruieren. Dabei ist die Größe eines handelsüblichen Solarmoduls von 1,2 m x 1,8 m mit einer Masse von 22 kg anzunehmen und die Konstruktion leicht und kompakt auszulegen. Gleichzeitig muss sie robust und sicher gegen sämtliche Wetterlagen sein. Damit die Anlage auch bei schweren Sturmböen unbeschadet bleibt, sind Dämpfer oder andere Sicherheitslösungen vorzusehen. Die Studierenden haben zudem die Aufgabe, zur Beurteilung der Wirtschaftlichkeit des Systems über seine gesamte Lebensdauer hinweg ein Business Case zu erstellen. Experten der Stabilus Gruppe, zu der ACE seit 2016 gehört, bilden eine fachkundige Jury, welche das Konzept und die Funktionalität der Konstruktion jeweils mit 40 Punkten sowie die plausible Kostenaufstellung und Berechnung der Amortisationszeit mit 20 Punkten bewerten.
Innovace 2026 beginnt am 13. April und endet am 30. September. Mögliche Fragen beantwortet ACE am 23. April während einer Webkonferenz, für die sich Interessierte bis zum 21. April per E-Mail bei Niklas Backhausen unter n-backhausen@ace-int.eu anmelden können. Die komplette Ausschreibung ist auf der Homepage von ACE zu finden: www.ace-ace.de/de/news-presse/ace-awards/innovace-2026.html
Im Projekt EmpowerDPP stehen sowohl technische als auch organisatorische Handlungsfelder für das Datenmanagement der DPPs im Mittelpunkt. Auf dieser Basis werden auf den Kernanforderungen des DPPs aufbauend weitere Datenpunkte ergänzt, um neue Serviceangebote zu erarbeiten – insbesondere in der Produktionstechnik. Beteiligt sind die Fraunhofer Cluster of Excellence Cognitive Internet Technologies CCIT, Programmable Materials CPM und Circular Plastics Economy CCPE.
Mit der Einführung des digitalen Produktpasses (DPP) ergeben sich neue Herausforderungen und Chancen für die Industrie. Zunächst stehen Unternehmen vor der Aufgabe, über 100 Datenpunkte entlang der Wertschöpfungskette konsistent zu erfassen und bereitzustellen, um die Regulierung einzuhalten. Dies erfordert unternehmensintern den Aufbau von technischem Know-how und organisatorischen Strukturen, aber auch eine Intensivierung der unternehmensübergreifenden Zusammenarbeit. Einerseits ermöglicht der DPP Prozessverbesserungen, erweiterte Services und neue nachhaltige Geschäftsmodelle. Demgegenüber stehen oft fehlende finanzielle und personelle Kapazitäten zur Umsetzung im Unternehmen.
Die neue Verordnung „Ecodesign for Sustainable Products Regulation (ESPR)“ führt den DPP schrittweise für verschiedene Produktgruppen ein. Unternehmen sind gefordert, Leistung, Sicherheit, Skalierbarkeit und Benutzerfreundlichkeit sicherzustellen. Hierfür ist ein robustes Datenmanagement erforderlich, das die Grundlagen für die Erstellung digitaler Produktpässe schafft.
Im Projekt EmpowerDPP arbeiten erstmals drei Fraunhofer Cluster of Excellence zusammen, um zwei zentrale Ziele zu verfolgen: die Entwicklung technischer und organisatorischer Konzepte zur Umsetzung des DPP sowie die Entwicklung von Serviceangeboten in der Produktionstechnik. Ein strukturiertes Datenmanagement mit klar definierten technischen Prozessen für die Datenbereitstellung, -orchestrierung und -validierung ermöglicht eine transparentere Wertschöpfungskette. Dies führt zu effizienteren Prozessen, reduzierten Fehlerquoten und geringerem Ressourcenverbrauch.
Auf Grundlage des DPPs entstehen neue datenbasierte Services, die Mehrwerte für die gesamte Wertschöpfungskette vom Zulieferer bis hin zum Recycler bieten. Insbesondere schafft der DPP die Brücke, um Materialien und Produkte im Kreislauf zu halten und weitere Lebenszyklen zu ermöglichen
„Mit dem Projekt EmpowerDPP erarbeiten wir einen klaren Fahrplan zur DPP-Umsetzung, der die Transparenz über Datenflüsse und Verantwortlichkeiten erschließt und neue Erlöspotenziale für Unternehmen bereitstellt. Ich freue mich, dass wir hier das Know-how aus drei Fraunhofer Clustern of Excellence bündeln können“, so der Projektleiter Sebastian Emons, Fraunhofer CCIT/Fraunhofer ISST.
Fraunhofer CCIT / Vertreten durch Fraunhofer ISST (Projektleitung): Das Fraunhofer ISST ist verantwortlich für die Analyse von Datenflüssen und die daraus resultierenden Implikationen für das Datenmanagement sowie für mögliche Geschäftsmodelle.
Fraunhofer CCPE / Vertreten durch Fraunhofer IML: Das Fraunhofer IML stellt die Anforderungen des DPPs an Unternehmen heraus, mit besonderem Fokus auf die Logistikketten, um zirkuläre Geschäftsmodelle vorzubereiten.
Fraunhofer CPM / Vertreten durch Fraunhofer IWU: Das Fraunhofer IWU adressiert neben den Anforderungen des DPPS aus produktionstechnischer Perspektive auch die Potenziale und Serviceopportunitäten in der Produktionstechnik, um effiziente Lösungen für
Der AMA Verband für Sensorik und Messtechnik e.V. (AMA) hat die Ergebnisse seiner Quartalsumfrage unter den rund 450 Mitgliedsunternehmen veröffentlicht. Im dritten Quartal 2025 verzeichnete die Sensorik- und Messtechnikbranche eine spürbare Verbesserung der Geschäftslage. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorquartal um sieben Prozent. Gegenüber dem Vorjahresquartal (Q3 2024) legte der Umsatz um sechs Prozent zu. Der Auftragseingang erhöhte sich gegenüber dem zweiten Quartal 2025 ebenfalls um sieben Prozent. Das Book-to-Bill-Ratio von 1,02 weist auf einen leichten Nachfrageüberhang hin.
Für das vierte Quartal 2025 erwarten die befragten Unternehmen eine weitere Umsatzsteigerung von drei Prozent. Damit setzt sich der vorsichtige Aufwärtstrend fort, wenn auch mit gedämpfter Dynamik.
„Die Zahlen des dritten Quartals 2025 zeigen eine Stabilisierung und erste Wachstumsimpulse“, erklärt Philipp Gutmann, Geschäftsführer des AMA Verbandes. „Der Ausblick auf das vierte Quartal bestätigt, dass sich die Branche teilweise erholt, für andere Mitglieder bleibt die Lage angespannt.“ Da trotz der positiven Entwicklung 11 Prozent der Mitgliedsunternehmen im dritten Quartal Kurzarbeit angemeldet haben. Diese Entwicklung unterstreicht, dass die wirtschaftliche Situation innerhalb der Branche weiterhin uneinheitlich ist und einzelne Marktsegmente unter Nachfrageschwächen leiden.
„Kurzarbeit und Wachstum existieren derzeit nebeneinander“, so Gutmann weiter. „Das zeigt, wie differenziert die Lage in der Sensorik und Messtechnik zu bewerten ist. Entscheidend wird sein, ob sich die Nachfrage in den Anwenderindustrien im weiteren Verlauf nachhaltig belebt.“
Vor dem Hintergrund des aktuellen BSI-Lageberichts zur IT-Sicherheit (November 2025) zeigt die Quartalsumfrage, dass sich ein Großteil der Unternehmen in der Sensorik und Messtechnik bereits intensiv mit IT-Sicherheit und Cyberresilienz auseinandersetzt. 77 Prozent der befragten Unternehmen geben an, IT-Sicherheit aktiv und systematisch zu adressieren, etwa durch regelmäßige Updates, klar definierte Prozesse und feste Verantwortlichkeiten. Weitere 15 Prozent befassen sich punktuell oder anlassbezogen mit dem Thema. Nur fünf Prozent der Unternehmen sehen IT-Sicherheit aktuell nicht als relevantes Thema, während keines der befragten Unternehmen angibt, den Handlungsbedarf zwar zu erkennen, aber noch nicht begonnen zu haben.
„Die Ergebnisse zeigen, dass IT-Sicherheit in der Sensorik und Messtechnik angekommen ist, gleichzeitig bleibt Cyberresilienz eine Daueraufgabe, insbesondere angesichts zunehmender Vernetzung und digitaler Wertschöpfungsketten“, so Philipp Gutmann.
Die Branche blickt insgesamt mit verhaltener Zuversicht auf die kommenden Monate. Treiber wie Automatisierung, Künstliche Intelligenz und nachhaltige Produktionsprozesse stärken die langfristigen Perspektiven. Mit einem Exportanteil von rund 48 Prozent bleibt die Sensorik- und Messtechnik jedoch weiterhin auf stabile wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen angewiesen.
Advantech hat die Partnerschaft mit AI EdgeLabs bekanntgegeben, dem Pionier einer AI-nativen Extended Runtime Security- und Governance-Plattform für verteilte, geschäftskritische Workloads und Infrastrukturen. Die Partnerschaft unterstreicht Advantechs Engagement für industrielle Cybersecurity und unterstützt Kunden bei der Vorbereitung auf sich weiterentwickelnde europäische Cybersecurity-Anforderungen, darunter der Cyber Resilience Act (CRA) und NIS2.
Verteilte Edge / IoT Operational Technology (OT) Umgebungen spielen eine entscheidende Rolle in der Fertigungsindustrie, im Transportwesen, in der Energieversorgung und in weiteren kritischen Industriesektoren. Mit zunehmender Vernetzung sind diese Systeme steigenden Cyberrisiken ausgesetzt und unterliegen gleichzeitig strengeren regulatorischen Vorgaben. Europäische Cybersecurity-Regularien führen neue verbindliche Verpflichtungen für Betreiber und Produkthersteller ein, darunter kontinuierliches Risikomanagement, Runtime-Schutz sowie nachweisbare Sicherheitskontrollen über den gesamten Lebenszyklus der Systeme hinweg.
Advantech setzt bereits auf sichere Entwicklungs- und Hardware-Praktiken gemäß IEC 62443. Durch die Integration der Runtime- und Governance-Ebene von AI EdgeLabs ermöglicht Advantech die Durchsetzung der CRA- und NIS2-Konformität für Partner und Endkunden.
„Mit AI EdgeLabs als primärer Runtime-Security-Lösung wird Advantech Compliance-fähige Sicherheitsfunktionen direkt in ausgewählte Edge- und Industrieplattformen integrieren. Dadurch wird für Kunden der Bedarf reduziert, zusätzliche Sicherheitslösungen von Drittanbietern einzubinden, um regulatorische Anforderungen zu erfüllen. "Dies ist ein strategischer Schritt für uns“, erklärt Alicja Strzemieczna, Sales Director Manufacturing and Infrastructure Sector bei Advantech Europe.
„Regularien wie CRA und NIS2 erfordern Sicherheitskontrollen, die kontinuierlich im Betrieb wirken und nicht nur in der Entwicklungs- oder Bereitstellungsphase“, sagt Inna Ushakova, CEO von AI EdgeLabs. „Die Zusammenarbeit mit Advantech ermöglicht es uns, Runtime-Sicherheit und Compliance-Funktionen direkt in industrielle und Edge-Plattformen für kritische Umgebungen zu integrieren.“
Der Fokus des Projekts liegt auf der Entwicklung einer Bewertungsmethodik, die technische und (öko)toxikologische Aspekte integriert. Gefördert vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR), setzt „FLUORBEST“ auf KI-gestützte Datenanalysen und eine semantisch strukturierte Datenbasis. Industrieunternehmen profitieren von Entscheidungsgrundlagen und innovativen Ansätzen zur Bewertung von Alternativen in ausgewählten technischen Anwendungen. Interessierte sind eingeladen, sich aktiv zu beteiligen.
Forschende des Fraunhofer LBF haben zusammen mit weiteren Fraunhofer-Instituten und der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) das Verbundprojekt „FLUORBEST“ ins Leben gerufen, um Substitutionspotenziale für Fluorpolymere systematisch zu erschließen. Dem Konsortium gehören auch das Fraunhofer IWM (Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM), IFAM (Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und angewandte Materialforschung) und ITEM (Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin) an. Es wird durch einen Beirat aus Industrie, Wissenschaft und Verbänden ergänzt.
Hintergrund der Projektinitiative sind geplante regulatorische Maßnahmen und die dringende Notwendigkeit, Alternativen für industrielle Anwendungen zu finden. Ziel ist eine neue methodische Bewertungsbasis, die technische und (öko)toxikologische Aspekte berücksichtigt und als Entscheidungsgrundlage für eine schnelle, nachvollziehbare Bewertung der Substituierbarkeit dient. Die semantisch strukturierte Datenbasis wird an die Plattform zur Digitalisierung von Materialdaten „MaterialDigital“ angebunden. "Mit FLUORBEST wollen wir eine nachvollziehbare Entscheidungsbasis für die Substituierbarkeit von Fluorpolymeren in ausgewählten Anwendungen schaffen: So erhalten Industriepartner transparente und faktenbasierte Wege zur Einschätzung möglicher Alternativen, insbesondere ob und unter welchen Bedingungen eine Substitution möglich ist.", erläutert Dr. Frank Schönberger, Projektleiter „FLUORBEST“ am Fraunhofer LBF. Prof. Dr. Christoph Eberl vom Fraunhofer IWM ergänzt: "Die Anbindung an die BMFTR-Förderinitiative MaterialDigital macht Ergebnisse unmittelbar nutzbar für Industrie und Forschung und beschleunigt – wo möglich – den Weg zu fluorfreien Lösungen".
Das Projekt umfasst eine enge Zusammenarbeit mit der Industrie, um spezifische Anforderungsprofile zu ermitteln und Anwendungsszenarien (User Journeys) zu entwickeln. Diese Interaktion ist entscheidend, um die Anwendbarkeit der Methoden zu gewährleisten. Im Projekt werden zunächst sektorenübergreifend Anforderungen an Fluorpolymere und deren Kerneigenschaften zusammengetragen. Zur Entwicklung einer Methodik im weiteren Verlauf des Projektes wird dann auf den Sektor „Sealings“ des ECHA-Beschränkungsvorschlags fokussiert. Die erwarteten Ergebnisse umfassen eine belastbare Bewertungsmethodik zur Substitution von Fluorpolymeren in ausgewählten technischen Anwendungen sowie ein benutzerfreundliches Datenportal. Dabei werden sowohl kommerziell verfügbare Alternativen als auch der Stand der Technik und Wissenschaft bewertet. Unternehmen können so direkt von den gewonnenen Erkenntnissen profitieren. Mit „FLUORBEST“möchte das Konsortium die Brücke zwischen Forschung und industrieller Anwendung schlagen und nachhaltige Lösungen vorantreiben.
Das Projekt wird als Innovationsvorhaben vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert und läuft bis Januar 2028.
Zur Ermittlung, Konkretisierung und Systematisierung von Anforderungen und Kriterien bei der Bewertung möglicher Substitute von Fluorpolymeren am Beispiel von Anwendungen im Sektor „Sealings -Dichtungen“, wird am am 24. März 2026 ein Workshop stattfinden. Zielgruppe sind Hersteller von Dichtungen, Maschinenbauer, Anwender und Rohstofflieferanten. Mehr Infos und Anmeldung finden sich auf der Projekt-Website: https://www.fluorbest.de/de/aktuelles/workshop.html.
Seit Jahrzehnten basiert die industrielle Automatisierung auf dem einfachen Grundprinzip, dass Zuverlässigkeit an erster Stelle steht. Verteilte Steuerungssysteme (DCS) haben die deterministische Echtzeitsteuerung geliefert, auf die die Industrie angewiesen ist, um den Energiefluss, die chemische Verarbeitung, den Materialtransport und die Produktion von Gütern sicher und effizient aufrechtzuerhalten. Heute steht diese Grundlage jedoch unter beispiellosem Druck. Marktfaktoren wie Volatilität, Nachhaltigkeitsziele, Cybersicherheitsbedrohungen, Veränderungen in der Belegschaft und das zunehmende Tempo der digitalen Innovation zwingen die Industrie dazu, zu überdenken, wie sich die Automatisierung weiterentwickeln kann, ohne den Betrieb zu gefährden.
Das Aufkommen von Industrie 4.0 führte zwar zur massenhaften Einführung der Digitalisierung, machte aber auch die begrenzte Flexibilität bestehender Systeme deutlich, sich an Veränderungen anzupassen, insbesondere im Hinblick auf die Ausschöpfung des vollen Potenzials der Technologie. Die rasante Entwicklung in den Bereichen IIoT, Cloud, Edge und Datenanalyse hat die Grenzen zwischen den traditionell getrennten IT- und OT-Systemen verwischt. Darüber hinaus standen die Betreiber vor der Herausforderung, große Datenmengen aus Feldgeräten und vernetzten Systemen in messbare Gewinne bei Produktionseffizienz, Nachhaltigkeit und Ausfallsicherheit zu übersetzen.
Das neue Programm „Automation Extended“ von ABB ist eine direkte Antwort auf diese Herausforderungen. Anstatt dass Kunden bereits funktionierende Systeme ersetzen müssen, bietet Automation Extended einen strukturierten, zukunftsfähigen Weg zur Modernisierung der industriellen Automatisierung, wobei Kontinuität gewährleistet, frühere Investitionen und Infrastruktur geschützt und geschäftskritische Abläufe gesichert werden.
Die Modernisierung der Prozessautomatisierung war in der Vergangenheit mit disruptiven Systemmigrationen, größeren Ausfällen oder langen Upgrade-Zyklen verbunden, die Kunden zwangen, sich zwischen Innovation und Betriebsstabilität zu entscheiden. Digitale Technologien wie fortschrittliche Analytik, KI, Edge-Intelligenz und Cloud-Konnektivität versprechen zwar erhebliche Leistungssteigerungen, ihre Integration in ältere Steuerungsumgebungen war jedoch oft mit erhöhter Komplexität und Risiken verbunden.
Automation Extended stellt eine entscheidende Veränderung dar. Es handelt sich weder um ein neues DCS im herkömmlichen Sinne noch um eine zusätzliche digitale Ebene, die von der Steuerung losgelöst ist. Stattdessen bietet es neue Funktionen für die bestehenden Automatisierungsplattformen von ABB durch ein modernes, offenes und modulares Automatisierungsökosystem, das speziell dafür entwickelt wurde, kontinuierliche Innovationen zu unterstützen, ohne die Kernsteuerungsfunktionen zu beeinträchtigen.
Entscheidend ist, dass Automation Extended auf Systemen aufbaut, denen Kunden bereits vertrauen, insbesondere ABB Ability™ System 800xA®, ABB Ability™ Symphony® Plus und ABB Freelance. Diese Plattformen haben sich in zahlreichen Anwendungen in verschiedenen Branchen bewährt und bilden weiterhin das Rückgrat des Anlagenbetriebs, während neue Funktionen schrittweise und sicher eingeführt werden.
Das Herzstück von Automation Extended ist eine moderne modulare Architektur, die sich durch die Umsetzung des Prinzips der Trennung von Aufgabenbereichen in zwei unterschiedliche, aber sicher miteinander verbundene Umgebungen auszeichnet, die jeweils für einen anderen Zweck optimiert sind und als zusammenhängendes Ökosystem funktionieren.
In der Steuerungsumgebung findet die deterministische Echtzeit-Prozesssteuerung statt. Sie ist robust, lebenszyklusresistent und cybersicher und legt den Schwerpunkt auf Verfügbarkeit, Sicherheit und Zuverlässigkeit. Diese Umgebung entspricht weitgehend den traditionellen Stärken eines DCS und übernimmt weiterhin die für den sicheren Anlagenbetrieb erforderlichen Sofortmaßnahmen.
Daneben gibt es die digitale Umgebung. Diese Umgebung ist im Wesentlichen ein flexibler, modularer Raum, in dem Innovationen stattfinden und in dem Funktionen und Tools wie erweiterte Analysen, KI-gesteuerte Anwendungen, Zustandsüberwachung, vorausschauende Wartung, Alarmmanagement und Entscheidungshilfetools eingesetzt, aktualisiert oder entfernt werden können, ohne die Kernsteuerungsfunktionen zu beeinträchtigen.
Diese Trennung unterscheidet Automation Extended von früheren Ansätzen, da sich jede Umgebung innerhalb ihres eigenen Lebenszyklus und in ihrem eigenen Tempo weiterentwickeln kann, während sie gleichzeitig sicher miteinander verbunden bleibt. Lifecycle Services sind ein integraler Bestandteil des Automatisierungsökosystems und ermöglichen nicht nur kontinuierliche Updates, sondern auch Optimierungen, ohne den kritischen Betrieb zu stören. Dies schafft eine vertrauenswürdige operative Grundlage für Kunden, sodass das Automatisierungsökosystem innovativ bleibt, während installierte Anlagen geschützt werden und eine nahtlose Anpassung an zukünftige Anforderungen gewährleistet ist.
Industrieunternehmen können mit Automation Extended Schritt für Schritt neue digitale Funktionen einführen, die auf ihre betrieblichen Prioritäten, ihre Risikotoleranz und ihre Geschäftsstrategie abgestimmt sind. Anstelle großer, einmaliger Umstellungen kann die Modernisierung nun schrittweise erfolgen, wobei Verbesserungen wie Sicherheitspatches, Leistungssteigerungen und neue Anwendungen nach Bedarf hinzugefügt werden können, ohne dass die Kosten, Unterbrechungen und potenziellen Fehler einer vollständigen Aufrüstung oder Erneuerung entstehen.
Angesichts des immer größer werdenden Kostendrucks auf die Betreiber entspricht dieser Ansatz direkt der Notwendigkeit, die Rendite bestehender Automatisierungsinvestitionen zu maximieren. Mit Automation Extended können nun selbst jahrzehntealte Anlagen durch den Zugang zu modernen Technologien wie KI, Edge Intelligence und Echtzeitanalysen verlängert und aufgewertet werden.
Automation Extended hilft Kunden auch dabei, die wachsende Komplexität der Integration verschiedener Systeme von unterschiedlichen Anbietern zu bewältigen. Offene Standards wie OPC UA ermöglichen in Verbindung mit Cloud-nativen Technologien und containerbasierten Architekturen die Interoperabilität zwischen Anbietern, Systemen und Domänen. Durch die Beseitigung von Problemen wie Kompatibilität und Interoperabilität zwischen verschiedenen Kommunikationsprotokollen erleichtern sie beispielsweise die Integration neuer Tools, die Verbindung von IT- und OT-Umgebungen und die Skalierung von Lösungen über Standorte oder Flotten hinweg.
Ebenso wichtig ist die Cybersicherheit. Die klare Trennung zwischen Steuerungs- und anderen Digitalbereichen in Verbindung mit lebenszyklusorientierten Dienstleistungen hilft Unternehmen, die sich ständig weiterentwickelnden Vorschriften einzuhalten und gleichzeitig das Risiko von Cyberangriffen zu verringern.
Da der Mensch nach wie vor im Mittelpunkt industrieller Abläufe steht, muss nicht nur berücksichtigt werden, was neue Technologien leisten können, sondern auch, wie sie mit denjenigen interagieren, die sie nutzen müssen.
Da erfahrene Mitarbeiter in den Ruhestand gehen und durch eine neue Generation von Ingenieuren ersetzt werden, die mit der digitalen Welt aufgewachsen sind, muss sichergestellt werden, dass ihr operatives Wissen erhalten bleibt und so leicht wie möglich zugänglich ist.
Automation Extended bietet intuitive, vernetzte und kollaborative Tools, die den modernen Anforderungen entsprechen und gleichzeitig die bewährte Steuerungslogik und das in bestehenden Systemen eingebettete Betriebswissen bewahren. Funktionen wie fortschrittliche Visualisierung, Analytik und intelligente Anwendungen zur Entscheidungsunterstützung sorgen dafür, dass das menschliche Fachwissen erweitert wird und helfen Bedienern und Ingenieuren, schneller bessere Entscheidungen zu treffen.
Entscheidend ist, dass Automation Extended die Grundlage für die Anpassung an zukünftige Veränderungen bildet. Durch die Antizipation zukünftiger Anwendungsfälle, von der vorausschauenden Wartung bis hin zur Ausweitung autonomer Abläufe, schafft es eine Umgebung, in der sich Fähigkeiten parallel zur Technologie weiterentwickeln können, wodurch die Auswirkungen von Wissenslücken verringert und die langfristige Betriebsstabilität unterstützt werden.
Nachhaltigkeit und regulatorischer Druck in Bezug auf Energie, Emissionen und Ressourcen verändern zunehmend die Prioritäten von Industrieunternehmen. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, sind bessere Daten, tiefere Einblicke und eine engere Integration zwischen Prozess- und Elektrosystemen erforderlich.
Durch die Erweiterung des Anwendungsbereichs von Steuerungssystemen auf datengesteuerte Optimierung unterstützt Automation Extended diese Ziele. Verbesserungen wie kontinuierliche Zustandsüberwachung, KI-gestützte Leistungsanalyse und Echtzeit-Energieeinblicke ermöglichen einen effizienteren Betrieb, ohne die Sicherheit oder Verfügbarkeit zu beeinträchtigen. Im Laufe der Zeit können diese Funktionen dazu beitragen, den Übergang zu kohlenstoffärmeren, ressourceneffizienteren Produktionsmodellen zu vollziehen und gleichzeitig die Zuverlässigkeit aufrechtzuerhalten, die für wichtige Infrastrukturen erforderlich ist.
Ein weiteres charakteristisches Element von Automation Extended sind die umfassenden Lebenszyklus-Services von ABB. Die unabhängige Verwaltung von Steuerungs- und digitalen Umgebungen erfordert einen koordinierten Ansatz für Updates, Wartung und Optimierung. Die Lebenszyklus-Services von ABB stellen sicher, dass die Systeme während ihrer gesamten Betriebsdauer sicher, supported und zukunftsfähig bleiben.
Dieses proaktive, serviceorientierte Modell senkt die Gesamtbetriebskosten, verbessert die Systemverfügbarkeit und gibt Kunden die Gewissheit, dass ihre Automatisierungsumgebung an zukünftige Anforderungen angepasst werden kann, unabhängig davon, ob diese durch Vorschriften, Marktveränderungen oder technologischen Wandel bedingt sind.
Mit Automation Extended fordert ABB seine Kunden nicht auf, die Systeme aufzugeben, die ihnen gute Dienste geleistet haben, sondern erweitert deren Wert in die nächste Ära der industriellen Automatisierung.
Automation Extended spiegelt auch einen umfassenderen Wandel in der Entwicklung der industriellen Automatisierung wider. Durch die Übernahme neuer Industriekonzepte wie NAMUR Open Architecture, Software- und Hardware-Entkopplung und Hyperautomation eröffnet ABB neue Möglichkeiten im industriellen Betrieb durch größere Offenheit, Modularität, menschenzentriertes Design und sichere Innovation.
Anstatt Kunden in starre Upgrade-Zyklen zu zwingen, positioniert ABB die Automatisierung als ein sich ständig weiterentwickelndes Ökosystem, das Stabilität mit Agilität und Zuverlässigkeit mit Innovation in Einklang bringt. Für Branchen, die einer ungewissen Zukunft entgegensehen, ist dieses Gleichgewicht von unschätzbarem Wert, da es die Skalierbarkeit und Anpassungsfähigkeit bietet, um zukünftigen Veränderungen und Herausforderungen gerecht zu werden.
Stefan Basenach
Seit über 20 Jahren ist er bei der Schweizer Unternehmensgruppe ABB tätig und derzeit Senior Vice President of Global Process Automation Technology. Er engagiert sich für die Umsetzung nachhaltiger Praktiken und spielte eine Schlüsselrolle bei der Leitung der ABB Process Automation Energy Division in Deutschland, die die Energiebranche bei ihrem Übergang zu einer Netto-Null-Wirtschaft unterstützt.
Er hat einen Diplom-Ingenieur-Abschluss in Technischer Kybernetik von der Universität Stuttgart und ist auf Regelungsmethodik für technische und nicht-technische Systeme mit Schwerpunkt Biochemie spezialisiert.
Im Frühjahr 2025 startete Audi am Standort Heilbronn eine kleine Revolution: Die weltweit erste Karosserie-Fertigung, die auf einer virtuellen speicherprogrammierbaren Steuerung mit Sicherheitsfunktion von Siemens basiert. Die Steuerung befindet sich in einer lokalen Cloud und ermöglicht die flexible datengetriebene Produktion sowie die Überwachung und Steuerung der Fertigung in Echtzeit von jedem beliebigen Ort aus. Audi erhofft sich von der Implementierung der Cloud-Steuerung eine Steigerung der Agilität, Effizienz und Sicherheit in der Produktion. Das Ziel ist eine flexiblere, zukunftsfähige Fertigung.
Cloud-basierte Steuerungen übernehmen die Aufgaben einer klassischen SPS – sie laufen aber nicht mehr auf einem Panel PC direkt an einem Arbeitsplatz in der Fertigung, sondern in einem Rechenzentrum. Das befindet sich entweder auf dem Firmengelände oder bei einem externen Dienstleister. Die Monitore direkt an der Fertigungslinie dienen „nur noch“ der Visualisierung der an den dortigen Montageplätzen ablaufenden Arbeitsschritte. Auf ihnen wird keine Steuerungssoftware mehr gehostet.
Die Verlagerung von Maschinen- und Prozesssteuerungen in die Cloud ist eine logische Weiterentwicklung der Software-SPSen, die sich in den letzten zehn Jahren mehr und mehr etabliert haben. Im Gegensatz zu einer klassischen Hard-SPS benötigen Software-SPSen keine spezifische Hardware mehr als Basis, sondern können auf normalen PCs betrieben werden. Der Anwender kann für die SPS also seine ohnehin vorhandene IT-Infrastruktur nutzen. Das spart Kosten und erhöht die Flexibilität, da sich die Steuerung schnell und einfach an sich ändernde Produktionsbedingungen anpassen lässt.
Nachdem sich Software-SPSen immer weiter verbreiteten, war es nur eine Frage der Zeit, bis der nächste Schritt erfolgte: Die Auslagerung der Anlagensteuerung in die Cloud. „Das ist besonders bei komplexen Fertigungsanlagen sinnvoll“, meint Nils Stello, Geschäftsbereichsleiter HMI bei ROSE Systemtechnik. Er verantwortet bei ROSE die Entwicklung und Fertigung von Panel PC, Industriemonitoren, Steuergehäusen, Handbediengeräten sowie Geräteträgersystemen.
Bei seinen Kundenbesuchen erfährt Stello aus erster Hand, was die Industrie aktuell beschäftigt. „Wir sind gerade mit einem namhaften Unternehmen im Gespräch, das sich vorstellen kann, in einigen Jahren seine gesamte Fertigung aus der Cloud zu steuern.“
Die Firma hat aktuell Panel PC von ROSE im Einsatz, die in einigen Jahren das Ende ihrer Lebensdauer erreichen werden. Nils Stello und seine Kollegen konzipieren deshalb schon jetzt die Nachfolge-Generation der Industrie-PC und definieren dazu die Anforderungen an die Gehäuse der neuen Geräte.
Da durch den Einsatz einer virtuellen Steuerung auf den Panel PC in der Fertigung keine SPS mehr laufen muss, können die Gehäuse für die künftigen PCs des Kunden deutlich flacher als bisher designt werden. „Mit einer cloud-basierten Steuerung müssen die einzelnen PCs nicht mehr mit einem so leistungsstarken Prozessor wie heute ausgerüstet werden“, erklärt Nils Stello die Folgen der Virtualisierung. Bisher stieg die Verlustleistung des Mainboards von einer Panel PC-Generation zur nächsten auf zuletzt etwa 45 Watt.
„Durch die Verwendung einer cloud-basierten Steuerung bräuchte man statt eines Mainboards nur noch ein Singleboard für den jeweiligen PC an der Fertigungslinie, und das hat eine Verlustleistung von lediglich rund 5 Watt“, so Stello. Das Board würde also kaum Wärme abgeben und damit gäbe es auch keinen Bedarf mehr für einen Rippenkühlkörper, der bisher viel Platz im Gehäuse der Geräte beansprucht.
„Ich habe durch die Verwendung eines Singleboards ganz andere Gestaltungsmöglichkeiten beim Gehäuse des Panel PC“, erzählt Nils Stello. Der Anwender könnte z. B. ein Edelstahlgehäuse wählen, was vorher unter Umständen problematisch gewesen wäre, weil Edelstahl sich zusätzlich aufheizt und die Wärme schlecht abzuleiten ist. Das kleine Beispiel zeigt anschaulich, wie sich der Bauraum im Gehäuse der Panel PC durch den Umstieg auf eine Cloud-Steuerung verändert.
Eine cloud-basierte Steuerung erweitert also zum einen die Design-Optionen bei Panel PC und ermöglicht zum anderen eine wesentlich kompaktere Konstruktion der Geräte. Diese beanspruchen nicht nur viel weniger Bauraum in der Applikation – sie sind dank der kleineren Platine auch günstiger in der Herstellung. „Ein Singleboard kostet in der Anschaffung etwa ein Fünftel des Preises eines Mainboards“, beschreibt Stello das Einsparpotenzial. Bei komplexen Fertigungsanlagen mit einer Vielzahl von Geräten kommen schnell größere Summen zusammen.
Das vergleichsweise geringe Gewicht von Panel PCs in Anlagen mit cloud-basierter Steuerung wirkt sich auch auf die Auslegung des Geräteträgersystems aus, mit dem die Geräte an die Anwendung angebunden werden. Da die Tragarmsysteme wesentlich kleinere Lasten tragen müssen, können sie auch deutlich kleiner dimensioniert werden.
„Wir bauen unser Geräteträger-Portfolio deshalb konsequent mit leichteren Ausführungen aus, die sich besonders für diese Anwendungen eignen.“
ROSE entwickelt seit über 40 Jahren anwendungsspezifische HMI-Komplettsysteme für verschiedenste Branchen. Die individuelle Beratung der Kunden und die enge Abstimmung mit ihnen ist fester Bestandteil der Arbeit von Nils Stello und seinen Kollegen. Mit dem Thema cloud-basierte Steuerungen und ihren Auswirkungen auf das eigene Produktprogramm beschäftigen sie sich schon seit einiger Zeit. In einigen Bereichen wird es Anpassungen und Veränderungen geben, in anderen nicht. „Die Virtualisierung von Steuerungen wird erst einmal ein Nischen-Thema für einige wenige, große Unternehmen sein“, ist sich Stello sicher. Sie wird ROSE umfassend bei der Transformation begleiten: „Wir entwickeln gemeinsam mit ihnen HMI-Lösungen, die die Vorteile virtueller Steuerungen hinsichtlich eines schlankeren, günstigeren Gerätekonzepts vollständig ausschöpfen.“
Flir hat die Einführung der langlebigen gekühlten Flir A6450 MWIR-Kameras (Mid-Wave Infrared) bekannt gegeben. Sie sind speziell für kontinuierliche industrielle Automatisierungs-, Prozesssteuerungs- und zerstörungsfreie Prüfungsanwendungen entwickelt worden.
Die Kameras sollen die seit langem bestehenden Hindernisse für den Einsatz gekühlter Wärmebildkameras in Produktionsumgebungen überwinden. Dafür kombiniert die Kamera eine langlebige Kühlung mit schnellen MWIR-Leistungen und speziell auf Automatisierungsanwendungen zugeschnittenen Integrationsfähigkeiten. So ermöglicht sie Herstellern und Systemintegratoren, leistungsstarke MWIR-Wärmebildtechnik im echten Rund-um-die-Uhr-Betrieb einzusetzen.
Das Herzstück der A6450 ist eine Kombination aus HOT-MWIR-Detektor und linearen Kühler, die eine Betriebsdauer von bis zu 27.000 Stunden bietet. Diese verlängerte Lebensdauer reduziert den jährlichen Wartungsbedarf erheblich und ermöglicht es so Herstellern, von vergleichsweise kurzen Wartungsintervallen zu einer mehrjährigen Betriebsplanung überzugehen. Durch die Reduzierung von Ausfallzeiten, Wartungskosten und Betriebsrisiken verwandeln sich mit der A6450 gekühlte MWIR-Kameras von hochgradig spezialisierten Inspektionswerkzeugen in zuverlässige, langfristige Automatisierungskomponenten.
Die A6450 wurde für Anwendungen entwickelt, bei denen das Timing entscheidend ist. Mit einer Bildrate von 125 Hz erfasst die Kamera präzise thermische Hochgeschwindigkeitsereignisse und subtile Temperaturschwankungen an sich bewegenden Produkten.
Dank ihrer hohen thermischen Empfindlichkeit können Anwender bereits im Frühstadium Fehler, Materialinkonsistenzen oder Prozessabweichungen erkennen, bevor sie sich größer auswirken, und können so Ausschuss, Nacharbeit und ungeplante Ausfallzeiten reduzieren.
Die A6450 basiert auf der bewährten Elektronik der Flir A6700-Serie und unterstützt GigE Vision®, GenICam® und andere branchenübliche Protokolle, sodass sie sich nahtlos in bestehende Automatisierungssysteme integrieren lässt. Dank kundenorientierter Schnittstellen, Befehlen und Trigger können Systemintegratoren die Kamera schnell und ohne zusätzliche kundenspezifische Entwicklungsarbeiten einsetzen.
Um unterschiedliche Produktionsumgebungen zu unterstützen, bietet die A6450 ein flexibles Portfolio an leistungsstarken Optiken und umfangreiche Kalibrierungsoptionen. Benutzer können Hunderte von Kalibrierungsprofilen direkt in der Kamera speichern, wodurch die Unterstützung mehrerer Produkte, unterschiedlicher Materialien und verschiedener Inspektionsszenarien vereinfacht wird – ein Vorteil insbesondere in Produktionsanlagen mit häufigen Umstellungen. Dank dieser Flexibilität kann eine einzige Kameraplattform eine Vielzahl von Anwendungen in verschiedenen Produktionslinien unterstützen, was die Hardwarekomplexität reduziert und die Effizienz erhöht.
OnLogic hat den neuen, ultra-kompakten Industrie-Computer CL260 vorgestellt. Er ist für Zuverlässigkeit und einfache Integration im modernen Edge-Computing entwickelt worden. Als neueste Ergänzung der beliebten CL200-Computerreihe bietet der lüfterlose CL260 eine leistungsstarke, zuverlässige und preisgünstige Lösung, die den Einsatz in industriellen IoT- und Automatisierungsprojekten jeder Größe ermöglicht. Der CL260 erfüllt die Nachfrage nach Intelligenten und zuverlässigen Gateways, die einfach zu integrieren sind und bietet eine zuverlässige Datenverarbeitung direkt am Edge.
Das neue Modell wurde speziell entwickelt, um Analysen und Entscheidungsfindungen vor Ort zu ermöglichen, indem er Daten sicher direkt an der Quelle erfasst. Seine bahnbrechende Kombination aus Größe und unübertroffenem Preis-Leistungs-Verhältnis machen ihn zum idealen Edge-Gateway für den Einsatz in Anwendungen mit hohem Datenaufkommen wie Remote-Datenerfassung, Digital Signage-Steuerung und industrielle Prozessüberwachung. Damit entfällt die herkömmliche Kostenbarriere, die mit der Skalierung von langlebiger, leistungsstarker Hardware verbunden ist.
Der CL260 misst nur 115 x 30 x 82 mm und ist für die DIN-Schienenmontage optimiert. Für eine kosteneffiziente Leistung wird er von effizienten Intel® N-Series-Prozessoren angetrieben. Er verfügt über einen Anschlussblock für eine RS-232/422/485-Serial-Verbindung und eine Stromversorgung mit 12–24 V DC.
Wiesemann & Theis erweitert sein Portfolio an dezentralen Netzwerk-IOs um das WLAN-IO Digital 4x In/Out, ein kompaktes, per WLAN angebundenes IoT-Device für das drahtlose Schalten und Überwachen von digitalen Signalen. Das Gerät verfügt über vier Kanäle, die jeweils als digitaler Ein- oder Ausgang konfiguriert werden können und sich damit vielseitig an unterschiedliche Anwendungen anpassen lassen. Es verfügt über ein Kunststoffgehäuse für die Hutschienenmontage und ist für eine Betriebstemperatur von 0°C bis 60°C ausgelegt.
Über die WLAN-Schnittstelle können die digitalen Signale auch dort überwacht und geschaltet werden, wo kein kabelbasiertes Netzwerk verfügbar ist. Das WLAN-IO Digital 4x In/Out funktioniert dabei wie ein Netzwerkschalter: Verbraucher wie Leuchten, Türkontakte und sonstige Aktoren lassen sich ein- und ausschalten, während Zustände von Tastern oder digitalen Sensoren zuverlässig erfasst werden. Das WLAN-IO ist einfach zu konfigurieren und überzeugt durch seine IoT-orientierte Protokollausstattung (wie z. B. MQTT und HTTPS) sowie seine robuste, für den industriellen 24/7-Betrieb ausgelegte Hardware. Die Stromversorgung kann über 12/24 V erfolgen. Für die IOs sind 1 x 6-fach Schraubklemmen sowie eine 1 x 2-fach Schraubklemme für Spannungsversorgung vorhanden.
Um Zugänge in explosionsgefährdeten Bereichen zuverlässig abzusichern, hat Schmersal das Programm an optoelektronischen Schutzeinrichtungen erweitert. Mit der neuen Baureihe EX-SLC/SLG440 stehen nun Sicherheitslichtvorhänge und -gitter in Ex-Ausführung zur Verfügung. Dadurch lassen sich höchste Sicherheitsstandards mit bewährter Qualität kombinieren.
In zahlreichen Fertigungsbereichen besteht eine erhöhte Explosionsgefahr, beispielsweise in der Chemieindustrie, in Raffinerien oder in Lackierereien, wo entzündbare Beschichtungsstoffe verarbeitet werden. Auch in Branchen, in denen Schüttgüter verarbeitet werden – etwa in der Futtermittel- oder Recyclingindustrie, in Sägewerken oder in Betrieben der Getreideverarbeitung – kann Staub zu einer Explosionsgefahr führen. Für diese anspruchsvollen Einsatzbereiche wurden die Sicherheitslichtvorhänge und -gitter SLC/SLG440 in Ex-Ausführung entwickelt. Die optoelektronischen Schutzeinrichtungen können in besonders explosionsgefährdeten Gas- und Staub-Atmosphären der Zonen 1 / 21 zur Absicherung von Gefahrstellen eingesetzt werden. Sie bieten sowohl einen Finger- und Handschutz mit Auflösung 14 mm und 30 mm und Körperschutz für Gliedmaßen mit 2 bis 4 Strahlen. Verfügbar sind Reichweiten von 0,3 bis 20 m.
Die Sensorik ist in Schutzgehäusen mit Metallkappen staubdicht untergebracht und bietet mit dem geringen Gewicht die Voraussetzung für einfache Installation und Handhabung.
akYtec erweitert sein Portfolio um die Impulszähler CI200-LW und CI201-LW. Die neuen Produkte nutzen die Long-Range-Funktechnologie (LoRa) zum Senden und Empfangen von Daten. Typische Anwendungsbereiche sind das Messen und Verarbeiten von Verbrauchsdaten und generell Daten aus automatisierten IoT-Prozessen, die drahtlos über große Entfernungen übertragen werden, beispielsweise in der Agrartechnik. Sie eignen sich auch für öffentliche Versorgungsunternehmen, kommunale Infrastruktur, Fernwärme- und Wassernetze, Gebäude- und Facility-Management sowie Industrieanlagen, in denen eine Verkabelung schwierig oder kostspielig ist. Einsatzbeispiele sind die Zählerdatenerfassung und Pumpenüberwachung, Messungen von Umweltdaten sowie Energieverteilungssystemen. Das Gehäuse mit Schutzart IP 65 schirmt die neuen LoRaWAN-Geräte von akYtec gegen Umwelteinflüsse ab, sie können in einem Temperaturbereich von -40 °C bis +70 °C betrieben werden.
Die beiden Impulszähler CI200-LW und CI201-LW von akYtec lesen Verbrauchsdaten von Zählern aus und übertragen diese über das LoRa-Funknetzwerk (Unterstützung für LoRaWAN 1.0.4) an Gateways. Der Vorteil: Sie erfassen Daten von entfernten Standorten, ohne dass Kabel verlegt oder eine konstante externe Stromversorgung bereitgestellt werden muss – eine typische Herausforderung in Versorgungsunternehmen, in der Landwirtschaft oder in dezentralen Infrastrukturen.
Der Impulszähler CI200-LW überwacht den Status von bis zu vier verdrahteten diskreten Eingängen (Impulszählung oder Notfall-Signalerfassung), die Messwerte können gespeichert und übertragen werden. Das Gerät ist batteriebetrieben und kann optional an eine externe Gleichstromquelle angeschlossen werden. Betreiber können auf diese Weise die Zählerablesung automatisieren, ungewöhnliche Ereignisse frühzeitig zu erkennen und manuelle Inspektionen reduzieren – besonders nützlich für Pumpstationen, Reservoirs, Wärmeübergabestationen, Brunnen oder abgelegene Gebäude.
Der ebenfalls batteriebetriebene Impulszähler CI201-LW wurde speziell für die Verwendung mit Gaszählern der Serie Honeywell Elster Metronica BK entwickelt. Er wird an die Standardbuchse des Gaszählers angeschlossen und dient als Verbindung zu einem LoRa-Netzwerk. Gasversorger können mechanische Zähler digitalisieren, ohne sie zu ersetzen, und profitieren so von Fernablesungen. Ein integrierter Hall-Sensor erkennt Versuche, die Messung zu manipulieren oder zu beeinflussen – eine wichtige Anforderung in Gasmess- und Abrechnungssystemen.
Mit dem neuen DL-CAN-FD-R-FV stellt eks Engel einen Ringkoppler für CAN-FD-Netzwerke vor, der den weiterentwickelten CAN FD Standard unterstützt und so redundante Übertragungen mit höherer Geschwindigkeit ermöglicht. Das Bussystem Controller Area Network (CAN) ist in den 1980er Jahren ursprünglich für die Verkabelung in Fahrzeugen entstanden. In den vergangenen Jahrzehnten hat es sich in zahlreichen Anwendungsbereichen etabliert, und es sind immer neue technologische Weiterentwicklungen entstanden. Mit dem aktuellen CAN-FD-Standard – FD steht dabei für flexible data rate – kann die Übertragungsgeschwindigkeit im Vergleich zum herkömmlichen CAN-Standard um rund das Zehnfache gesteigert werden.
Der neue DL-CAN-FD-R-FV von eks ist ein Ringkoppler für solche CAN-FD-Netzwerke. Mit ihm lassen sich Segmente redundant über Lichtwellenleiter koppeln. Er unterstützt sowohl klassische CAN-Protokolle wie beispielsweise CANopen oder DeviceNet als auch CAN-FD mit Übertragungsraten von bis 8 Mbit/s.
Anwender können den Ringkoppler sehr einfach und komfortabel über ein im Gerät integriertes OLED-Display mit Bedientaste konfigurieren. Mit zwei Versorgungseingängen, die eine redundante Spannungsversorgung ermöglichen, ist eine hohe Betriebssicherheit gegeben. Sollte ein Fehler auftreten, signalisiert der Ringkoppler diesen auf dem Display, über die Status LEDs sowie über das integriertes Fehlerrelais. Der DL-CAN-FD-R-FV eignet sich für alle Anwendungen, in denen hohe Sicherheit bei der CAN-Übertragung gefordert ist.
Seit Einführung seiner elektronischen RFID-Sensoren (SRF) zur Überwachung von trennenden Schutzeinrichtungen vergleicht BERNSTEIN sein SMART Safety System gern mit einer Kette aus Gänseblümchen – einer „Daisy Chain“. Jeder Sensor, jeder Not-Halt-Schalter, jede Komponente reiht sich ein, nimmt das Sicherheitssignal auf, ergänzt es um eigene Informationen und reicht es weiter. So entsteht ein durchgängiges System – modular, zuverlässig und platzsparend. Mit dem neuen SLO hält nun erstmals eine Zuhaltung Einzug in diese Kette elektronischer Komponenten. Es überwacht und verschließt gleichzeitig so lange noch eine Gefahr besteht.
Der SLO ist eine elektromechanische Sicherheitszuhaltung der Bauart 4 nach DIN EN ISO 14119 mit RFID-Codierung und sicherer Zuhaltungsüberwachung. Trotz seiner kompakten Bauform von nur 30 × 30 × 135 mm bietet er eine Zuhaltekraft von 3000 N und Schutzart IP69. Die Türüberwachung und die Zuhaltungsüberwachung können jeweils, je nach Variante, bis zu Performance Level e (PL e) erreichen, was sie für anspruchsvolle Anwendungen prädestiniert. Dank variabler Codierstufen (gering, hoch, unikat) lässt sich der Manipulationsschutz gezielt an die Anforderungen der Anwendung anpassen – ohne zusätzlichen Konstruktionsaufwand.
Wie die anderen Elemente des smarten Systems ist auch der SLO voll in die Daisy Chain Diagnostic (DCD) eingebunden. Das bedeutet: Jeder SLO überträgt über die bestehende 4- oder 5-polige Leitung seinen Status. Es handelt sich dabei um eine Vielzahl von Informationen unter anderem beispielsweise, ob die Tür geschlossen ist, die Zuhaltung aktiv oder ein Fehler vorliegt – alle Informationen stehen zentral zur Verfügung.
Die Zustandsdaten können per Diagnosegerät über NFC auf ein Smartphone übertragen, mit I/O-Link in die Steuerung eingebunden oder – über die BERNSTEIN Module SCR P und SCx – per Profinet oder Ethernet an übergeordnete Systeme weitergeleitet werden. Das spart Zeit bei der Inbetriebnahme, vereinfacht die Fehlersuche und ermöglicht die vorausschauende Wartung.
Der SLO lässt sich mit anderen SLOs, SRF-Sensoren oder SEU-Not-Halt-Schaltern in Reihe schalten. Die Reihenschaltung bleibt sicher und erreicht auch in Kombination bis zu PL e, Kat. 4. So reduziert sich der Verdrahtungsaufwand, und gleichzeitig bleibt die Diagnosefähigkeit jedes einzelnen Elements erhalten. Der SLO erfüllt eine zentrale Anforderung der DIN EN ISO 14119: Eine Schutztür darf nur dann geöffnet werden, wenn die Gefahr beseitigt ist. Genau dort kommt der SLO zum Einsatz – in Verpackungsmaschinen, Holzbearbeitung, Spritzgussanlagen oder Werkzeugmaschinen. Ob Tür, Klappe oder Haube – wo sichere Zuhaltung erforderlich ist, passt sich der SLO flexibel ein.
In einer Industrieanlage gibt es zahlreiche rotierende Maschinen, zum Beispiel Pumpen, Turbinen, Kompressoren, Ventilatoren, Motoren, Zentrifugen, Umformer oder Rührwerke. Ein effizienter und stabiler Betrieb dieser Maschinen ist entscheidend, um Energieverluste zu reduzieren und die Leistung zu maximieren. Mit drahtlosen Sensoren und einem energieeffizienten Netzwerk lässt sich heute mit geringem Installationsaufwand die Infrastruktur für ein smartes Condition Monitoring implementieren – selbst in weitläufigen Anlagen, in hügeligem Gelände oder in explosionsgefährdeten Bereichen. Zur Überwachung der Maschinen kommen kompakte Sensoren zum Einsatz, die im Minuten- bis Stundentakt Vibrations-, Ultraschall- und Temperaturwerte erfassen. Über ein Low Power Wide Area Network (LPWAN) wie etwa LoRaWAN® – eine Funktechnologie, die auf hohe Distanzen und einen geringen Energieverbrauch ausgelegt ist – übertragen die Sensoren diese Daten sicher und effizient an ein Gateway. Dieses sendet die Messwerte an einen zentralen Netzwerkserver. Hier laufen die Rohdaten aller Endgeräte zusammen – je nach Anlage kann es sich um zehntausende von Sensoren handeln. Daneben beinhaltet das Netzwerk einen Anwendungsserver mit einer digitalen Plattform einschließlich eines KI-Tools, welches die Messwerte analysiert.
Auffällige Werte, etwa bei der Vibration, verraten frühzeitig, wenn etwas nicht einwandfrei läuft. Ein Algorithmus identifiziert Fehler, lange bevor die Maschine tatsächlich ausfallen würde. Für diese smarte Überwachung spielt maschinelles Lernen eine wesentliche Rolle. Wenn die Sensoren installiert sind, messen sie zunächst zwei bis drei Wochen lang im normalen Betrieb. Anhand dieser Daten erstellt das KI-Tool für jede Pumpe, jeden Motor und so weiter ein individuelles Modell. Das Modell bildet ab, welche Messwerte normal sind und welche auf einen Fehler hindeuten. Von nun an gleicht das Tool alle neuen Sensordaten mit dem Modell ab und generiert einen Anomaly Score. Dabei geht es nicht allein darum, dass beispielsweise ein definierter Schwellenwert überschritten wird, sondern der Score errechnet sich aus einer Menge an Messwerten in unterschiedlichen Prozessphasen. Ein Anomaly Score von 0 bis 100 Prozent gibt an, inwieweit die Daten in einem bestimmten Zeitraum der Erwartung entsprechen.
Je nachdem, in welcher Hinsicht die Daten vom Referenzmodell abweichen, klassifiziert das Tool Auffälligkeiten außerdem nach bestimmten Fehlerkategorien. Das heißt, die Software erkennt in abweichenden Werten ein Muster und bestimmt davon ausgehend die wahrscheinliche Fehlerursache. Bislang übernehmen häufig Spezialisten die Aufgabe, Rohdaten anhand von Erfahrungswerten auf potenzielle Fehler und deren Ursachen zu prüfen. Diese aufwändige Vorgehensweise lässt sich durch Automatisierung erheblich vereinfachen, da ein KI-Tool in kürzester Zeit die relevanten Informationen identifiziert und Schlussfolgerungen daraus ableitet. In Zeiten des Fachkräftemangels ist dies eine wichtige Unterstützung für Expertenteams, die zahlreiche Maschinen überwachen müssen. Zudem erkennt ein intelligenter Algorithmus Abweichungen in den Daten sehr früh – so auch in folgendem Praxisbeispiel aus der Chemieindustrie.
Im Frühjahr 2025 hat ein Hersteller von Kunststoffen die Condition-Monitoring-Lösung von WIKA in einem seiner Werke implementiert. Zu diesem Zeitpunkt rechnete niemand damit, dass das Tool schon bald einen Ausfall verhindern würde. An einem Rührkesselreaktor hatte man an mehreren Stellen Sensoren installiert: am Motorausgang, an einem Ausgang des Getriebes und an der Dichtung am Kesselboden. Als die Lösung einige Wochen in Betrieb war, registrierte die Software einen leichten Anstieg des Anomaly Scores. Die Daten zeigten erhöhte Ultraschallwerte, zunächst nur minimal höher als erwartet. Rund zwei Wochen später stieg die Kurve stärker an. Im hochfrequenten Bereich blieb der Ultraschallpegel über mehrere Tage deutlich erhöht. Hinzu kamen kurze Zeit später auffällige Werte bei der Vibration. Als der Betreiber den Rührkesselreaktor am nächsten Wochenende abschaltete, musste das Wartungsteam nicht lange nach der Ursache suchen. Die Kugeln des Kugellagers im oberen Teil des Reaktors waren gebrochen. Die Condition-Monitoring-Software hatte den Fehler mehr als einen Monat zuvor in den Messdaten erkannt. Anderenfalls wäre der Betreiber vom Ausfall des Reaktors überrascht worden und hätte den Betrieb ungeplant unterbrechen müssen. So wurde er frühzeitig gewarnt und konnte den Fehler zu einem günstigen Zeitpunkt koordiniert beheben.
Eine weltweit tätige Bergbau-Unternehmensgruppe führte die Lösung im Rahmen einer Digitalisierungsinitiative zunächst an sieben Standorten ein – mit einem klaren Fokus auf Prozessoptimierung und Kostenreduktion. WIKA installierte die Sensoren an verschiedensten Anlagen, von Lüftungen über Pumpenkompressoren bis hin zu sogenannten Brechern. Diese Maschinen zerkleinern Gestein oder Kohle für die Weiterverarbeitung und werden von sehr großen Motoren angetrieben. Früher fanden Wartungseinsätze in regelmäßigen Abständen statt und wenn Arbeiter beispielsweise auffällige Geräusche bemerkten. Dabei gab es häufig den Fall, dass eine Wartung noch nicht nötig gewesen wäre. Die Kennzahlen, mit denen das Bergbauunternehmen den Erfolg der Condition-Monitoring-Plattform evaluiert, haben gezeigt: Dank der KI-gestützten vorausschauenden Überwachung kommt dies nur noch selten vor. Der Anteil an Wartungsaufträgen, bei denen tatsächlich Hand angelegt werden musste, hat sich im Vergleich zu früher verdreifacht. Dabei setzt das Unternehmen nicht nur seine Ressourcen wesentlich effektiver ein, sondern es hat auch die Ausfallrate auf ein Minimum reduziert. Je nach Anwendung registrierten die sieben Standorte 40 bis 60 Prozent weniger Maschinenausfälle – das entspricht Einsparungen in Höhe von insgesamt 100.000 bis 300.000 Euro pro Monat. Sein Ziel, in weniger als sechs Monaten den Return on Investment der Lösung zu verzeichnen, hat das Unternehmen damit erreicht.
Dank LPWAN-Funktechnologien wie beispielsweise LoRaWAN® können Betreiber von Industrieanlagen heute mit geringem Aufwand ein IIoT-Netzwerk implementieren. Smarte, drahtlose Sensoren erfassen an jeglicher Art von rotierenden Maschinen Temperatur-, Vibrations- und Ultraschallwerte. Ein intelligentes Analysetool leitet aus den Daten zuverlässige Aussagen über die Maschinenzustände ab. Betreiber erfahren nicht nur frühzeitig, wo ein Fehler auftritt, sondern auch seine wahrscheinliche Ursache. Das smarte Condition Monitoring ermöglicht es somit, Wartungsprozesse zu optimieren, Ausfälle zu vermeiden und Kosten zu senken. Erfahrungen von Unternehmen verschiedener Industrien untermauern den Nutzen und schnellen Return on Investment einer IIoT-basierten, KI-gestützten vorausschauenden Wartung.
Mit einem neu entwickelten Messkern mit hochauflösender Empfängerzeile und einem optimierten optischen System erreicht der neue SICK OD200 Displacement-Sensor zuverlässiges, reproduzierbares Detektions- und Schaltverhalten auch in anspruchsvollen Applikationen. In industriellen Produktions-, Montage- und Qualitätsprozessen stellen reflektierende, unregelmäßige oder komplex strukturierte Materialoberflächen wie Kohlefaserverbundwerkstoffe, Druckguss oder fein texturierte Metalle eine Herausforderung für präzise Messungen dar, da sie zu ungenauen oder fehlenden Messwerten führen können – insbesondere bei schwierigen Lichtverhältnissen oder kleinen Bauteilen.
Der Sensor liefert bei schwierigen Oberflächen stabilere und genauere Messergebnisse. Verantwortlich dafür ist zunächst der neu entwickelte Triangulations-Messkern mit seinen leistungsfähigen Auswertungsalgorithmen. Er ist aktuell für Prozessgeschwindigkeiten bis 3 kHz ausgelegt und zur aktuell in verschiedenen Sensorvarianten für Messbereiche von 25 mm bis 160 mm verfügbar. Zudem sorgt die hochauflösende Empfangseinheit dafür, dass auch remissionsschwache Oberflächen sicher detektiert werden. Schließlich wurde auch das optische System hinsichtlich der Geometrie und Homogenität des Lichtflecks sowie der Fremdlichtsicherheit weiter optimiert. Im Zusammenspiel gewährleisten diese Merkmale bei hochglänzenden, reflektierenden oder fast remissionslosen Objekten ebenso ein zuverlässiges Mess- und Schaltverhalten wie bei strukturierten und inhomogenen Oberflächen oder bei kritischer Umgebungshelligkeit. Störungen durch Falschmessungen und ausbleibende Signale sind dadurch im Vergleich zu Geräten des Marktstandards signifikant reduziert. Dies bedeutet weniger Stillstand, weniger Einstell- und Wartungsaufwand und höhere Produktivität.
Industriegerecht und einfach gestalten sich die Integration und die Inbetriebnahme des OD200. Dank Miniaturgehäuse findet der Sensor auch in beengten Einbausituationen ausreichend Montageraum. Intelligente Voreinstellungen und Algorithmen sowie bei Bedarf die intuitive, menügeführte Bedienoberfläche im Display des Gerätes vereinfachen das Setup und den Betrieb des Sensors. Dieses Plug and Play ohne jede weitere Parametrierung spart Zeit. Die Konnektivitätsoptionen des OD200 umfassen mit IO-Link, einem analogen Strom-/Spannungsausgang sowie je einem Schaltein- und -ausgang alle erforderlichen und industrieüblichen Schnittstellen und I/Os. Dadurch bietet der OD200 ein hohes Maß an Flexibilität bei der Integration in Automatisierungssysteme und Industrie 4.0-Umgebungen.
Neben den eigentlichen Messdaten stellt der OD200 auch verschiedene Betriebsdaten bereit, beispielsweise hinsichtlich der Belichtungszeit oder der Breite des Signalpeaks, die zur Abstandsberechnung ausgewertet wird. Diese Informationen aus dem laufenden Betrieb können sowohl für die Inline-Optimierung der Sensorperformance als auch für Anwendungen im Rahmen eines Condition Monitoring des Sensors oder der Prozesse genutzt werden.
Der Hall-Effekt-Drehgeber MP1612 von MEGATRON baut sehr kompakt und seine Sensorik arbeitet verschleißfrei mit einem hochwertigen Gleitlager. So absolviert er spielend mehr als 100 Millionen Umdrehungen. Die Elektronik des MP1612 ist in einem widerstandsfähigen Metallgehäuse untergebracht, das die Anforderungen der Schutzart IP65 erfüllt. Damit eignet sich der Encoder sehr gut für den Einsatz in mobilen Maschinen und Fahrzeugen, in denen Erschütterungen, Staub und Feuchtigkeit zum Alltag gehören.
Der MP1612 bietet einen Spannungsausgang von 0,5…4,5 V bei einer Auflösung von 12 Bit und einen weiten Betriebstemperaturbereich von –40 °C…+105 °C. Mit einer Gehäusetiefe von 11,5 mm und einem Gehäusedurchmesser von 12 mm findet der Singleturn-Encoder selbst in sehr engen Bauräumen problemlos Platz, wie sie u. a. in Bedienpanels, Joysticks oder kompakten Steuergehäusen von AGVs, Flurförderzeugen und Agrarmaschinen zu finden sind.
Der MP1612 ist aufgrund seines weiten Arbeitstemperaturbereichs und seiner hohen Schutzart optimal für Anwendungen mit erhöhten Umweltanforderungen geeignet. Auf Wunsch liefert MEGATRON den Drehgeber auch mit redundanter Elektronik oder SIN-COS-Ausgang. Die mechanische Befestigung des Encoders erfolgt entweder über ein metrisches Bushing-Gewinde mit Befestigungsmutter und Zahnscheibe oder mittels eines Flansches. Dadurch ist selbst bei sehr beengten Platzverhältnissen eine schnelle und sichere Integration des Gebers in die Anwendung möglich.
In knapp einem Jahr ist es soweit: Ab dem 20. Januar 2027 gilt die neue EU-Maschinenverordnung 2023/1230. Um die Betriebssicherheit zu erhöhen und eine verlässliche Basis für zukunftsfähige Automatisierungslösungen in einer immer vernetzteren Industrie zu schaffen, sollten sich Unternehmen jetzt intensiv mit den neuen Anforderungen auseinandersetzen. Der Übergang von der bisherigen Maschinenrichtlinie 2006/42/EG zur neuen Verordnung markiert einen bedeutenden Wandel in den rechtlichen Vorgaben für Maschinen, Anlagen und zugehörige Produkte.
Für Systemintegratoren beinhaltet das strengere Anforderungen bei der Integration von KI-basierten Systemen, autonomen Maschinen und vernetzten Geräten. Aber auch Endnutzer, etwa die Betreiber komplexer Maschinensysteme, sollten sich auf die Änderungen vorbereiten, um einen reibungslosen Übergang sicherzustellen. Denn auch wenn grundlegende Sicherheitsziele bestehen bleiben, rücken digitale Aspekte vermehrt in den Fokus. Cybersicherheit, KI-basierte Funktionen und vernetzte Systeme werden verbindlicher Bestandteil der Maschinensicherheit.
Das oberste Ziel: Maschinen sollen sicher konstruiert, gebaut und betrieben werden können. Neu ist jedoch der Ansatz. Als Verordnung gilt das Regelwerk unmittelbar in allen EU-Mitgliedstaaten, ohne nationale Umsetzung. Zudem orientiert sich die Maschinenverordnung am New Legislative Framework (NLF) und schafft so einheitlichere Prozesse für Konformitätsbewertungen, vor allem bei Hochrisikomaschinen und neuen Technologien. Durch die Harmonisierung mit anderen EU-Rechtsakten, etwa KI-Verordnung oder Cyber Resilience Act (CRA), entsteht ein kohärenter Rechtsrahmen, der Sicherheit und Digitalisierung in der industriellen Praxis vereint.
Maschinen müssen künftig so ausgelegt sein, dass Manipulationen, unbefugter Zugriff oder Cyberangriffe sicherheitskritische Funktionen nicht beeinträchtigen können. Das betrifft sowohl physische Schnittstellen wie USB-Ports als auch digitale Angriffsflächen in vernetzten Systemen. Der Cyber Resilience Act (CRA) ergänzt hier die Maschinenverordnung: Er fordert „Security by Design” und „Security by Default” für alle Produkte mit digitalen Inhalten, also auch für Steuerungen, Sensoren und Aktoren im industriellen Umfeld.
Aktuelle Zahlen zeigen, wie dringlich das Thema ist: Nach Angaben des Branchenverbands Bitkom verursachten Cyberangriffe auf industrielle Systeme 2024 weltweit Schäden von über 178 Milliarden Euro, rund 30 Milliarden mehr als im Vorjahr, Tendenz steigend. Ein einzelner Angriff kann Produktionslinien lahmlegen, Lieferketten unterbrechen und Umsätze massiv beeinträchtigen. Unternehmen müssen deshalb Schutzmaßnahmen auf allen Ebenen etablieren, von der Produktentwicklung bis zum laufenden Betrieb.
OMRON hat frühzeitig auf die neuen Anforderungen reagiert und umfangreiche Maßnahmen umgesetzt, um sowohl die Vorgaben der Maschinenverordnung als auch die Anforderungen des Cyber Resilience Acts zu erfüllen. Im Zentrum steht dabei das Defense-in-Depth-Prinzip, ein mehrschichtiges Sicherheitskonzept, das mehrere Schutzebenen kombiniert. Dazu gehören:
Hilfreich ist zudem eine Security Guideline für Steuerungen und Automatisierungssysteme, die Schritt für Schritt zeigt, wie sich bestehende Maschinen auf den neuesten Sicherheitsstandard bringen lassen. Ergänzend bietet ein Vulnerability Advisory Service eine zentrale Plattform, über die Schwachstellen gemeldet, bewertet und kommuniziert werden. So entsteht eine durchgängige Transparenz über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg, zentraler Baustein des CRA.
In der Produktentwicklung ist „Security by Design“ empfehlenswert: Sicherheitsfunktionen werden nicht nachträglich ergänzt, sondern sind integraler Bestandteil jeder neuen Hardware- und Softwaregeneration. Dazu zählen Funktionen wie sichere Boot-Prozesse, manipulationssichere Firmware-Updates und kryptografisch signierte Kommunikationsprotokolle.
Besonders anspruchsvoll sind die neuen Anforderungen für Maschinen mit KI-basierten oder adaptiven Funktionen. Systeme mit Lernfähigkeit müssen nachweisen, dass sich ihr Verhalten nicht sicherheitskritisch verändert. Ratsam ist es hierbei, KI-gestützte Prozessoptimierung mit umfassenden Sicherheitsmechanismen zu kombinieren, um Risiken frühzeitig zu erkennen. Dazu gehören integrierte Überwachungsfunktionen, die Änderungen im Systemverhalten automatisch prüfen und protokollieren, ein entscheidender Schritt in Richtung „sichere KI“.
Da es keine Übergangsfrist gibt, muss die vollständige Konformität bis Januar 2027 erreicht sein. Unternehmen sollten daher so schnell wie möglich mit einer Risikoanalyse beginnen und prüfen, welche Komponenten und Systeme bereits die Anforderungen von Maschinenverordnung und CRA erfüllen. Eine enge Zusammenarbeit mit Herstellern kann hier entscheidende Vorteile bieten, etwa durch vorkonfigurierte Sicherheitsfunktionen, Schulungsangebote und praxisorientierte Leitfäden.
Die neue EU-Maschinenverordnung ist weit mehr als ein juristisches Update. Sie leitet eine Ära ein, in der digitale und physische Sicherheit untrennbar miteinander verbunden sind. Innovative Hersteller zeigen, wie moderne Automatisierungslösungen nicht nur effizient, sondern auch resilient werden. Digitale Schutzmaßnahmen werden dabei erstmals ganzheitlich in die Maschinensicherheit integriert. Durch sichere Steuerungssysteme, verschlüsselte Kommunikation und klar definierte Zugriffskontrollen lässt sich so ein umfassendes Sicherheitskonzept schaffen. Hierdurch können Maschinenbauer und Betreiber ihre Anlagen zuverlässig vor unbefugtem Zugriff und Manipulation schützen und gleichzeitig regulatorische Anforderungen wie Maschinenverordnung oder Cyber Resilience Act erfüllen.
Ab Januar 2027 gilt die neue EU-Maschinenverordnung 2023/1230. Dies markiert einen bedeutenden Wandel in den rechtlichen Vorgaben für Maschinen, Anlagen und zugehörige Technologien. Für Systemintegratoren beinhaltet das strengere Anforderungen bei der Integration von KI-basierten Systemen, autonomen Maschinen und vernetzten Geräten. Aber auch Endnutzer müssen sich vorbereiten, um einen reibungslosen Übergang sicherzustellen. Denn auch wenn grundlegende Sicherheitsziele bestehen bleiben, rücken digitale Risiken vermehrt in den Fokus. Cybersicherheit, KI-basierte Funktionen und vernetzte Systeme werden verbindlicher Bestandteil der Maschinensicherheit.
Besonders betroffen sind kollaborative Roboter, autonome Maschinen und Anwendungen mit selbstlernenden Systemen. So müssen Hersteller und Betreiber künftig nachweisen, dass Manipulationen, unbefugter Zugriff oder Cyberangriffe sicherheitskritische Funktionen nicht beeinträchtigen können. Für KI-Systeme mit adaptivem Verhalten steigen die Anforderungen an Risikobeurteilung, Validierung und an Konformitätsbewertungen durch Dritte. Da es keine Übergangsfrist gibt, ist Handeln angesagt. Die Bestandsaufnahme bestehender Maschinen, die Einführung neuer Sicherheits- und Cybersecurity-Standards sowie gezielte Schulungen sind wichtige erste Schritte.
Der belgische Maschinenhersteller Texprofin entwickelte eine Reihe automatisierter Handtuchfaltmaschinen unter Verwendung von Produkten des Spezialisten für industrielle Automatisierung Inovance. Die neue Maschine bietet die schnellsten Handtuchfaltgeschwindigkeiten der Branche mit bis zu 1.500 Teilen pro Stunde. Positiv hervorgehoben werden von dem Maschnenbauer von Inovance bereitgestellte Produkte, sowie der Supports und die Expertise, die zur Erreichung dieses Ziels beigetragen haben.
Die Partnerschaft von Inovance mit Texprofin wird nun auf einen Zuführroboter ausgeweitet, den das Unternehmen zur Ergänzung seines Portfolios an Handtuchfaltmaschinen entwickelt. Die hochmoderne Handtuchfaltmaschine ist nicht nur schneller als die Wettbewerbsmaschinen, sondern auch flexibler und kann zum Falten von Handtüchern, Mischwäsche, Spannbettlaken, Inkontinenzeinlagen und mehr eingesetzt werden. Dank der von Inovance bereitgestellten Servoantriebe, Servomotoren und weiteren Komponenten können die Handtuchfaltmaschinen ein hohes Leistungsniveau aufrechterhalten, ohne die Kosten für den Endanwender zu erhöhen.
Für dieses spezielle Projekt wählte Texprofin Inovance als Partner, da das Unternehmen nicht nur in der Lage ist, branchenführende Servoantriebe und -motoren bereitzustellen, sondern auch fachkundigen technischen Support bietet. Inovance verfolgte einen praxisorientierten Ansatz bei der Unterstützung von Texprofin bei der Überprüfung und Optimierung der elektronischen Komponenten der Handtuchfalter. Zudem bietet Inovance Beratung bei der Auswahl von Antrieben, Servomotoren und weiteren Komponenten für die Entwicklung des neuen Zuführroboters von Texprofin. Die in den Handtuchfaltern eingesetzten Inovance-Produkte sind:
Während der Entwicklung des Handtuchfalters musste Texprofin die Bewegungssteuerung der Servomotoren exakt abstimmen, um eine hohe Produktionsqualität und gleichbleibende Faltmuster zu erreichen. Der Einsatz von Servomotoren ist in der Branche noch relativ neu. Dieser Anpassungsprozess war sehr komplex, doch die Unterstützung durch den technischen Support von Inovance führte zu einem schnelleren und vielseitigeren Falter als jedes andere auf dem Markt erhältliche Modell. Zudem konnte Texprofin ein einfacheres Maschinendesign umsetzen und dadurch die Gesamtkosten für Endanwender senken. Texprofin hebt die enge Zusammenarbeit mit den Ingenieuren von Inovance als wichtigen Faktor für die Einhaltung von Fristen und das Erreichen seiner Ziele hervor.
Yves Dabrowiecki, CEO von Texprofin, sagt: „Unser Ziel ist es, Marktführer im Bereich automatisierter Handtuchfalter für industrielle Wäschereien zu werden. Ein entscheidender Faktor hierfür ist die Unterstützung durch starke Partner wie Inovance. Ihr Beitrag geht über die Lieferung leistungsstarker Produkte hinaus und umfasst fachkundige Beratung sowie zuverlässigen After-Sales-Support, während unser Unternehmen weiter wächst. Vielen Dank an das Team von Inovance Frankreich für die großartige Unterstützung über die Jahre hinweg.“
Cedric Pujols, General Manager bei Inovance Technology France, ergänzt: „Der kollaborative Prozess mit Texprofin verlief von Anfang bis Ende reibungslos, und es ist besonders erfreulich, die Früchte unserer Arbeit zu sehen. Wir waren beeindruckt von der Hingabe von Texprofin, die beste Technologie zu einem angemessenen Preis bereitzustellen. Ihr Anspruch, Marktführer zu werden, ist inspirierend, und wir freuen uns darauf, sie weiterhin auf ihrem Weg zu begleiten.“
Mit Industrial POWERISE vom Typ IPR40 stellt Stabilus ab sofort elektromechanische Antriebe nach Maß zur Verfügung. Mit der Option Customized to Order können Kunden die erfolgreichen Aktuatoren von Stabilus jetzt genau für ihre industrielle Anwendung spezifisch konfigurieren lassen, und das bereits ab Losgröße 1.
Konstrukteure, die im Standardsortiment der Aktuatoren von Stabilus nicht fündig werden, erhalten nun auf Anfrage sowie nach kurzer Fertigungs- und Lieferzeit eine Individuallösung. Dabei begleiten je nach Anwendung entweder Ingenieure von Stabilus oder von den Expertenmarken ACE Stoßdämpfer GmbH oder HAHN Gasfedern GmbH die Interessenten von der Auslegung bis zur Inbetriebnahme.
Die schlanken, kompakten elektromechanischen Spindelantriebe vom Typ IPR40 sind sowohl von den Anschlüssen her als auch hinsichtlich der Ausgangskräfte, Hublängen und Geschwindigkeiten kundenspezifisch präzise variierbar. Sie nehmen wenig Bauraum ein und werden je nach Bedarf für 12 V oder 24 V Stromversorgung sowie in wasserfester IP67-Ausführung ausgeliefert. Zudem lassen sie sich bei Anwendungen, in denen höhere Massen zu bewegen und steuern sind, ideal mit Industriegasfedern aus der Stabilus-Gruppe kombinieren. Zu den Dienstleistungen, welche diese maßgeschneiderten Antriebsinnovationen begleiten, gehören Auslegung, Konfiguration und Inbetriebnahme, auf Wunsch vor Ort, inklusive aller Einstellungen und Parametrierungen der elektronischen Steuereinheiten (ECU).
Nach der nun erfolgenden Markteinführung für den Typ IPR40 wird Stabilus die Option Customized to Order auf die gesamte Familie der elektromechanischen Antriebe ausweiten.
Das neue igus drylin SLW-0620-Ds08 Linearmodul mit Spindelantrieb ermöglicht laufruhige Hublängen von bis zu 300 mm, arbeitet komplett schmierfrei und ist PTFE-frei sowie PFAS-geprüft. Das neue Miniatur-Linearmodul drylin SLW-0620-Ds08 ist geeignet für den Einbau in Automationslösungen mit begrenztem Bauraum, etwa in Laborrobotern mit beweglichen Pipettierköpfen, die Proben automatisch aufnehmen, verteilen und wieder ablegen. Das Modul ist nur 22 mm hoch und 32 mm breit. Erhältlich ist es ab sofort in den Farben silber eloxiert und schwarz eloxiert.
Trotz seiner kompakten Bauweise ermöglicht das neue Miniatur-Linearmodul einen Hubweg von bis zu 300 mm. Die neue Lösung ermöglicht Geschwindigkeiten von bis zu 200 mm/s. Möglich macht das ein dryspin Steilgewinde, bei dem die Gewindesteigung so hoch ist, dass eine Umdrehung einer Steigung von 40 mm entspricht. Der Spindeldurchmesser beträgt 8 mm, um bei diesen Geschwindigkeiten Steifigkeit und Laufruhe gewährleisten zu können. Die maximale statische, axiale Tragfähigkeit liegt bei 50 N, die maximale radiale Tragfähigkeit bei 200 N.
Die Linearachse drylin SLW-0620-Ds08 ist für Einsatzbereiche mit hohen Hygieneanforderungen konzipiert. Sie kommt ohne externe Schmierstoffe aus: Der Schlitten bewegt sich auf einer Aluminiumschiene über Gleitlager aus dem iglidur JPF, einem PTFE‑freien und PFAS‑geprüften Werkstoff. Dadurch läuft das System reibungsarm im Trockenbetrieb und Anwender sind bereits auf mögliche künftige EU‑Regulierungen vorbereitet.
Die TBIF-Serie von TURCK ist eine intelligente elektronische Sicherung im robusten IP67-Gehäuse für die 24-VDC-Stromversorgung im Feld. Sie schützt Lasten bis 4 A selektiv und ermöglicht die Absicherung von 16 auf 4 A für modulare Maschinenkonzepte ohne Schaltschrank. Über IO-Link bietet die Sicherung Fernreset, Diagnose und Zustandsüberwachung von Spannung und Strom, die Kanäle lassen sich zu- und abschalten. Für kostenoptimierte Anwendungen ist auch ein Stand-alone-Betrieb mit manuellem Reset direkt am Gerät möglich. So lassen sich Stillstandszeiten reduzieren und Wartungskosten senken.
Die kompakte Bauform erleichtert die Montage in der Anlage. Die Inbetriebnahme vereinfacht die IIoT- und Service-Plattform TURCK Automation Suite TAS. TURCK bietet die IP67-Sicherung in drei Varianten an: mit zwei M8-Ausgängen, mit zwei M12-Ausgängen sowie mit jeweils zwei M8- und M12-Ausgängen.
Metz Connect präsentiert auf der light+building 2026 Anfang März erstmals den neuen „field plug ultra short“. Der kompakte, feldkonfektionierbare Steckverbinder mit IDC-Anschlusstechnik für platzbeschränkte Anwendungen kann in der Industrie und Gebäudetechnik eingesetzt werden.
Der field plug ultra short ist einer der kürzesten RJ45 Steckverbinder mit IDC-Anschlusstechnik am Markt. Die kompakte Bauform ermöglicht zuverlässige Verbindungen selbst in engsten Einbausituationen. Trotz der geringen Maße erfüllt er alle relevanten Normen und liefert hohe Performance, unter anderem Datenübertragungsraten bis 10 Gbit/s gemäß IEEE 802.3an und Remote-Powering bis 90 W (4PPoE gemäß IEEE 802.3bt).
Als einer der kürzesten feldkonfektionierbaren RJ45-Steckverbinder ersetzt er Standardstecker platzsparend. Die IDC-Anschlusstechnik mit integrierten Schneidklemmen vereinfacht die Installation vor Ort, da für den Anschluss des Datenkabels kein Spezialwerkzeug erforderlich ist. Der Steckverbinder spart Zeit in der Montage, ist eine kostengünstige Lösung und bietet maximale Flexibilität bei der Installation. Unterstützt werden 2- bis 4-paarige Datenleitungen nach AWG 26/1-22/1 sowie Litzenleiter nach AWG 26/7-22/7.
Der RJ45 field plug ultra short ist optimal für Installationen mit begrenztem Platzangebot, z. B. bei IP-Kameras in kleinen Gehäusen oder WLAN Access Points, wenn eine platzsparende Decken- oder Wandmontage notwendig ist. Er ermöglicht eine hohe Packungsdichte bei strukturierter Verkabelung in Schaltschränken, die unauffällige Integration in moderne Gebäudetechnik (Smart Building) und zuverlässige Verbindungen in engen industriellen Maschinenräumen
Die TMR-10WI-Serie von Traco umfasst eine Reihe von isolierten 10-Watt-DC/DC-Wandlern, die besonders vielseitig einsetzbar sind und einen weiten Eingangsspannungsbereich von 4,5 VDC bis 75 VDC bieten. Dank ihres hohen Wirkungsgrads von bis zu 89 % können diese Wandler in einem kompakten SIL-8-Gehäuse untergebracht werden, ohne dass die thermische Leistung beeinträchtigt wird.
Jedes Gerät verfügt über umfassende Schutzfunktionen wie Kurzschlussschutz, Überstrombegrenzung und Unterspannungssperrschaltung sowie über eine externe Ein/Aus-Funktion. Die nach IEC/EN/UL 62368-1 zertifizierte Serie unterstützt einen Arbeitstemperaturbereich von −40 °C bis +70 °C und ist für Betriebshöhen bis zu 5.000 Metern ausgelegt. Die in einem robusten SIL-8-Kunststoffgehäuse untergebrachten Wandler sind sowohl mit Einzel- als auch mit Dualausgang erhältlich und stellen somit eine zuverlässige Lösung für unterschiedlichste industrielle Anwendungen dar.
TE Connectivity (TE) stellt einen Single-Pair-Ethernet- (SPE) Hybridstecker im M12-Format vor. Mit dieser Neuentwicklung haben Anwender die Möglichkeit, Systeme und Maschinen in die Netzwerke der Produktionshallen einzubinden.
Die neuen SPE-M12-Hybridsteckverbinder von TE, die der Norm IEC 63171-7 entsprechen, dienen zur Integration von leistungsstarken Feldgeräten in das Netzwerk und übertragen große Datenmengen in Echtzeit an das Steuerungssystem bzw. zur Cloud. Die Steckverbinder unterstützen die Übertragung von High-Speed-Daten und bisher unerreichter Stromstärken über ein einziges Kabel. Dadurch eignet sich diese Anschlusstechnik perfekt für Robotik-Systeme und Antriebe sowie für zukünftige IIoT-Anwendungen in der Automatisierungstechnik.
Insbesondere wird der Trend zur Miniaturisierung unterstützt, da Geräte (z. B. Cobots, Greifer, Sensoren und Bildverarbeitungssysteme) ohne höheren Platzbedarf eine größere Leistung mit dem gleichen M12-Formfaktor erzielen können.
Bestehende Hybridsteckverbinder, die der Norm IEC 61076-2-113 entsprechen, liefern nur 2 x 6 A und 100 Mbit/s, was den Einsatz von Hochleistungsgeräten und den schnellen Datenaustausch einschränkt. Der neue SPE-M12-Hybrid von TE ist ein Industriesteckverbinder, der die Daten- und Leistungsübertragung in einer einzigen Schnittstelle kombiniert. Er unterstützt die Highspeed-Datenübertragung bis zu 1 Gbit/s und die Echtzeitkommunikation in industriellen Anwendungen mit 10mal höheren Datenraten als bislang üblich. Die Stromversorgung mit 2 x 8 A ermöglicht den Betrieb leistungsstarker Komponenten bis etwa 1 kW.
Der Stecker ist für raue Umgebungen entwickelt und in Schutzart IP67 ausgelegt. Durch ein vereinheitlichtes Steckergesicht unterstützt er Interoperabilität zwischen Geräten und Herstellern. Das integrierte Design hilft dabei, die Verkabelung zu vereinfachen, Kabelgewirr zu vermeiden und Installationskosten zu senken.
TIMGlobal Media BV
Ruhrallee 185 - 45136 Essen - Deutschland
o.erenberk@tim-europe.com - www.ien-dach.de
Verlagsrepräsentanten