Wenn’s eng wird an der Maschine: Sicherer Schutz für kleine Bauräume

Faltenbälge sind der Klassiker im Maschinenschutz. Doch was, wenn in der Anlage nur ein kleiner Bauraum verfügbar oder zu schützen ist? Für diese Fälle bietet Hema mit Rollbandabdeckungen und Gliederschürzen platzsparende wie flexible Alternativen.

  • Rollbandabdeckungen und Gliederschürzen bleiben eng an der Maschine und beanspruchen wenig Platz in der Fläche.  Bild: HEMA Maschinen- und Apparateschutz GmbH
    Rollbandabdeckungen und Gliederschürzen bleiben eng an der Maschine und beanspruchen wenig Platz in der Fläche. Bild: HEMA Maschinen- und Apparateschutz GmbH
  • Gliederschürzen werden meist aus Aluminiumhohlprofilen gefertigt, sind aber auch mit Gliederelementen aus Kunststoffen, Messing sowie mit Sichtfenstern erhältlich Bild: HEMA Maschinen- und Apparateschutz GmbH
    Gliederschürzen werden meist aus Aluminiumhohlprofilen gefertigt, sind aber auch mit Gliederelementen aus Kunststoffen, Messing sowie mit Sichtfenstern erhältlich Bild: HEMA Maschinen- und Apparateschutz GmbH
  • Mit entsprechenden Führungsschienen lassen sich Gliederschürzen entlang des zu schützenden Bereichs lenken Bild: HEMA Maschinen- und Apparateschutz GmbH
    Mit entsprechenden Führungsschienen lassen sich Gliederschürzen entlang des zu schützenden Bereichs lenken Bild: HEMA Maschinen- und Apparateschutz GmbH

Ein passgenauer Maschinenschutz ist unabdingbar. Er hält Staub, Verschmutzungen, Späne und Funken vom Inneren der Anlage ab, die dadurch lange funktionsfähig bleibt. Zugleich sorgen Schutzsysteme für eine erhöhte Arbeitssicherheit, indem sie ein unbeabsichtigtes Eingreifen in die Anlage verhindern. Hema ist spezialisiert auf das Entwickeln und Fertigen von Schutzsystemen rund um die Produktionsmaschine. Das Kerngeschäft sind Faltenbälge, mit denen der Hersteller Ende der 1970er-Jahre startete.

Geringer Platzbedarf

Hema kennt die Anforderungen in der zerspanenden Bearbeitung. Denn obwohl Faltenbälge in Konstruktion und Material immer individuell auf den jeweiligen Bedarf ausgelegt werden, gibt es zwei Applikationen, für die sie nicht das geeignete Schutzsystem sind: Bereiche, in denen der kostbare Bauraum knapp ist, oder Anwendungen, die nicht vollständig abgedeckt werden müssen. Ein Beispiel sind CNC-Bearbeitungsmaschinen, wo nur wenig Platz verfügbar ist, um die Werkzeugwechselstation vor dem Späneaufkommen des Arbeitsraums zu schützen. Dann kommen bei Hema Rollbandabdeckungen oder Gliederschürzen zum Einsatz.

Das Prinzip ist das gleiche wie das eines Rollos oder Rolladens vor einem Fenster: Rollbandabdeckungen oder Gliederschürzen schließen und öffnen sich durch Aufrollen. Sie bleiben daher eng an der Maschine und beanspruchen kaum Platz in der Fläche, wie ihn beispielsweise der Schwenkradius einer Tür erfordert. Damit tragen sie auch zur geringen Stellfläche einer Maschine bei. Hema hat beide Varianten im Portfolio und kann mit ihnen eine Schutzlösung auf den individuellen Maschinenbedarf auslegen.

Die flexible Variante

Rollbandabdeckungen sind die Variante, die ein hohes Maß an Flexibilität bietet. Sie lassen sich in praktisch jeder Betriebsposition einbauen und damit wahlweise von oben, unten sowie von rechts oder links bedienen. Zudem ermöglichen sie eine feste oder eine bewegliche Nutzung. Bei einer festen Montage funktionieren sie genau wie ein Faltenbalg: Sie sind fest mit der zu schützenden Maschinenkomponente verbunden und bewegen sich während des Betriebs mit dieser mit. Bei einer Montage für den flexiblen Zugriff können sie jederzeit geöffnet werden, um beispielsweise das Beladen einer Maschine zu ermöglichen. Auch an den Platzbedarf lassen sich die Rollbandabdeckungen variabel anpassen: Bei besonders kleinen Bauräumen oder kurzen Auszügen empfiehlt sich der Einbau von Rollos ohne Gehäuse. Bei Anwendungen mit längeren Auszügen bietet ein Gehäuse dem aufgerollten Teil der Abdeckung besseren Schutz.

Rollbandabdeckungen werden in der Regel aus technischem Gewebe oder Stahlband gefertigt. Die Grundfaser der Gewebe ist meist Polyester, das je nach Anforderung mit verschiedenen Werkstoffen beschichtet wird; dazu zählen Glasfaser, thermoplastische Werkstoffe oder Neopren, das eine große Beständigkeit gegen Öl aufweist.

Die wirtschaftliche Variante

Wo es um einen Frontalschutz gegen einen geringen Spänebefall geht, kommen Gliederschürzen zum Einsatz. Sie bestehen meistens aus Aluminiumhohlprofilen, die mittels eines Polyurethan-Kederprofils verbunden werden. Damit bieten sie einen noch höheren Schutz als Rollbandabdeckungen. Anders als Rollbandabdeckungen lassen sie sich mit transparenten Elementen ausstatten und gewähren damit bei geschlossener Gliederschürze Einblick in das Innere des geschützten Bereichs.

Auch die Gliederschürzen können flexibel geöffnet werden und bieten auf diese Weise im Bedarfsfall einen schnellen Zugang. In vielen Fällen werden sie als hängender Schutzvorhang oder für besonders leichtgängigen Lauf über eine Umlenkrolle betrieben.

Der passende Antrieb

Hema stattet seine Rollbandabdeckungen und Gliederschürzen mit Antrieben aus, die ein reibungsloses Öffnen/Schließen ohne Verhaken oder Verschieben ermöglichen. Ideal für kleinere Rollokonzepte sind Federantriebe. Sie eignen sich für hohe Laufleistungen bei geringer Beanspruchung und für Kunststoffbänder. Bei Rollos von Hema werden die Federn aus einem hochwertigen Spezialdraht gefertigt.

Schutzabdeckungen mit größeren Abmessungen wie zum Beispiel Rolltore erfordern ein weiterreichendes System. Da sie eine höhere Zugkraft benötigen, werden sie mit Elektromotoren angetrieben. Hema legt diese entsprechend der zu bewegenden Masse und der applikationsspezifischen Verfahrgeschwindigkeiten aus und installiert sie in das jeweilige Rollokonzept. Speziell bei Gliederschürzen entstehen hier höhere Massen und Geschwindigkeiten. Um sie ruhig zu bewegen, werden sie beidseitig geführt. Positionsschalter und Kontaktleisten sorgen zusätzlich für einen sicheren Betrieb, der beim Passieren eines Mitarbeiters kein ungewolltes Öffnen und Schließen auslöst.

Faktor Zuverlässigkeit

Für die Zuverlässigkeit der Rollbandabdeckungen und Gliederschürzen sind zwei Punkte entscheidend, wie sie für alle Maschinenschutzsysteme gelten: Langlebigkeit und Passgenauigkeit. Für ersteres führt Hema vor dem Serienstart seiner Systeme Langzeittests durch, in denen der Hersteller sie einer Dauerbelastung unterzieht. Hema verfügt dafür über einen eigenen Teststand. So konnten Ingenieure des Unternehmens beispielsweise mit einem Dauerbetrieb von über 1,25 Millionen Zyklen bei 80 m/min und einer Beschleunigung von 1g die Zuverlässigkeit der Rollbandabdeckungen mit Federantrieb belegen.

Der zweite Aspekt ist die passgenaue Auslegung der Rollbandabdeckungen und Gliederschürzen auf die jeweilige Anwendung. Dies führt Hema in enger Zusammenarbeit mit den Kunden durch. Gerade bei beengten Bauräumen und speziellen räumlichen Anforderungen ist die individuelle Auslegung maßgeblich für die zuverlässige Funktion der Schutzsysteme. Das zeigt sich beispielhaft bei Gliederschürzen-Anwendungen, bei denen der Roll-Lauf umgelenkt werden muss. Möglich wird das mit der seitlichen Führung der motorisierten Abdeckung. Sie lenkt die Gliederschürze von einem schrägen in einen vertikalen Lauf um. Hier gilt es, den Antrieb genau auf die Führung abzustimmen, damit die Gliederschürze in den Schienen nicht verhakt und sich gleichmäßig öffnet und schließt.

Mit Rollbandabdeckungen und Gliederschürzen müssen Maschinenbetreiber auch bei beengten Bauräumen nicht auf Maschinenschutz verzichten oder dafür aufwändige Sonderlösungen nutzen. Die Rollos gibt es in Standardkonzepten, die Hema an die jeweilige Maschine anpasst. Sie lassen sich dabei nicht nur in der Erstausstattung, sondern auch im Rahmen eines Retrofits der Maschine einbauen.
 

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