Solar-Eismaschine für indonesische Kleinfischer 

Hightech aus Süddeutschland für deutsch-indonesisches Projekt für ländliche Entwicklung und gegen Lebensmittelverschwendung

  • Februar 5, 2021
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  • •	High-Tech Komponenten aus Deutschland haben die Entwicklung von Maschinen ermöglicht, die mit Sonnenstrom Eisblöcke für lokale Fischer produzieren
    • High-Tech Komponenten aus Deutschland haben die Entwicklung von Maschinen ermöglicht, die mit Sonnenstrom Eisblöcke für lokale Fischer produzieren

Indonesiens Klein­fischer in be­nach­tei­lig­ten Re­gio­nen kön­nen künf­tig mit­tels lü­cken­lo­ser Kühlketten ihre Pro­duk­te lan­des­weit ver­kau­fen. Mög­lich ist dies durch ei­ne so­lar­be­trie­be­ne Ma­schi­ne zur Her­stel­lung von Eis­blö­cken. Ent­wickelt wur­de die­ser neu­ar­ti­ge An­la­gen­typ im Rah­men einer mehr­jäh­ri­gen deutsch-in­do­ne­si­schen Zu­sam­men­ar­beit. „Die Fische ver­der­ben nicht, die Eis­pro­duk­tion funk­ti­o­niert völ­lig kli­ma­neu­tral“, freut sich Frank Steg­mül­ler von der Deut­schen Ge­sell­schaft für In­ter­na­tio­na­le Zu­sam­men­ar­beit (GIZ). 

Umwelt­verträg­liche­re Fang­metho­den unter­stützen

In­do­nesien ist die welt­weit füh­rende Thun­fisch­pro­duk­tions­na­tion und der zweit­größte Fisch­produ­zent über­haupt. Doch Klein­fischer, die umwelt­ver­träg­liche Fang­metho­den prak­ti­zie­ren, kön­nen ihre Fische wegen feh­len­der Kühl­möglich­keiten oft nicht zu den Ver­brau­chern trans­por­tie­ren. Die Fol­ge: Die Klein­fischer kön­nen sich gegen­über der In­dus­trie­fische­rei kaum behaup­ten; viele Fische ver­der­ben, die Fischer ver­ar­men. 

In­do­ne­siens Politik will die Fisch­be­stän­de er­hal­ten und das Ein­kom­men der Fischer in ab­ge­le­ge­nen Gebie­ten sichern. Ent­scheidend ist da­für die lücken­lose Küh­lung des Fangs. Die GIZ hat die Ent­wick­lung einer sonnen­be­trie­benen Eis­mas­chine an­ge­stoßen und be­glei­tet. Zusam­men mit mehre­ren indo­nesi­schen, deut­schen und euro­päi­schen Unter­nehmen wur­de zudem die Pro­duk­tion in Indo­nesien eta­bliert. Die Ent­wicklung hat 2016 begon­nen, die Pilot­an­lage lief 2018 er­folg­reich an – im ak­tuel­len Jahr 2021 wird in In­do­ne­sien die erste kom­mer­ziel­le An­lage in Be­trieb ge­hen.

Die inno­va­ti­ve Tech­no­lo­gie stellt gemäß der Leit­idee In­dus­trie 4.0 eine dy­na­mische und auto­ma­tisch an die zur Ver­fü­gung steh­ende Son­nen­ener­gie an­ge­pas­ste Eis­pro­duk­tion von bis zu 1.2 Ton­nen Block­eis pro Tag sicher. Dazu ist weder ein Strom­an­schluss noch ein teu­rer großer Batte­rie­spei­cher nötig. Da­durch kön­nen Eis­blöcke in Or­ten ab­seits von Strom­netzen her­ge­stellt und für die Kühlung von lokal gefangenem Fisch genutzt werden. Steg­müller von der GIZ: „Das sichert das Ein­kom­men von Fischern, die nach­hal­tig wirt­schaf­ten, gerade in abge­lege­nen und ein­kom­mens­schwa­chen Regio­nen In­do­nesiens“.

Kostenfreie Bereitstellung von Komponenten und Know-how

Steffen Sinn, Area Sales Manager für Asien beim Ven­ti­la­to­ren­her­stel­ler Ziehl-Abegg, er­klärt die Tech­nik: „Die Solar­mo­dule sind keine star­ke Strom­quel­le, da­her muss­ten ex­trem ener­gie­spa­rende Venti­la­to­ren ein­ge­baut werden.“ Ziehl-Abegg ist glo­ba­ler Tech­no­lo­gie­füh­rer bei Ven­ti­la­to­ren mit ei­nem op­ti­mier­ten bio­ni­schen Pro­fil. „Wir haben uns ab­ge­schaut, warum Eulen be­son­ders lei­se und auch ener­giespa­rend flie­gen können“, erklärt Sinn. Daher sind gera­de die­se bio­nischen „Eulen-Venti­la­toren“ im Solar Ice Maker ein­ge­setzt worden.     

Komponenten und Know-how sind in der Entwick­lungs­phase durch die deut­schen Unter­nehmen Bitzer, Ziehl-Abegg und BAE Batte­rien kosten­frei bereit­ge­stel­lt wor­den. Die Ent­wicklung sowie tech­nische Betreu­ung über­nahmen Exper­ten vom ILK Dresden. Die Her­stel­lung der sonnen­betrie­benen Eis­ma­schinen läuft beim in­do­nesi­schen Indus­trieunter­nehmen Selaras Mandiri Tehnik (AIREF). Wei­tere Projekt­partner sind REC Solar, ATW Solar, Studer und Omron
 

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