Die digitale Transformation europäischer Unternehmen und Behörden wird zunehmend durch die Abhängigkeit von globalen Cloud-Anbietern geprägt. Insbesondere im Bereich der Cloud-Infrastrukturen dominieren US-Hyperscaler wie Microsoft, Amazon und Google mit einem Marktanteil von 70 Prozent. Dies schränkt die technologische Souveränität, Innovationskraft und regulatorische Kontrolle Europas erheblich ein. Um dieser Abhängigkeit zu entkommen und den digitalen Rückstand aufzuholen, forciert die EU-Kommission Open-Source-Projekte wie ApeiroRA von SAP, das mit der Apeiro Referenzarchitektur zentrale Technologiekomponenten und einen Open-Source-Bauplan für eine europäische, anbieterunabhängige Cloud-Edge-Infrastruktur bereitstellt. Das Projekt ist Teil der IPCEI-CIS-Initiative (Important Project of Common European Interest – Cloud Infrastructure and Services).
Die Fraunhofer-Institute ISST und AISEC unterstützen SAP technologisch, um ein nachhaltiges Multi-Provider Cloud-Edge-Kontinuum für Europa aufzubauen. Dazu nutzen sie ihre langjährige Expertise und setzen auf den Vorarbeiten aus dem Forschungscluster CCIT (Cluster of Excellence Cognitive Internet Technologies) auf, dessen Forschungsschwerpunkt auf der Etablierung eines souveränen Edge-Cloud-Kontinuums liegt. Zudem arbeiten sie seit Jahren an Datenräumen (Data Spaces), die den souveränen Datenaustausch zwischen Unternehmen ermöglichen. „Fraunhofer ist für uns der richtige Partner, weil hier wissenschaftliche Exzellenz konsequent mit Umsetzungsstärke verbunden wird. Gerade im Apeiro-Projekt, in dem wir eine komplexe Referenzarchitektur schrittweise in konkrete Lösungen und Piloten überführen, ist diese Fähigkeit entscheidend. In der Zusammenarbeit ergänzen sich die Partner sehr gut: SAP bringt die industrielle Anwendung und Skalierung, Fraunhofer die methodische Tiefe und strukturierte Entwicklung neuer Ansätze – und genau daraus entsteht die Grundlage für belastbare, praxisnahe Technologien“, betont Andreas Schlosser, Apeiro-Koordinator für Partnerschaften & Integrationen, SAP SE, die Vorteile der Kooperation.
Heinrich Pettenpohl, Abteilungsleiter IT Service Providers am Fraunhofer ISST: „Im globalen Markt für Public-Cloud-Dienste hat Europa den Anschluss verloren. Im Bereich von Cloud Edge Computing ist das nicht der Fall. Daher verfolgt die EU-Kommission die Strategie, dezentrale, kleinere Rechenzentren, sogenannte Cloud Edges, zu fördern, sodass europäische Unternehmen direkten Zugriff haben und ihre Daten dort ablegen können.“ Der Vorteil: Die Datenverarbeitung wird von zentralen Rechenzentren direkt an den Rand (Edge) des Netzwerks verlagert, also nah an die Datenquelle. Solche Edge-Cloud-Rechenzentren können sich überall befinden, etwa im Turmfuß eines Windkraftwerks, auf einem Betriebshof oder in einer Produktionshalle. Dadurch werden Latenzzeiten minimiert, Bandbreiten geschont und Echtzeitanalysen ermöglicht, während die Cloud weiterhin als zentraler Speicher und für komplexe Langzeitanalysen dient. Zudem wird ein Gegenpol zu den zentralisierten Cloudsystemen von Amazon und Co. geschaffen.
Im Open-Source-Großprojekt ApeiroRA entsteht ein sicheres, herstellerunabhängiges europäisches Cloud-Edge-Kontinuum, das zentrale Cloud-Rechenzentren und dezentrale Cloud Edges nahtlos zu einer einzigen, intelligenten IT-Infrastruktur verbindet. Es verteilt Arbeitslasten dynamisch dorthin, wo sie am effizientesten verarbeitet werden.
Der Beitrag von Fraunhofer zu ApeiroRA umfasst die Entwicklung und prototypische Umsetzung eines skalierbaren, sicheren und automatisierten Lifecycle Managements für Cloud- und Edge-Services. Zu den Aufgaben zählt der Aufbau von modularen Systemen für Cloud- und Edge-Dienste, die problemlos zwischen verschiedenen Anbietenden und Anwendungen agieren, wodurch die Flexibilität und Interoperabilität erhöht werden.
Um Sicherheit und Compliance, Datenschutz und regulatorische Anforderungen zu gewährleisten, werden modernste Sicherheitsstrategien wie Zero Trust und Confidential Computing umgesetzt. „Wir integrieren eine Sicherheitsarchitektur in die Apeiro Referenzarchitektur mit Zero Trust-Prinzipien und Confidential Computing zur sicheren, interoperablen Identitäts- und Zugriffsverwaltung sowie zur technologieunabhängigen Attestierung von Workloads in föderierten Multi-Provider-Umgebungen, also in IT-Ökosystemen, in denen Dienste, Ressourcen und Identitäten verschiedener Anbieter nahtlos miteinander verknüpft sind“, sagt Dr. Michael Weiß, Wissenschaftler am Fraunhofer AISEC. Anstatt proprietäre Insellösungen zu nutzen, arbeiten unabhängige Systeme über offene Standards und Vertrauensstellungen (Föderationen) zusammen, sodass sie wie eine einzige Plattform wirken. Dies soll unter anderem durch die Implementierung vertrauenswürdiger Ausführungsumgebungen, die technologieunabhängige Integritätsverifikation von Software-Stacks und eine minimalistische Vergabe von Zugriffsrechten erreicht werden.
Auch die Entwicklung eines Frameworks zur ganzheitlichen Analyse von Ressourcenverbräuchen, zur Erfassung und Vorhersage von Nachhaltigkeitsmetriken sowie von Empfehlungen für ressourceneffiziente Konfigurationen beschäftigt die Fraunhofer-Forschenden. „Indem wir Cloud Services dorthin verlagern, wo entsprechend Energie oder erneuerbare Energie vorhanden ist, gestalten wir das System nachhaltig. Durch den Einsatz von Digitalen Zwillingen wollen wir den Ressourcenverbrauch optimieren und nachhaltige IT-Konfigurationen realisieren“, erläutert Pettenpohl. Ebenfalls auf der Agenda steht die Entwicklung einer autonomen Fehleranalyse und einer KI-gestützten Betriebsführung zum Reduzieren von Administrationsaufwänden und zur Steigerung der Effizienz. Andreas Schlosser: „Die Beiträge von Fraunhofer sind zentral: von automatisierten und compliancefähigen Betriebsmodellen über Zero Trust und Confidential Computing-Ansätze bis hin zu neuen Konzepten wie Digital Twins und KI-gestützter Systemoptimierung. Diese Arbeiten schaffen nicht nur technologische Innovation, sondern vor allem überprüfbare und übertragbare Lösungen, die Europa mehr Unabhängigkeit, Transparenz und langfristige Wettbewerbsfähigkeit ermöglichen.“
Die zentralen Projektergebnisse fließen direkt in die NeoNephos Foundation ein, die sich als Teil der Linux Foundation Europe der Förderung von Open-Source-Projekten widmet, die mit den strategischen Zielen des IPCEI-CIS der EU im Einklang stehen. NeoNephos wird damit zu einem zentralen Baustein für Europas Unabhängigkeit im Cloud- und Edge-Bereich.
Synapticon, als Spezialist für integrierte Antriebstechnik und funktionale Sicherheit in der Robotik, und Stabilus, Hersteller und Anbieter von Motion-Control-Lösungen, haben eine strategische Partnerschaft geschlossen. Zusammen entwickeln und fertigen die beiden Unternehmen eine gemeinsame Produktlinie integrierter Aktuatoren für humanoide Roboter und weitere Robotik-Anwendungen.
Humanoide Roboter verlassen derzeit die Forschungslabore und stehen vor dem Schritt in den industriellen Einsatz. Damit verschiebt sich die entscheidende Herausforderung: vom funktionierenden Prototyp zur zuverlässigen Serie mit höchsten Qualitätsstandards und geringen Instandhaltungskosten. Genau an dieser Schwelle setzt die Partnerschaft an - bei der Antriebsebene, die in jedem humanoiden Gelenk über Präzision, Sicherheit und Skalierbarkeit entscheidet.
Die Rollen der Partner ergänzen sich ideal: Synapticon liefert die Intelligenz des Aktuators - Software, funktionale Sicherheit, Elektronik- und Sensordesign sowie die Antriebstechnologie. Stabilus bringt Mechanik-Design, Sourcing, Industrialisierung, Fertigung, Montage und Logistik ein. Allein für die Automobilindustrie hat Stabilus bereits Millionen elektromechanischer Aktuatoren ausgeliefert. Erst das Zusammenspiel beider Kompetenzen macht aus einzelnen Komponenten ein serienreifes, skalierbares Produkt.
Die gemeinsame Produktlinie deckt humanoide Gelenke über alle Größenklassen ab - vom Kopf- und Handgelenk bis zu Hüfte und Knie. Die Fertigung wird von Beginn an auf Großserien ausgelegt, nach dem Vorbild automobiler Fertigungs- und Qualitätsstandards.
„Humanoide Roboter brauchen Antriebe, die Motion Control, Safety und Großserienfertigung von Anfang an zusammendenken", sagt Simon Fischinger, CEO von Synapticon. „Mit Stabilus gewinnen wir einen Partner, der Präzisionsmechanik seit Jahrzehnten in automobiler Qualität und Stückzahl fertigt. Gemeinsam bringen wir die Antriebsebene humanoider Roboter vom Prototyp in die Serie."
„Humanoide Robotik ist einer der spannendsten Wachstumsmärkte der kommenden Dekade. Wir kennen Synapticon seit vielen Jahren und sind sicher, mit dem Unternehmen einen herausragenden Partner für unsere Expansion in die Robotik an unserer Seite zu haben“, sagt David Sabet, Chief Technology Officer der Stabilus SE. „Synapticon setzt in der Robotik Maßstäbe bei integrierter Antriebsintelligenz und funktionaler Sicherheit - genau die Kompetenz, die unsere Fertigungs- und Industrialisierungsstärke zu einem serienreifen Gesamtsystem ergänzt. Unser Anspruch ist es, in der Antriebsebene humanoider Roboter eine Schlüsselposition einzunehmen. Diese Partnerschaft ist ein wichtiger Baustein unserer Wachstumsstrategie über die etablierten Märkte hinaus."
Das Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme IPMS entwickelt gemeinsam mit Heimann Sensor und dem Leibniz-Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung Dresden (IFW Dresden) im Projekt HITACT die technologische Basis für eine neue Generation thermoelektrischer Infrarot-Sensorarrays. Durch die erstmalige Integration von hocheffizienten thermoelektrischen Materialien in eine CMOS-kompatible Fertigungstechnologie sollen deutlich leistungsfähigere Sensoren entstehen. Ziel ist eine Temperaturauflösung von unter 20 Millikelvin bei Pixelgrößen von weniger als 45 Mikrometern – ein wichtiger Schritt für neue Anwendungen in Medizin, Industrie, Mobilität und Sicherheit.
Thermoelektrische Infrarotsensoren ermöglichen die berührungslose Erfassung von Temperaturen und die Erstellung von Wärmebildern. Sie werden bereits heute in der Prozessüberwachung, Gebäudetechnik oder Sicherheitstechnik eingesetzt. Die Leistungsfähigkeit aktueller Systeme wird jedoch durch die verwendeten Thermoelementmaterialien begrenzt. Das neue Projekt adressiert diese Herausforderung durch den Einsatz deutlich effizienterer thermoelektrischer Materialien und eines neuartigen MEMS-Bauelementkonzepts.
Die angestrebte Verbesserung der Temperaturauflösung eröffnet zahlreiche neue Einsatzfelder. Im medizinischen Bereich könnten künftig Anwendungen zur Unterstützung der Krebsfrüherkennung oder zur Detektion äußerlich sichtbarer Entzündungen realisiert werden. Auch im Umfeld des altersgerechten Wohnens ermöglichen die Sensoren neue Lösungen, beispielsweise zur zuverlässigen Erkennung von Stürzen oder Notfallsituationen im häuslichen Umfeld.
Darüber hinaus profitieren autonome Fahrzeuge von der höheren Sensitivität der Sensorarrays. Für industrielle Anwendungen eröffnen sich neue Möglichkeiten in der Thermografie und Prozessüberwachung. Zudem eröffnet der Einsatz der Sensoren in kosteneffizienten Lösungen zur kontaktlosen Temperaturmessung Zugang zu weiteren Anwendungs- und Marktsegmenten.
Das Fraunhofer IPMS übernimmt im Projekt zentrale Aufgaben bei der Entwicklung der MEMS-Technologie. Dazu gehört die Integration neuartiger Thermoelementschichten, die Entwicklung und Optimierung der erforderlichen Fertigungsprozesse sowie die Herstellung von Demonstrator-Chips. Zusätzlich werden Strategien entwickelt, um die neuen Materialien künftig in die 200-mm-Fertigungslinie des Instituts zu integrieren.
Die Projektpartner werden die entwickelten Technologien zunächst an passiven Sensorarrays demonstrieren. In einer anschließenden Entwicklungsphase sollen daraus aktive Sensorarrays mit integrierter CMOS-Ansteuerelektronik entstehen. Mit den im Projekt entwickelten Demonstratoren wird ein Technologiereifegrad von TRL4 angestrebt.
Der Sensorspezialist Baumer bündelt mit einem neu eingerichteten Innovationslabor seine Kompetenzen für Testläufe und Prüfroutinen von Neuentwicklungen. Im großflächigen Untergeschoss des Innovation Center am Hauptsitz in Frauenfeld (Schweiz) durchlaufen die Sensoren aus den Baumer Entwicklungszentren strenge Tests.
Mit dem neuen Innovationslabor verfolgt Baumer konsequent seine bewährte Qualitätsstrategie weiter, die deutlich über die normativen Standards hinausgeht. Denn diese reichen oft nicht aus für die Produktanforderungen weltweit führender Hersteller. Gemeinsam mit diesen Technologieführern hat Baumer die Prüfstandards deshalb so hochgeschraubt, dass das Unternehmen auch extreme Bedingungen simulieren kann. Ziel der Testroutinen ist es, jeden Sensor ans Limit zu treiben, Schwachstellen zu erkennen und zu eliminieren und so neue Standards zu setzen.
Rund um die Uhr laufen im 1.300 Quadratmeter großen Innovationslabor Tests und Simulationen auf modernen Anlagen, um einwandfreien Dauerbetrieb bei den Anwendern zu gewährleisten:
Von der idealen Prüfumgebung im neuen Testcenter profitieren unter anderem die Anwender von Baumer Sensorlösungen in Outdoor-Anwendungen wie Mobilen Maschinen und in der Bahnindustrie. „Für sie ist entscheidend, dass die eingesetzten Sensoren auch nach jahrelangem Einsatz präzise Daten liefern, selbst in den anspruchsvollsten Umgebungen. Die Prüfroutinen im Innovationslabor sind ein wichtiger Baustein der Baumer Qualitätsstrategie, um diese Anforderung zu erfüllen“, sagt Baumer Entwicklungsleiter Wolfgang Wehrle.
Unabhängig davon, ob Unternehmen autonome mobile Roboter, digitale Zwillinge, Lagerverwaltungssysteme oder KI-gestützte Optimierungssoftware einsetzen – jede Anwendung ist auf zuverlässige, standardisierte räumliche Informationen angewiesen. Standortdaten entwickeln sich damit rasch von einem operativen Werkzeug zu einer kritischen Infrastruktur für industrielle KI.
„Industrielle Abläufe werden zunehmend dynamischer, mobiler und autonomer. Damit Menschen, Maschinen, Roboter und KI-Systeme sicher und effizient zusammenarbeiten können, müssen sie ein gemeinsames Verständnis von Raum und Bewegung teilen. Offene und interoperable Standortdaten bilden die räumliche Grundlage für physische KI“, erklärt Dr. Matthias Jöst, Komitee-Leiter omlox bei PI (PROFIBUS & PROFINET International). So werden zukünftig industrielle KI-Systeme kontinuierlich Bewegungen, Kontexte und Interaktionen über Fabriken, Lagerhäuser und Logistiknetzwerke hinweg erfassen und analysieren. Dafür müssen Maschinen, Roboter und mobile Systeme lernen, den Raum zu „verstehen“. Physical AI – also KI, die den physischen Raum aktiv wahrnimmt und kontextbezogen handelt – erfordert dafür jedoch eine gemeinsame räumliche Sprache von Positionen, Bewegungen und Identitäten im Raum, die unabhängig von einzelnen Technologieanbietern ist.
Ohne offene Schnittstellen laufen Unternehmen Gefahr, isolierte Technologiesilos zu schaffen, deren Erweiterung kostspielig und deren Austausch schwierig ist. Hier setzt der herstellerübergreifende Standard omlox an. Dieser stellt die technologieunabhängige Ebene bereit, um Standortdaten über Ultrabreitband (UWB), BLE, WLAN, GNSS, bildbasierte Ortung, RFID und zukünftige Ortungstechnologie hinweg zu harmonisieren.
Anstatt Kunden an proprietäre Ökosysteme zu binden, ermöglicht der omlox-Ansatz Unternehmen, ihre Technologielandschaft im Laufe der Zeit weiterzuentwickeln und dabei bestehende Investitionen zu erhalten. Dies gibt Unternehmen die Freiheit, die besten Lösungen und Geräte ihrer Art auszuwählen, schützt Investitionen und bewahrt die Souveränität über ihre räumlichen Daten.
Dass diese Interoperabilität in der Praxis funktioniert, wird jedes Jahr auf Plugfesten demonstriert, zuletzt im Juni 2026. Dort wird unabhängig entwickelte Hardware und Software in einer gemeinsamen industriellen Umgebung miteinander verbunden und geprüft, ob sie unter realen Betriebsbedingungen zusammenarbeiten. Diesmal prüften 21 Experten aus 9 Unternehmen 12 verschiedene omlox-Komponenten, darunter UWB-Infrastruktur, Ortungstags, ergänzende Positionierungstechnologien, omlox-Hubs und industrielle Softwareanwendungen. Schwerpunkt waren die Interoperabilitätstests, z. B zwischen UWB-Tags und omlox Core Zones oder zwischen Complementary Zones und omlox-Hubs, die mit sehr großem Erfolg abgeschlossen wurden.
Dieses Jahr wurde das omlox-Plugfest zudem von einer Konferenz begleitet, die vom Fraunhofer IOSB-INA bei SmartFactoryOWL in Lemgo ausgerichtet und gemeinsam von PI (PROFIBUS & PROFINET International) und dem Fraunhofer IOSB-INA organisiert wurde. Hier wurde live gezeigt, wie standardisierte Standortdaten die Lagerautomatisierung, autonome Robotik, Sicherheitsanwendungen, die Optimierung des Materialflusses und KI-gesteuerte Betriebsintelligenz beschleunigen.
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich Digitalisierung sicher, effizient und unter Einhaltung der GMP-Anforderungen umsetzen lässt.
Am ersten Veranstaltungstag standen Prozessleitsysteme, OT und HMI-Systeme im Fokus. Emerson zeigte, wie Prozessdaten sicher über verschiedene Ebenen hinweg bereitgestellt werden können. Honeywell beleuchtete den Einsatz von KI, geeignete Governance-Strukturen und die Entwicklung hin zu zunehmend autonomen Produktionsprozessen. gempex ergänzte die regulatorische Perspektive mit einem Beitrag zu Qualifizierung und GMP.
Am zweiten Tag standen MES, IT/OT Integration, Authentifizierung und Cybersecurity im Mittelpunkt. Körber stellte mit Lean MES einen modularen, skalierbaren Ansatz von PAS-X MES vor. obion und Nymi präsentierten RFID basierte und biometrische Authentifizierungsverfahren. Honeywell beleuchtete physische und digitale Risiken, NIS2-Anforderungen und Ansätze zur Risikobewertung in der OT. Zum Abschluss erläuterte gempex, welche Rolle Datenintegrität, GAMP 5 und ALCOA+ bei der Validierung pharmazeutischer Anlagen spielen.
„Mit dem Pharma Tech Talk schaffen wir eine Plattform, auf der Kunden, Partner sowie Expertinnen und Experten ihr Wissen teilen, Fragen diskutieren und gemeinsam Impulse für die digitale Zukunft der Pharmaindustrie setzen“, fasste Stefan Albrecht, President Portfolio & Innovation bei Pepperl+Fuchs, zusammen.
Eine Fortsetzung im kommenden Jahr ist geplant.
Wachendorff Prozesstechnik erweitert mit der MATCH CONTROL Serie seine Produktlinie MATCH um eine spezialisierte Plattform für industrielle Panel-PC, die Steuerungs- und Bedienfunktionen in einem integrierten System vereint. Die Lösungen richten sich an Maschinen- und Anlagenbauer sowie Betreiber industrieller Produktionsanlagen, die kompakte, robuste und gleichzeitig flexible Bedienlösungen benötigen.
Im Fokus von MATCH CONTROL steht die Kombination aus Visualisierung, Steuerung und direkter Maschinenbedienung. Die Panel-PC integrieren leistungsfähige Rechnertechnik mit physikalischen Bedienelementen wie Tastern, Schaltern oder Not-Halt-Funktionen. Dadurch lassen sich individuelle Bedienkonzepte unmittelbar auf Geräteebene realisieren. Die verfügbaren Bildschirmgrößen liegen zwischen 15,0 und 21,5 Zoll (TFT-LCD); die Geräte verfügen über projiziert-kapazitive Touchscreens und Intel-CPUs vom Celeron J6412 bis zum Intel® Core i5 der 11. Generation mit bis zu 64 GB DDR4. Die bereitgestellten Schnittstellen umfassen 4 × USB 3.0/2.0/1.0 und 2 × RS232/485 (optional), 2 × 3-polige Phoenix-Steckverbinder sowie zusätzlich 2 × Intel 1000 Mbit/s Ethernet; ein Upgrade auf 4 × Intel 1000 Mbit/s Ethernet ist optional möglich.
Die Systeme sind für den industriellen Einsatz konzipiert und eignen sich anodisiertem Aluminiumgehäuse und lüfterlosem Kühlkonzept für die direkte Montage an Maschinen oder an Tragarm-Systemen. Unterschiedliche Displaygrößen und Bauformen ermöglichen eine passgenaue Integration. Die modularen Bedienelemente bieten eine Vielzahl von Optionen: beleuchtete Drucktasten, Wahlschalter, Not-Aus-Schalter und vieles mehr. Bei der 21,5-Zoll-Ausführung sind bis zu 9 verschiedene Bedienelemente integrierbar.
Die Geräte können bei Temperaturen von 0 °C bis +50 °C und einer Luftfeuchtigkeit zwischen 5 und 95 % bei 40 °C (nicht kondensierend) betrieben werden. Die Stoßfestigkeit während des Betriebs beträgt 10 g Spitzenbeschleunigung (Dauer 11 ms) gemäß IEC 60068-2-27.
Mit den neuen capaNCDT CSH/SE Sensoren erweitert Micro-Epsilon das Portfolio kapazitiver Wegsensoren um besonders robuste Modelle für extreme Einsatzbedingungen. Ergänzend sorgen neue, kompakte Spaltsensoren für mehr Integrationsfreiheit bei hochpräzisen Spaltmessungen.
Die kapazitiven Wegsensoren bieten höchste Präzision, Stabilität und Vielseitigkeit. Mit Auflösungen bis 0,03 nm, kompakter Bauweise, Multi-Channel-Fähigkeit und OEM-tauglichen Lösungen eignet sich das Angebot für unterschiedlichste Anwendungen in Industrie, Forschung und Entwicklung. Das Produktprogramm deckt extreme Temperaturbereiche von -270 bis +800 °C ab und bietet passende Sensoren für Standard- wie Spezialanwendungen.
Mit der neuen CSH/SE Reihe erweitert Micro-Epsilon das Portfolio um Sensoren für besonders anspruchsvolle Einsatzbedingungen. Die Serie umfasst 5 zylindrische Sensoren sowie 7 Modelle mit flacher Bauform mit Messbereichen von 0,2 bis 5 mm. Die Sensoren basieren auf den bewährten CSH-Standardmodellen und bieten eine annähernd identische Bauform sowie gleiche Kabelabmessungen. Gleichzeitig sind sie im Aufbau konsequent auf besondere Einsatzbedingungen ausgelegt – von Ultrahochvakuum über Reinraum-Anwendungen bis hin zu starken Magnetfeldern und extremen Temperaturen.
Die SE-Sensoren decken einen Temperaturbereich von -270 bis +200 °C ab und überzeugen dabei mit exzellenter Temperaturstabilität. Durch ihr nicht-magnetisches Titangehäuse eignen sie sich besonders für Anwendungen nahe starker Magnetfelder, beispielsweise in der Forschung, Kryotechnik oder Luft- und Raumfahrt. Das integrierte Kabel ist äußerst ausgasungsarm, temperaturbeständig und mechanisch belastbar.
Für den Einsatz in Vakuum- und Reinraum-Applikationen werden die SE-Sensoren vor der Auslieferung besonders gereinigt. Die Materialauswahl ist auf geringstmögliche Kontamination ausgelegt und optimal für Rest-Gas-Analysen vorbereitet. Dadurch eignen sich die Sensoren für Ultrahochvakuum-Anwendungen bis 10-10 mbar, beispielsweise in Teilchenbeschleunigern, Halbleiteranlagen oder Prozessen der chemischen Dampfabscheidung.
Neben den SE-Sensoren erweitert Micro-Epsilon auch das Portfolio der kapazitiven Spaltsensoren. Die neuen Modelle CSG-0,5/CRg2,0, CSG-1/CRg2,0 und CSG-1/90/CRg2,0 bieten eine deutlich kompaktere Bauform als bisherige CSG-Sensoren. Das Modell CSG-1/90/CRg2,0 zeigt zusätzlich die hohe Anpassungsfähigkeit der Sensoren durch eine seitlich abgehende Messfläche. Damit lassen sich präzise Spaltmessungen auch bei besonders begrenztem Bauraum zuverlässig realisieren.
Mit dem wachsenden Einsatz von Robotik in der industriellen Automatisierung steigen auch die Anforderungen an zuverlässige Bildverarbeitung. Objekte in variabler Lage sicher zu erkennen, präzise zu lokalisieren und für nachgelagerte Prozessschritte bereitzustellen, gehört dabei zu den zentralen Herausforderungen. Konventionelle Bildverarbeitungslösungen stoßen insbesondere bei unregelmäßigen Geometrien, reflektierenden Oberflächen oder ungeordnetem Schüttgut häufig an ihre Grenzen. Gleichzeitig ist für stabile Ergebnisse oft ein hoher Integrations- und Parametrieraufwand erforderlich.
Cambrian Robotics und SensoPart bündeln ihre Kompetenzen in einer strategischen Kooperation für das neue 3D Handling System, das hierfür eine Lösung bietet. Die Kamera-Hardware von SensoPart liefert robuste Daten für unterschiedliche Distanzen und Objektarten. Die KI-Software von Cambrian verarbeitet die Bilddaten und erzeugt daraus präzise 3D-Informationen für die Roboterführung. Das Training der KI-Modelle erfolgt in einer Cloud-Umgebung und ermöglicht konsistente Ergebnisse ohne aufwendige Parametrierung.
Typische Anwendungen finden sich beim Erkennen und Greifen komplexer Bauteile aus Kisten oder anderen Behältnissen. Die Bauteile werden auch dann zuverlässig erkannt, wenn deren Form, Ausrichtung oder Oberfläche anspruchsvoll sind, selbst bei wechselnden Lichtverhältnissen. Dazu zählen unter anderem Metallteile, verschiedene Kunststoffkomponenten, transparente Verpackungen oder Gehäuseelemente.
Mit der Entwicklung des Sinamics G200 Frequenzumrichters erweitert Siemens sein Sinamics Portfolio für industrielle Anwendungen um einen modernen General-Purpose-Umrichter. Die Umrichter sind für folgende Leistungsbereiche verfügbar: 3 AC 200... 240 V, - 20%/+10%: 0,55 - 4 kW; 3 AC 380... 480 V, - 20%/+10%: 0,55 - 11 kW.
Der neue Sinamics G200 unterstützt eine einfache und effiziente Umsetzung typischer Applikationen, von der Auswahl und Inbetriebnahme bis hin zum Betrieb. Sein kompaktes Design ermöglicht zudem eine platzsparende Integration im Schaltschrank. Darüber hinaus ist der Frequenzumrichter darauf ausgelegt, den Energieverbrauch zu reduzieren. Er unterstützt Motoren mit hoher Energieeffizienz und IE4/IE5, einschließlich ASM-, PEM- und SRM-Typen. Diese Flexibilität senkt den Energieverbrauch und die Betriebskosten und unterstützt gleichzeitig Nachhaltigkeitsziele. Der ECO-Modus passt Spannung und Fluss automatisch an die Lastbedingungen in Echtzeit an, wodurch Energieverluste im Teil- oder Leerlaufbetrieb reduziert werden, während gleichzeitig eine zuverlässige Leistung aufrechterhalten wird.
Der Sinamics G200 unterstützt Profinet für eine zuverlässige Echtzeitkommunikation und lässt sich nahtlos in Simatic-Umgebungen integrieren, einschließlich TIA Portal und Startdrive. Dieser „One Network“-Ansatz vereinfacht die Systemauslegung, reduziert den Engineering-Aufwand und verbessert die Datentransparenz über die gesamte Anlage. Integrierte Safety(STO-, SS1-t-)- und Cybersecurity-Funktionen sowie umfassende Zertifizierungen sorgen für einen zuverlässigen und zukunftssicheren Betrieb in unterschiedlichen Einsatzbereichen weltweit.
Das bedeutende Projekt wird von Forschern des Institute of Heritage Science geleitet, das zum Nationalen Forschungsrat Italiens (CNR) gehört. Ziel ist es, zerstörungsfreie Methoden zur Untersuchung und Erhaltung der einzigen erhaltenen Bibliothek der antiken griechisch-römischen Welt zu entwickeln.
Die Schriftrollen wurden im 18. Jahrhundert bei Ausgrabungen in der Villa dei Papiri in Herculaneum entdeckt. Sie überstanden den Vulkanausbruch dank einer Verkohlung durch extreme Hitze sowie ihrer Einbettung in vulkanisches Material. Dieser außergewöhnliche Erhaltungsprozess bewahrte zwar die Manuskripte, stellte Historiker und Restauratoren jedoch vor erhebliche Herausforderungen beim Lesen und Erhalten der Dokumente.
Viele der Papyri wurden bereits vor Jahrhunderten mechanisch entrollt und auf Trägermaterialien montiert. Die daraus entstandenen Fragmente sind jedoch äußerst empfindlich, häufig stark geschichtet und in vielen Fällen nahezu unlesbar.
Eine der größten Herausforderungen besteht darin, dass sowohl das verkohlte Papyrussubstrat als auch die Tinte schwarz sind. Dadurch ist eine Unterscheidung mit herkömmlichen Bildgebungsverfahren äußerst schwierig, da der Kontrast im sichtbaren Spektralbereich verloren geht. Andere, anspruchsvollere Verfahren wie die Röntgenbildgebung können funktionieren, insbesondere in Kombination mit künstlicher Intelligenz, sind jedoch komplexer und kostenintensiver. Zudem müssen die Papyri dafür in spezialisierte Labore transportiert werden.
Um diese Herausforderungen zu bewältigen, setzten die Restauratoren auf die gepulste Thermografie – ein Verfahren, das kontrollierte Lichtanregung mit hochauflösender thermischer Bildgebung kombiniert. Dabei wird das Papyrusmaterial mit einem kurzen Lichtimpuls bestrahlt und die daraus resultierende thermische Reaktion über die Zeit aufgezeichnet.
Oberflächennahe Schriftzüge werden bereits in den ersten Infrarotbildern nach der Anregung sichtbar, da die Tinte das Licht anders absorbiert als das umgebende Papyrusmaterial. Während sich die Wärme in den folgenden Sekunden durch die Probe ausbreitet, treten tiefere Strukturen und verborgene Merkmale hervor. Dieses zeitabhängige thermische Verhalten ermöglicht es den Forschern, Schrift von Substratmaterial zu unterscheiden.
Im Zentrum des Projekts steht der Einsatz von Wärmebildkameras der Flir X-Serie. Durch die Kombination aus hochauflösender, schneller Infrarotbildgebung und erweiterten thermischen Analysefunktionen eignen sich die Kameras ideal für wissenschaftliche Forschungsumgebungen, in denen Präzision und Datenintegrität von entscheidender Bedeutung sind.
Die im mittleren Infrarotbereich arbeitenden Kameras der Flir X-Serie ermöglichten es den Forschern, schnelle thermische Ereignisse mit außergewöhnlicher Empfindlichkeit zu erfassen. Dadurch wurden selbst geringste Temperaturunterschiede zwischen beschriebenen und unbeschriebenen Bereichen der Papyri während der Analyse mittels gepulster Thermografie sichtbar. Die X-Serie verfügt über einen schnellen analogen Lock-in-Eingangsport für externe Referenzsignale, der thermische Hochgeschwindigkeitsanalysen mit einer Abtastrate von 2,775 MHz ermöglicht. Diese Funktion erlaubt die Erkennung äußerst schwacher Signale und minimaler Temperaturunterschiede in Materialien.
Für die kontrollierte Anregung nutzten die Forscher zwei Blitzlampen, wobei der Temperaturanstieg innerhalb der Papyri auf lediglich 2–3 °C begrenzt wurde – deutlich unterhalb jeder als kritisch eingestuften Belastung für das antike Material. Spezielle Filtersysteme verhinderten zudem UV-Bestrahlung und minimierten unerwünschte Infrarotreflexionen.
Nach Angaben des Projektteams erwiesen sich insbesondere die hohe Empfindlichkeit, die räumliche Auflösung und die erweiterten Aufzeichnungsfunktionen der Flir X-Serie als entscheidend für die Erkennung feinster thermischer Kontraste und die Sicherstellung einer hohen Bildqualität während des gesamten Erfassungsprozesses.
Die Möglichkeit, thermische Daten kontinuierlich und ohne Bildverluste zu streamen und aufzuzeichnen, unterstützte darüber hinaus die detaillierte Nachbearbeitung und Analyse mit der Software Flir Research Studio.
Bemerkenswert ist zudem, dass das Verfahren vollständig berührungslos und zerstörungsfrei arbeitet – eine zentrale Voraussetzung bei der Untersuchung empfindlicher Kulturgüter, die weder physisch manipuliert noch von ihren historischen Trägern entfernt werden können.
Während das Hauptziel des Projekts in der Sichtbarmachung verborgener Texte besteht, liefert die gepulste Thermografie auch wertvolle strukturelle Informationen für Restaurierungsexperten.
Wenn sich die Wärme über längere Zeiträume durch das Papyrusmaterial ausbreitet, werden im thermischen Datensatz Merkmale wie Faserstrukturen, überlappende Schichten und Haftstellen zwischen Papyrus und Trägerplatte sichtbar. Diese Informationen helfen Restauratoren dabei, den physischen Zustand der Manuskripte besser zu verstehen und Bereiche mit möglicher Ablösung oder Materialschädigung zu identifizieren.
Die Möglichkeit, sowohl die Schrift als auch die Struktur des Substrats aus demselben thermischen Datensatz zu analysieren, bietet erhebliche Vorteile für Restaurierungsmaßnahmen und langfristige Erhaltungsstrategien. Besonders wertvoll ist die Methode in Bereichen, in denen die Manuskripte mehrere komprimierte Schichten enthalten, die während historischer Entrollungsprozesse entstanden sind. Dort blieben innere Bereiche miteinander verbunden, anstatt sich sauber voneinander zu lösen, wodurch komplexe Strukturen entstanden, die sich mit traditionellen Bildgebungsverfahren nur schwer analysieren lassen.
Die Forscher weisen außerdem darauf hin, dass einige konkurrierende Technologien größere und schwerere Geräte erfordern, strengere Anforderungen an die Positionierung stellen oder bei der Untersuchung geschichteter Materialien eine geringere Bildqualität liefern können.
Eine der verbleibenden Herausforderungen besteht darin, Texte auf der Rückseite der Papyri oder in stark geschichteten Bereichen zu identifizieren, in die nur begrenzt Anregungslicht eindringen kann. Zwar lassen sich thermische Informationen aus tieferen Schichten grundsätzlich erfassen, doch werden die Signale mit zunehmender Tiefe schwächer und unschärfer, da sich die Wärme im Material verteilt.
Um diese Einschränkungen zu überwinden, untersucht das CNR-Team derzeit KI-basierte Auswertungsverfahren. KI-gestützte Analysen könnten die Unterscheidung zwischen Tinte und Papyrussubstrat weiter verbessern, die Lesbarkeit erhöhen und die zukünftige Interpretation der Texte unterstützen.
Unabhängig von den weiteren Entwicklungen ist das Forschungsteam überzeugt, dass die gepulste Thermografie künftig eine immer wichtigere ergänzende Rolle neben anderen fortschrittlichen Methoden der Kulturerbeforschung spielen wird. Das Projekt zeigt eindrucksvoll die wachsende Bedeutung der Wärmebildtechnik von Flir für wissenschaftliche Forschung und Konservierung. Durch die Kombination aus hochschneller thermischer Datenerfassung und fortschrittlichen Analyseverfahren können Forscher heute einige der empfindlichsten historischen Artefakte der Welt auf eine Weise untersuchen, die bislang nicht möglich war.
Bei der Vision Unit Illuminated (VUI) von Beckhoff handelt es sich um eine kompakte Einheit aus Kamera, Beleuchtung und fokussierbarer Optik mit Liquid-Lens-Technologie. Die Baureihe wurde jetzt um 16 Geräte sowie um gekreuzte Polarisationsfilter erweitert..
Die VUI ist Industrie-ready und für den rauen Maschinenbaualltag entwickelt, d. h. kompakt, robust und für die einfache Integration in die Steuerungslösung ausgelegt. Das breite Portfolio umfasst nun 16 zusätzliche Geräte mit neuen Bildsensoren. Mit Auflösungen von 5,1 sowie 8,1 und 12,4 MP eignen sie sich für vielfältige und anspruchsvolle Anwendungen von schneller Takterfassung bis zu detailgenauer Qualitätsinspektion mit höherer Mess- und Erkennungsgenauigkeit.
Zudem sind die Geräte mit gekreuzten Polarisationsfiltern verfügbar. Dies erweitert das Anwendungsspektrum, indem mit dieser einfach zu nutzenden Einheit durch Unterdrückung von Oberflächenreflexen zusätzliche Vision-Aufgaben gelöst werden können. Auf diese Weise lassen sich auch durch glänzende transparente Oberflächen hindurch, wie z. B. Glas, Kunststoff und Wasser, kontrastreich und reflexfrei Merkmale abbilden.
Wenn Produktionsanlagen unter Hochdruck gereinigt werden, Staubbelastung herrscht oder Temperaturen unter den Gefrierpunkt fallen, sind besonders robuste Bildverarbeitungslösungen gefragt. Genau für solche Anwendungen ist die uEye FA Serie der IDS Imaging Development Systems GmbH mit IP69K‑Schutz ausgelegt. Ab sofort sind neue Modelle mit Sony STARVIS 2 Rolling-Shuttter-Sensoren im Auflösungsbereich von 2 bis 12,5 Megapixeln verfügbar. Sie liefern eine exzellente Bildqualität auch bei schwierigen Lichtverhältnissen.
Damit stehen Anwendern leistungsfähige Kameras für unterschiedlichste industrielle Einsatzbereiche mit variierenden Lichtbedingungen zur Verfügung – von der Fertigungsautomation bis zur Qualitätsprüfung. Die neuen Modelle umfassen die Sensorvarianten IMX662 (2 MP), IMX664 (4 MP), IMX675 (5 MP), IMX678 (8 MP) sowie IMX676 (12,5 MP). Sie alle sind GigE Vision‑konform und lassen sich damit unkompliziert in bestehende Systeme integrieren.
Die Sony STARVIS 2 Sensoren überzeugen durch eine außergewöhnliche Lichtempfindlichkeit bis in den nahinfraroten Bereich (NIR), sehr geringes Rauschen sowie das Clear HDR-Verfahren für einen erweiterten Dynamikumfang. Dadurch entstehen detailreiche, scharfe Bilder auch bei anspruchsvollen Umgebungsbedingungen. Ein asynchroner Exposure‑Trigger macht die Sensoren zudem industrietauglich nutzbar. Auch die Kamera-Hardware ist konsequent für industrielle Einsatzszenarien konzipiert: Dank IP69K‑geschütztem Gehäuse, Objektivtubus und passender Verkabelung arbeiten sie auch bei Hochdruck, starker Verschmutzung oder Temperaturen bis zu –20 °C zuverlässig.
In der modernen Leichtbaufertigung werden Bleche immer dünner, und genau dort, geraten Prozesse wie das Bolzenschweißen an ihre Grenzen. Schweißbolzen, per Lichtbogen auf Metallblech aufgebracht, schaffen stabile Verbindungen, solange das Material dick genug ist. Denn wo der Bolzen aufgeschweißt wird, entstehen auf der Rückseite sichtbare Verformungen und Verfärbungen. In der Automobilkarosserie oder der weißen Ware ist das ein K.O.-Kriterium.
Die Lösung kommt aus der Photonik und wird etwa von Böllhoff, einem Systemlieferanten für Verbindungselemente und Montagtechnik, angeboten.
Bei der Onsert-Klebetechnik wird ein UV-reaktiver Klebstoff auf einen Bolzen aufgetragen. Dieser besitzt eine Umspritzung aus transparentem Kunststoff, damit das Aushärtungslicht auf den Klebstoff treffen kann. Anschließend wird er auf die zu fügende Oberfläche gepresst und mit einer UV-LED-Leuchte belichtet.
Nach wenigen Sekunden ist die Verbindung vollständig ausgehärtet und belastbar. Die Rückseite bleibt einwandfrei. Die Festigkeitswerte sind vergleichbar mit denen einer Schweißverbindung. Und der Gesamtprozess? Schlanker als der Schweißprozess – kein Schweißgerät, keine Erwärmung, keine Abkühlzeit, keine Spritzer und keine Nacharbeit. Das Bauteil kann sofort nach der Belichtung weiterverarbeitet werden.
Martin Weller, Geschäftsführer von Diana Electronic-Systeme aus Schwaikheim, kennt solche Anwendungen aus dem täglichen Projektgeschäft. Das Unternehmen zählt zu den führenden Herstellern von UV-Maschinenleuchten für industrielle Ausgabeprozesse und liefert die präzisen Lichtquellen, die UV-reaktive Klebstoffe. „Die Bolzenverbindung erfolgt in wenigen Sekunden und die rückseitige Oberfläche bleibt unversehrt." Für Bleche, die immer dünner werden, ist das ein enormer Vorteil gegenüber dem klassischen Schweißen.“ Zudem bietet der Prozess Vorteile, wo thermische Fügeverfahren technisch überhaupt nicht umsetzbar sind. Etwa auf duroplastischen Kunststoffverbundmaterialien oder bereits lackierten und beschichteten Oberflächen.
UV-härtende Klebstoffe existieren seit Jahrzehnten. Ausgehärtet wurden sie traditionell mit Quecksilberdampflampen oder HQI-Brennern – Lichtquellen, die zwar große UV-Mengen liefern, aber kaum gezielte Prozesskontrolle erlauben. Die starke Wärmestrahlung ist bei Kunststoffbauteilen problematisch. Hinzu kommt: Diese Brenner lassen sich nicht kurzfristig ein- und ausschalten, jeder Schaltzyklus verkürzt die Nutzungsdauer erheblich. Dauerhafter Betrieb wiederum stellt Anforderungen an den Arbeitsschutz. Die Möglichkeiten, den bedeutenden Faktor Licht prozessoptimiert einzusetzen, blieben damit stark eingeschränkt.
Die LED ändert das: Sie liefert Licht in einem eng definierten Wellenlängenband und in einem klar definierten Zeitfenster. Klebstoffhersteller wie Delo oder Henkel veröffentlichen detaillierte Spektralangaben zu ihren Produkten: bei 365 nm härtet ein Klebstoff anders aus als bei 405 nm. Die Wahl der Wellenlänge beeinflusst, ob die Reaktion schneller oder langsamer abläuft, welche Energiedichte nötig ist – und welche Eigenschaften der ausgehärtete Werkstoff am Ende hat.
„Hinter diesem Potenzial steckt Polymerchemie“, sagt Ingenieur Weller. Bei der UV-Aushärtung startet das Licht einen Polymerisationsprozess: Photoinitiatoren im Klebstoff absorbieren die Lichtenergie, zerfallen in reaktive Radikale und lösen so eine Kettenreaktion aus, bei der flüssige Monomere zu langen, stabilen Polymerketten verknüpfen und ein dreidimensionales Netzwerk bilden.
Die Anfangsintensität des Lichts bestimmt dabei, wie viele Startzentren gleichzeitig aktiviert werden: Bei hoher Lichtleistung entstehen viele kurze Ketten, bei niedriger Intensität wachsen wenige Ketten länger. Entscheidend ist jedoch nicht allein die Kettenlänge, sondern die Vernetzungsdichte, also wie stark die Ketten untereinander querverbunden sind. Je nach Klebstoff und Belichtungsprofil lässt sich so ein hartes, abriebfestes oder ein zähes, elastisches Material erzeugen.
Hinzu kommt die Wellenlänge: Verschiedene Initiatoren im Klebstoff reagieren auf unterschiedliche Spektralbereiche. Wer zunächst mit einer Wellenlänge vorvernetzt und dann mit einer anderen nachbelichtet, kann durch den Querschnitt eines Bauteils hinweg unterschiedliche Zonen mit verschiedenen Eigenschaften erzeugen – innen weich und elastisch, außen hart und abriebfest. Weller beschreibt den industriellen Mehrwert: „Mit LED kann ich ganz spezifisches Licht anbieten und damit den Klebstoff sozusagen programmieren“.
Für die industrielle Praxis eröffnet das neue Konstruktionsfreiheiten. Ein und derselbe Klebstoff kann je nach Belichtungsprofil unterschiedliche Aufgaben übernehmen: als elastische Dämpfung oder als formstabile Fixierung.
Ein weiteres Anwendungsfeld ist die Dichttechnik. In der Gehäusetechnik, im Maschinenbau und im Fahrzeugbau werden Dichtungen häufig als PU-Schaum über Mehrachssysteme appliziert. Klassische Einkomponenten-Dichtwerkstoffe müssen dabei trocknen oder über eine Zweikomponentenreaktion ausgehärtet werden. Das kostet Zeit, erfordert Zwischenlagerung und schränkt die Prozesssicherheit ein. Fotoreaktive Dichtwerkstoffe ermöglichen hier einen anderen Ansatz: Das Material wird appliziert, positioniert – und härtet gezielt aus, sobald UV-Licht auftrifft.
In Verbindung mit gezielter Wellenlängensteuerung lassen sich dabei gradierte Eigenschaften im Querschnitt realisieren: ein härterer Kern für die Formstabilität, eine weichere Außenzone für die Dichtwirkung.
Wer Acrylglas mit Acrylglas verbinden will, kennt das klassische Verfahren: ein lösemittelhaltiger Klebstoff, der den Kunststoff anlöst und durch chemisches Schweißen – auch Lösemittelschweißen genannt – eine Verbindung erzeugt. Die Festigkeit ist gut, der Prozess aber alles andere als angenehm: Das Lösemittel verdunstet, der Arbeitsplatz benötigt eine aufwändige Absauganlage und die Luft muss über kostenintensive Filter gereinigt werden. Außerdem müssen die Teile während des gesamten Prozesses exakt positioniert gehalten werden, damit am Ende eine saubere Verbindung entsteht.
Der Einsatz von UV-härtenden Klebstoffen ermöglicht einen neuen Prozessansatz: „Das Klebstoffmaterial bleibt beliebig lang flüssig, solange kein UV-Licht auftrifft. Die Teile können exakt ausgerichtet werden und sobald die Position stimmt, wird die LED aktiviert“, erklärt Weller. Daraus ergeben sich prozesstechnische Vorteile: Die Aushärtung erfolgt in Sekunden, die Verbindung ist dauerhaft. Lösemittelfreiheit bedeutet deutlich reduzierte Arbeitsschutzanforderungen: keine Abluftanlage, geringere Risiken durch Dampfexposition, kein Verdunstungseintrag ins Bauteil – auch wenn Schutzmaßnahmen weiterhin einzuhalten sind.
Verarbeiter berichten Diana von deutlich reduzierten Fertigungszeiten. Was früher durch Trocknungsprozess oder Reaktionszeit einer Zweikomponenten-Fügung gebunden war, kann mit UV-reaktiven Klebstoffen auf ein Minimum komprimiert werden – in einzelnen Fällen auf die Hälfte der ursprünglichen Prozesszeit.
So überzeugend die Möglichkeiten erscheinen, die Umsetzung stellt eigene Anforderungen an die Prozesskette. Die Wellenlänge des UV-Lichts muss auf den Initiator im Klebstoff abgestimmt sein. Weicht das Spektrum der LED auch nur wenige Nanometer vom Optimum ab, verlängert sich die Aushärtezeit oder die angestrebten Werkstoffeigenschaften werden nicht erreicht.
Erschwerend kommt hinzu, was in der LED-Fertigung als Binning-Problem bekannt ist: Kein Halbleiterhersteller kann die exakte Emissionswellenlänge einer LED vollständig kontrollieren. Die gefertigten Komponenten werden nach der Produktion in Wellenlängenklassen sortiert. Weller beschreibt die Konsequenz: „Wenn ich 100.000 LEDs brauche, bei genau 412 Nanometer, dann kann der Hersteller das nicht einfach liefern. Er produziert einen Bereich von 405 bis 415 Nanometer und sortiert danach“. Je spezifischer die Anforderung, desto geringer die Ausbeute – und desto höher der Preis.
Die systemische Frage lautet daher nicht nur: Welche Wellenlänge ist optimal? Sondern auch: Welche Intensität, welche Belichtungszeit, welche Lichtführung passen zum Prozess? Diese Parameter lassen sich nicht aus dem Datenblatt ablesen. Sie erfordern das Zusammenspiel von Werkstoffkunde, Lichttechnik und Prozesstechnik – ein interdisziplinäres Know-how, das Anwendungstechniker vertreten. Wirklich gute Anwendungstechniker sind rar; das Wissen ist breit gefächert und knifflige Aufgabenstellungen erfordern neben fundierter Theorie jahrzehntelange Erfahrung.
Für Weller ist klar: „Die LED ist das Werkzeug. Den Prozess beherrschen kann aber nur, wer Chemie, Optik und Fertigungstechnik zusammendenkt.“
Hohe Beweglichkeit, lange Lebensdauer und eine störungsfreie Datenübertragung: Leitungen müssen in modernen Robotersystemen Höchstleistungen erbringen. Die CFROBOT8.PLUS-Serie von igus erfüllt genau diese Anforderungen. Sie ist für Torsionsbewegungen von bis zu ±360°/m ausgelegt und erreicht eine garantierte Lebensdauer von zehn Millionen Zyklen. Ermöglicht wird dies durch ein Spezialgeflecht des Schirmungsaufbaus, dessen Struktur einem Strickmuster ähnelt und so mehr Bewegungsfreiheit schafft. Je nach Ausführung konnte der Außendurchmesser der Leitungen im Vergleich zur Vorgängerserie CFROBOT8 deutlich reduziert werden, je nach Ausführung um bis zu 21 Prozent. Das ist vor allem für Anwendungen in beengten Bauräumen ein entscheidender Vorteil..
Mit der neuen CFROBOT8.PLUS.030 erweitert igus die CFROBOT8.PLUS-Serie um eine Busleitung für das DeviceNet-System. Sie wurde für den Einsatz in hochdynamischen Anwendungen wie Sechsachsrobotern, Handling-Systemen oder Spindelantrieben entwickelt. Der torsionsfeste Gesamtschirm aus verzinntem Kupfergeflecht sorgt für eine zuverlässige Abschirmung und gewährleistet eine stabile und störungsfreie Datenübertragung – auch unter extremen mechanischen Belastungen. Darüber hinaus ist die Leitung öl- und UV-beständig und eignet sich damit sowohl für den Einsatz im Innen- als auch im Außenbereich.
Neben klassischen Robotikanwendungen lassen sich die Leitungen auch in Werkzeugmaschinen oder anderen torsionsbeanspruchten Anwendungen einsetzen. Auch freihängende Anwendungen, zum Beispiel bewegliche Terminals, lassen sich realisieren. Damit steht Anwendern nun ein Portfolio für alle gängigen Bussysteme zur Verfügung, darunter Profinet, Profibus, CAN-Bus sowie Ethernet-Anwendungen bis CAT7. Die CFROBOT8.PLUS-Leitungen sind ab Lager verfügbar und bereits ab einem Meter Länge erhältlich.
AC/DC Netzteile für die Montage auf der DIN-Schiene haben sich als Standard für die zuverlässigen und stabile Stromversorgung in industriellen Anwendungen etabliert. Sie versorgen Steuerungen, Sensorik und Kommunikationseinheiten und bilden damit das Fundament der Automatisierungstechnik. Die Anforderungen an diese Stromversorgungen sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Kompaktere Bauformen, höhere Leistungsdichten und ein erweiterter Temperaturbereich sind ebenso gefragt wie eine hohe Effizienz im Dauerbetrieb. Gleichzeitig erwarten Entwickler eine einfache Integration in bestehende Schaltschränke sowie eine zuverlässige Funktion auch unter anspruchsvollen Umgebungsbedingungen.
Ein zentraler Aspekt ist die Platzersparnis. Schaltschrankflächen sind teuer und oft begrenzt. Moderne AC/DC Netzteile für die DIN-Schiene zeichnen sich daher durch eine schlanke Bauform aus, ohne Kompromisse bei der Leistung einzugehen. Durch optimierte Schaltungstopologien und thermisches Design lassen sich hohe Leistungen auf engem Raum realisieren. Neben der Baugröße spielt die Energieeffizienz eine wichtige Rolle. Verluste in der Stromversorgung führen nicht nur zu höheren Betriebskosten, sondern auch zu zusätzlicher Wärmeentwicklung im Schaltschrank. Hochwertige Netzteile erreichen Wirkungsgrade von über 90 Prozent und tragen so zu einem energieeffizienten Gesamtsystem bei. Gleichzeitig reduziert sich der Kühlbedarf, was die Systemzuverlässigkeit weiter erhöht.
Ein weiterer Fokus liegt auf der Robustheit. Industrieanwendungen stellen hohe Anforderungen an die elektrische und mechanische Belastbarkeit. Netzteile müssen Spannungsschwankungen, Transienten und elektromagnetische Störungen sicher beherrschen. Erweiterte Eingangsspannungsbereiche und integrierte Schutzfunktionen wie Überstrom, Überspannung und Kurzschlussfestigkeit sorgen für einen stabilen Betrieb auch unter schwierigen Bedingungen. Für den Elektroingenieur ist zudem die einfache Inbetriebnahme entscheidend. Klare Anschlusskonzepte, gut zugängliche Klemmen und eine zuverlässige Hutschienenmontage erleichtern die Integration in neue oder bestehende Anlagen. Zusatzfunktionen wie DC OK Signale oder einstellbare Ausgangsspannungen unterstützen die Diagnose und erhöhen die Flexibilität im Einsatz.
Auch internationale Zulassungen spielen eine wichtige Rolle, insbesondere bei Maschinen und Anlagen, die weltweit eingesetzt werden. Zertifizierungen nach gängigen Normen ermöglichen eine problemlose Verwendung in unterschiedlichen Märkten und reduzieren den Aufwand im Zulassungsprozess. TRACO POWER bietet in diesem Umfeld ein breites Sortiment an AC/DC Netzteilen für die DIN-Schiene, das gezielt auf die Anforderungen industrieller Anwendungen ausgelegt ist. Die Geräte kombinieren kompakte Bauformen mit hoher Effizienz und Zuverlässigkeit und decken unterschiedliche Leistungsbereiche ab. Damit erhalten Entwickler und Systemintegratoren eine flexible Basis für anspruchsvolle Stromversorgungskonzepte in der Industrie.
AC/DC Netzteile für die DIN-Schiene sind damit weit mehr als reine Energiequellen. Sie sind ein integraler Bestandteil moderner Automatisierungslösungen und tragen maßgeblich zur Effizienz und Zuverlässigkeit industrieller Systeme bei.
Yamaichi Electronics erweitert sein Portfolio der bewährten metallischen Push-Pull Rundsteckverbinder T-Serie um eine neue 90°-PCB-Buchse (WE). Die rechtwinklige Leiterplattenlösung wurde speziell für Anwendungen entwickelt, bei denen eine platzsparende Bauweise, hohe Zuverlässigkeit und einfache Leiterplattenintegration gefragt sind. Die neue Buchse ist für sämtliche Größen der T-Serie – Size 09, 12, 15 und 18 – verfügbar und ermöglicht die direkte 90°-Montage auf der Leiterplatte. Dadurch lassen sich kompakte Geräte einfacher konstruieren, ohne Kompromisse bei der elektrischen oder mechanischen Performance einzugehen.
Die neue Buchse verfügt über Printkontakte und erreicht im gesteckten Zustand die Schutzart IP68. Eine fest integrierte Flanschkonstruktion mit O-Ring-Dichtung sorgt für eine zuverlässige Abdichtung gegen Staub und Wasser und macht die Steckverbinderlösung ideal für industrielle Anwendungen, Automatisierungstechnik sowie Mess- und Prüfsysteme.
Um unterschiedlichste Designanforderungen abzudecken, bietet Yamaichi Electronics verschiedene Anschluss- und Befestigungsoptionen an. Kunden können zwischen Harpoon Pins, Schraubbefestigung oder Lötpins wählen. Darüber hinaus steht die neue Buchse in unterschiedlichen Baugrößen sowie mit verschiedenen Polzahlen zur Verfügung.
Die neue robuste Netzteilreihe S8NR von OMRON bietet einen IP67 Schutz für die Installation direkt an der Maschine und außerhalb des Schaltschranks. Die Geräte decken einen Leistungsbereich von 90 bis 600 Watt bei 24 V DC ab. Insbesondere die Varianten mit 360 und 600 Watt reduzieren den Installationsaufwand: Bis zu sechs einzeln abgesicherte Ausgänge sind bereits in einem Gerät integriert. Das spart Komponenten, vereinfacht die Verdrahtung und beschleunigt die Installation.
Für Anwender sind die größten Vorteile der einfache Betrieb und die Übersichtlichkeit. Bei den 360- und 600-Watt-Modellen informiert ein integriertes Display in Echtzeit über Spannung, Stromaufnahme und den Status jedes einzelnen Ausgangs. Viele Prüfaufgaben lassen sich dadurch direkt am Gerät durchführen, ohne zusätzliches Messgerät. Für eine schnelle Fehlerlokalisierung besitzt jeder Ausgang eine eigene Status-LED. Im Normalbetrieb leuchtet sie grün, bei einer Störung wechselt sie auf Rot. So können Anwender Fehlerquellen schneller identifizieren und ungeplante Stillstände reduzieren.
Eine integrierte Zustandsüberwachung analysiert kontinuierlich die internen Kondensatoren und informiert über die verbleibende Lebensdauer in Jahren und Prozent. So lassen sich Wartungsmaßnahmen vorausschauend planen, bevor es zu einem Ausfall kommt. Über die integrierte IO-Link-Kommunikation können sämtliche Status- und Diagnosedaten zudem aus der Ferne ausgelesen und die Geräte problemlos konfiguriert werden.
Für zusätzliche Flexibilität sorgen individuell konfigurierbare Ausgänge: Die Auslöseströme lassen sich in 0,1-Ampere-Schritten einstellen, die Einschaltsequenz jedes Ausgangs kann in 0,1-Sekunden-Schritten verzögert werden. Dadurch können dünnere Leitungen eingesetzt und hohe Einschaltströme vermieden werden, sodass die Stromversorgung auch beim gleichzeitigen Zuschalten mehrerer Verbraucher stabil bleibt.
Die Verlagerung der Stromversorgung aus dem Schaltschrank direkt an die Maschine löst zwar Platz- und Wärmeprobleme, geht jedoch häufig zulasten der Transparenz in den einzelnen Stromkreisen. Die S8NR wurde so konzipiert, dass diese Übersicht erhalten bleibt, unabhängig davon, wo das Gerät installiert ist, damit Ingenieure nicht ein Problem gegen ein anderes eintauschen müssen.
Polytec erweitert seine modulare Laservibrometrie-Plattform VibroFlex um das neue Frontend Connect+. Das System integriert Referenzkanal, Signalgenerator und WiFi direkt in einer zentralen Hardwareeinheit und erhöht die Bandbreite auf bis zu 32 MHz. Anwenderinnen und Anwender aus Forschung, Entwicklung und Serienprüfung profitieren damit von kompakteren Messaufbauten und erweiterten Analysefunktionen.
Mit integriertem Referenzkanal und Signalgenerator lassen sich vollständige Übertragungsfunktionen (FRF) phasensynchron erfassen, ohne zusätzliche externe Messhardware. Der Encoder- und Tacho-Eingang ergänzt das Frontend um Funktionen für Ordnungsanalysen und Run-Up-Messungen. Die erweiterten Funktionen bilden die Wünsche und Anforderungen ab, die Polytec im Austausch mit den Anwenderinnen und Anwendern erhalten hat.
Die Bandbreite von bis zu 32 MHz unterstützt hochfrequente Anwendungen wie Ultraschall- und Strukturanalysen. Für Mehrkanal-Setups ermöglicht die neue PTP-basierte Synchronisierung eine präzise zeitliche Abstimmung mehrerer Frontends. Die integrierte WiFi-Funktion erlaubt zudem die kabellose Steuerung und Datenübertragung über die Software VibSoft. Gerade bei schwer zugänglichen oder sicherheitskritischen Messstellen reduziert dies den Verkabelungsaufwand deutlich.
Das modulare Grundprinzip des VibroFlex-Systems bleibt erhalten. Bestehende VibroFlex-Systeme können das neue Connect+ Frontend ohne Austausch vorhandener Sensorköpfe weiterverwenden.
EGE-Elektronik präsentiert einen neuen Luftstromsensor mit IO-Link-Schnittstelle und Smart Sensor Profile zur einfachen Integration in moderne vernetzte Industrieanlagen. Der kompakte, reaktionsschnelle Sensor misst die Strömungsgeschwindigkeit im Bereich von 0,5 bis 15 m/s und Temperaturen von -20 bis 70 °C von gasförmigen nichtexplosiven Medien. Der mehrfarbig beleuchtete Kabelaustritt signalisiert den Strömungs- und Sensorstatus. Für die Weiterverarbeitung stehen im SIO-Modus der PNP-Schaltausgang oder im IO-Link-Betrieb die Prozessdaten zur Verfügung. Der Sensor speichert Min./Max.-Werte und bietet zudem umfassende Programmierfunktionen wie Hysterese (Grenzwertüberwachung), Ein- und Ausschaltverzögerung und Locator-Funktion zur Sensorverortung in der Anlage mittels Leuchtsignal. Die IO-Link-Schnittstelle ermöglicht eine einfache Einrichtung und Überwachung aus der Ferne.
Das IO-Link Smart Sensor Profile gewährleistet herstellerunabhängig die standardisierte Beschreibung der Sensorparameter und Messwerte und erleichtert Anwendern so die Anlageneinbindung und SPS-Programmierung. Den neuen Sensor gibt es in zwei Bauformen: LG 518 GPLS mit M18x1-Gewindehülse und LN 520 GPLS mit 20-mm-Glatthülse. Die zur Montage erforderlichen Muttern bzw. ein Flansch sind jeweils im Lieferumfang enthalten. Die Montage erfolgt direkt in der Wandung des Strömungskanals. Bei ausreichend starkem Luftstrom im Randbereich, kann die Messfläche bündig mit der Kanalinnenwand abschließen. Der Sensor entspricht der Schutzart IP67.
BOGEN Magnetics bietet mit dem absoluten Multi-Turn-Messkopf AKS16-MT in Kombination mit dem RMSN-Rotationsmaßstab eine zuverlässige Lösung für präzise Drehpositionsmessungen in Automatisierungs- und Robotikanwendungen. Dank batteriegepufferter Multi-Turn-Funktion werden Positionsänderungen selbst bei abgeschalteter Versorgungsspannung sicher erfasst.
Referenzfahrten nach dem Neustart entfallen, wodurch Stillstandszeiten reduziert und die Anlagenverfügbarkeit erhöht werden. Mit einer Single-Turn-Auflösung von bis zu 20 Bit, einer Multi-Turn-Erfassung von bis zu 18 Bit sowie BiSS-C- oder SSI-Schnittstellen eignet sich das System für anspruchsvolle Motion-Control-Anwendungen.
Mit Abmessungen von nur 24,2 × 16 mm ermöglicht der AKS16-MT eine platzsparende Integration für Ringdurchmesser bis Ø65 mm. In Verbindung mit den verschleißfreien RMSN-Magnetringen entsteht eine robuste, kosteneffiziente Messlösung für rotative Anwendungen, selbst unter anspruchsvollen Umgebungsbedingungen.
Der Neigungsschalter B1N180V-QR20 erweitert das QR20-Portfolio von TURCK um eine kosteneffiziente Lösung für einfache Schaltanwendungen. Der einachsige Sensor arbeitet mit MEMS-Beschleunigungsmessung und bietet ein festes Schaltfenster über 180 Grad. So kann er Quecksilber-, Flüssigkeits- und Kugelschalter in vielen Anwendungen ersetzen. Der Neigungsschalter vereint robuste Mechanik, schnelle Montage und Wartungsfreiheit. Da keine Betätigungselemente oder Teach-Prozesse erforderlich sind, ist der Sensor schnell in Betrieb genommen.
Der B1N180V-QR20 verfügt über einen PNP-Schaltausgang, der auf 180 Grad entlang der Sensorachse schaltet. Das magnetische Befestigungskit MAGKIT-QR20 ermöglicht eine schnelle Montage ohne Bohrungen und erleichtert die Einstellung des Schaltwinkels erheblich. Durch die wartungsfreie Messmethode und das geschlossene Gehäuse eignet sich der Sensor auch für anspruchsvolle Umgebungen oder wechselnden Positionierungsbedingungen. Typische Einsatzfelder des Neigungsschalters finden sich in mobilen Maschinen, industriellen Anlagen und Infrastrukturanwendungen. Für komplexere Applikationen stehen die messenden QR20-Neigungssensoren mit IO-Link-, Analog- oder CANopen-Schnittstelle sowie Ausführungen mit parametrierbaren Schaltfenstern zur Verfügung.
Bei 80 Prozent aller Anwendungen ist die Antriebselektronik im Schaltschrank untergebracht. Vor allem im Maschinenbau dominieren zentrale Steuerungsarchitekturen. Branchen wie die Intralogistik, Fördertechnik, Lebensmittelindustrie und Flughafentechnik setzen hingegen verstärkt auf dezentrale Konzepte mit motoraufgebauten oder motornahen Frequenzumrichtern. Doch welche Vorteile bringt eine Dezentralisierung? Und in welchen Applikationen kann auch weiterhin nicht auf einen Schaltschrank nicht verzichtet werden?
Dezentrale Antriebstechnik ist besonders bei weitläufigen Anlagen sowie in modularen und mobilen Systemen von Vorteil. Dabei werden die Antriebsaufgaben auf einzelne, intelligente Komponenten im Feld verteilt. Diese werden dort installiert, wo sie gebraucht werden – in Motornähe. Durch dezentrale Automatisierungskonzepte wird der Schaltschrankbau einfacher, kostengünstiger und kompakter. Außerdem reduzieren sich der Verdrahtungsaufwand und die Verkabelung zwischen Schrank und Antrieb im Feld. Weil die Frequenzumrichter direkt auf oder am Motor montiert werden, ist zudem eine motornahe Inbetriebnahme möglich.
Eine Dezentralisierung der Antriebstechnik findet vorrangig im kleineren und mittleren Leistungsbereich statt und ermöglicht ein Anlagendesign, das aus autarken Fertigungsinseln besteht, die ihre Abläufe weitgehend selbst regeln. So wird die übergeordnete Steuerung entlastet und die Anlagenkomplexität reduziert. Dadurch lässt sich das gesamte System leichter warten und arbeitet effizienter. Gleichzeitig bieten modular aufgebaute Strukturen maximale Flexibilität.
Doch nicht alle Anwendungen erlauben es, die Antriebselektronik ins Feld zu verlagern. Insbesondere wenn es um große Leistungen und extreme Umweltbedingungen geht, bietet die räumliche Trennung von Motor und Steuerungstechnik Vorteile. So ist die empfindliche Elektronik im Schaltschrank optimal vor rauen Umgebungsbedingungen geschützt. Für Ex-Bereiche der Zone 22 (explosive Stäube) sind zwar dezentrale Antriebssysteme üblich, explosive Gase, Nebel und Dämpfe erfordern jedoch höhere Schutzmaßnahmen, so dass eine Dezentralisierung technisch zwar möglich, aber wirtschaftlich nicht sinnvoll wäre. Sensible Bereiche wie die Prozessindustrie, die Chemiebranche und Lackierereien nutzen daher in den meisten Fällen einen festen Installationspunkt im Schaltschrank. Auch kann es in manchen Applikationen notwendig sein, zentral auf die Frequenzumrichter zuzugreifen.
NORD entwickelt und produziert seit über 40 Jahren elektronische Antriebstechnik und zählt zu den Pionieren in der Umrichter-Technik. Das Portfolio des Unternehmens umfasst Motorstarter, Frequenzumrichter und dezentrale Antriebselektronik bis 22 kW sowie für den Schaltschrank bis 160 kW. Es zeichnet sich vor allem durch skalierbare Funktionen, eine hohe Regelgüte sowie eine einfache Installation und Bedienung aus. Verschiedene Leistungsklassen, Montagemöglichkeiten und Kommunikationsmodule garantieren die Integration in alle gängigen Steuerungsarchitekturen.
Entgegen der Marktpraxis nutzen die Antriebsspezialisten aus Norddeutschland für Schaltschrankgeräte und dezentrale Lösungen das gleiche Plattformkonzept mit dem gleichen Performance- und Funktionsumfang unabhängig vom Installationsort. Bei Wettbewerbern gibt es hingegen zwischen dezentralen Lösungen und Umrichtern im Schaltschrank erhebliche Unterschiede hinsichtlich Ausstattung, Funktion und Performance. Während Schaltschrankgeräte mit dem vollen Funktionsumfang ausgestattet sind, handelt es sich bei dezentralen Umrichtern oft um abgespeckte Varianten.
Dank des Plattformkonzepts ist NORD in der Lage, eine Kombination aus Schaltschrank und dezentralen Geräten zu realisieren. Abfüllanlagen in der Getränkeindustrie sind für derartige Mischkonzepte – also einem Neben- und Miteinander von Schaltschrank- und dezentraler Technik – ein gutes Beispiel. Wo direkt mit dem Produkt gearbeitet wird und entsprechende Hygienestandards erfüllt werden müssen, empfiehlt sich oft eine Schaltschranklösung. Für Förderbänder zwischen den einzelnen Stationen sind jedoch dezentrale Lösungen meist die bessere Wahl. NORD bietet alles aus einer Hand und mit einheitlichen Standards.
Ob eine Installation im Schaltschrank mi dem NORDAC PRO SK 500P oder dezentraler Einsatz im Feld mit dem NORDAC FLEX, NORDAC LINK und NORDAC ON/ON+: Die durchgehende Kompatibilität der gesamten Produktfamilie sorgt für eine einheitliche Bedienung, Skalierbarkeit, Plug&Play und gemeinsame Optionen. Die Geräte können flexibel an jede Applikation angepasst werden, lassen sich schnell installieren und sind mit allen marktüblichen Bussystemen und Steuerungen kompatibel.
Frequenzumrichter von NORD sind für den Betrieb von Asynchron- und Synchronmotoren ausgelegt. Technische Features wie die PLC-Funktionalität für antriebsnahe Funktionen, eine Energiesparfunktion für den Teillastbereich, die Positioniersteuerung POSICON, integrierte Bremschopper für den 4-Quadrantenbetrieb sowie funktionale Sicherheit mit STO und SS1 garantieren einen hohen Anwendungsnutzen. Die präzise Stromvektorregelung kann das Optimum an Drehmoment in unterschiedlichsten Last- und Drehzahlsituationen herausholen. Darüber hinaus können die Umrichter zahlreiche Funktionen übernehmen, selbständig steuern und versetzen den Getriebemotor in die Lage, Hubwerksfunktionen, Positionieraufgaben, Ablaufsteuerungen, fliegende Sägen und den Gleichlauf mit anderen Motoren sowie Servofunktionen auszuführen. Für Ex- und Hygiene-Umgebungen bietet NORD mit dem innovativen Oberflächenschutz NXD tupH sowie ATEX 3D ebenfalls passende Lösungen.
Dank der integrierten PLC ermöglichen die Umrichter Condition-Monitoring für Predictive-Maintenance und sind damit für den Einsatz in IIoT und Industrie 4.0 bestens gewappnet. Durch die kontinuierliche Erfassung der Antriebs- und Zustandsdaten lassen sich unzulässige Betriebszustände frühzeitig erkennen, was Maschinen- oder Anlagenstillstände verringert und planbar macht – was die Wartungskosten reduziert.
Bei der Wahl des Antriebskonzepts spielen neben Auswahl zentral und dezentral auch weitere Faktoren eine wichtige Rolle. Vor allem Themen wie Energieeffizienz und Senkung der TCO (Total Cost of Ownership). 85% der Lebenszykluskosten eines Antriebs ergeben sich aus dem Betrieb: Energiekosten, administrative Kosten, Ersatzteilbevorratung aber auch Kosten für Recycling und Entsorgung gehören dazu. NORD bietet einen innovativen Produktbaukasten und Dienstleistungen, die dabei helfen, die Gesamtbetriebskosten zu optimieren. Eine wirksame Maßnahme, die Total Cost of Ownership zu reduzieren, ist der Einsatz hocheffizienter Synchronmotoren. Sie entfalten ihr volles Potential bei Anwendungen im Teillastbereich und niedrigen Drehzahlbereichen. Das NORD-Hocheffizienzportfolio wurde mit Fokus auf einen geringen Energieverbrauch, eine maximale Leistungsdichte und bestmögliche Anwenderfreundlichkeit entwickelt. Es besteht aus dem Getriebemotor DuoDrive, dem darin integrierten IE5+ Synchronmotor sowie der Antriebselektronik von NORD. Auch der Lösungsraum LogiDrive® bietet eine ideale Antwort zur Reduzierung der TCO. Er kombiniert energieeffiziente Motoren, Getriebe und Frequenzumrichter zu Antriebslösungen, die auf Post & Parcel, Airport und Warehouse zugeschnitten sind.
„Letztlich bestimmt die Anwendung, was wirklich energieeffizient ist“, erklärt Jörg Niermann, Marketingleiter bei NORD. „Ihre Lastenverteilung, Prozessdynamik und Betriebsdauer geben vor, mit welcher Systemlösung die bestmögliche Gesamteffizienz erzielt werden kann.“ Deshalb ist auch die Möglichkeit der Variantenreduzierung ist ein weiterer wichtiger Ansatz zur Kostenoptimierung: Da die Synchronmotoren von NORD zu über 200% überlastfähig sind, können sie auch Spitzenlasten problemlos abdecken. Die Folge: Die Wirkungsgrade bleiben trotz Überdimensionierung hoch. Das eröffnet die Möglichkeit, bei großen Anlagen mit mehreren 100 Antrieben nur eine einzige Motorbaugröße einzusetzen. Je nach Leistungsanforderung können diese von einem Umrichter mit unterschiedlichen Frequenzen betrieben werden. Eine Variantenreduzierung verschlankt Produktions-, Logistik-, Lager- und Serviceprozesse und senkt somit die TCO erheblich.
„Ob zentral oder dezentral – ausgeklügelte Systemlösungen und eine ganzheitlichen Effizienzbetrachtung werden künftig immer stärker gefragt sein“, ist sich Jörg Niermann von NORD sicher. Deshalb hat das Unternehmen sein Beratungsangebot dahingehend ausgerichtet. „Mit dem NORD ECO Service bieten wir die Möglichkeit, Bestandsapplikationen unserer Kunden im Hinblick auf Energieeffizienz, Dimensionierung sowie Variantenvielfalt zu analysieren und erstellen auf Wunsch ein maßgeschneidertes Antriebskonzept zur Senkung der Lebenszyklus- und Energiekosten.“
Wer an den Geräten von milon trainiert, nimmt die dahinterliegende Antriebstechnik kaum wahr – ein bewusstes Qualitätsmerkmal der Gerätearchitektur. Darauf weist Wolfgang Zech hin, Leiter Supply Chain Management bei milon. Die milon industries GmbH zählt zu den Pionieren des digitalen Trainings. Seit über 50 Jahren entwickelt und produziert das Unternehmen intelligentes Equipment für Fitness- und Gesundheitseinrichtungen. Dazu gehören unter anderem Kraft- und Ausdauergeräte.
Die milon Q+ Serie verbindet digitale Funktionen mit einer individuell einstellbaren Trainingssteuerung und moderner Chip-Technologie. Jedes Gerät erkennt den Nutzer automatisch, speichert die relevanten Trainingsdaten und stellt adaptive Widerstände sowie ein unmittelbares Feedback für die einzelnen Programme bereit. Nach Auswahl des Widerstandsniveaus per Knopfdruck passt die Steuerung die Belastung über den gesamten Bewegungsbereich automatisch an. So entsteht ein gleichmäßiger, kontrollierter Bewegungsablauf – sowohl bei exzentrischen als auch bei konzentrischen Belastungen. Integrierte Sensoren erfassen Wiederholungen, Widerstände und Belastung, analysieren die Trainingsfortschritte und passen die Programme gezielt an. Je nach persönlichem Bedarf eignet sich die Serie für unterschiedliche Einsatzbereiche – vom leistungsorientierten Krafttraining über Gewichtsreduktion bis hin zu therapeutischen Anwendungen – und ermöglicht Training auf unterschiedlichsten Leistungsniveaus.
Die Anforderungen an die Antriebstechnik unterscheiden sich je nach Einsatzumgebung deutlich. Während in klassischen Fitnessstudios das allgemeine Geräuschniveau eine untergeordnete Rolle spielt, werden in Reha- und Gesundheitseinrichtungen ruhige Bewegungsabläufe und ein störungsarmer Betrieb erwartet, da sie eine reizarme Trainings- und Therapiesituation unterstützen. „Deswegen waren wir gezielt auf der Suche nach einer Antriebslösung mit hoher Laufruhe“, erläutert Wolfgang Zech.
Motoren und Getriebe liefert STÖBER aus Pforzheim. „Wir sind einer der wenigen Hersteller, die schrägverzahnte Kegelradgetriebe fertigen“, sagt Florian Sonnenberg, Vertriebsingenieur bei STÖBER. „Damit ermöglichen wir eine besondere Laufruhe – und eine hohe Leistungsdichte.“ Ein Alleinstellungsmerkmal, das milon überzeugte. In Kombination mit den eingesetzten Motoren entstehen kompakte Antriebseinheiten, die sich gut in den begrenzten Bauraum der Geräte integrieren lassen.
Für STÖBER war die Anwendung dennoch ungewöhnlich. „Wir konnten uns anfangs schwer vorstellen, dass unsere Motor-Getriebe-Kombination, die eigentlich für den klassischen Maschinenbau konzipiert ist, nun auch in einer komplett anderen Branche zum Einsatz kommt – und dann noch in die doch recht kompakten Geräte passt“, erinnert sich Florian Sonnenberg.
Mit seiner Lösung unterstützt STÖBER seinen Kunden milon dabei, die Trainingsbedingungen für Anwender gezielt zu verbessern und sich in einem wettbewerbsintensiven Marktumfeld zu positionieren. „Es gibt einige Mitbewerber, die preisgünstigere Alternativen anbieten“, weiß Wolfgang Zech. Bei Trainings- und Gesundheitsanwendungen komme es jedoch entscheidend auf die Qualität der eingesetzten Technik und die Zuverlässigkeit im Dauerbetrieb an.
Ein weiterer wichtiger Punkt, der für die STÖBER Lösung spricht: die Langlebigkeit der eingesetzten Komponenten. Die Getriebe und Motoren sind auf einen dauerhaften Betrieb ausgelegt und verfügen über eine Schmierung auf Lebenszeit. Da im Betrieb nur geringe Wärme entsteht und sich der Innendruck im Getriebe kaum erhöht, ist der Verschleiß der Wellendichtungen entsprechend gering. Dies trägt zu einer hohen Betriebssicherheit und langen Wartungsintervallen im Studio- und Therapiebetrieb bei.
Die STÖBER Getriebe haben überzeugt. Künftig plant milon eine weitere Geräteserie, die stärker auf die jüngere Generation der Kraftsport-Begeisterten ausgelegt ist. In diesem Segment stehen Effizienz, Belastbarkeit und zusätzliche Freiheitsgrade im Vordergrund, während akustische Anforderungen eine geringere Rolle spielen.
Sollte die geplante Geräteserie weiter konkretisiert werden, steht STÖBER milon gerne weiterhin als technischer Partner zur Seite – mit Ideen und effizienten Antriebslösungen für anspruchsvolle Anwendungen.
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