Mit steigenden Anforderungen an die industrielle Bildverarbeitung wächst auch der Bedarf an Lösungen, die mehrere Kameras effizient koordinieren und die anfallenden Bilddaten zentral verarbeiten. Für Anwendungen wie Produktionsüberwachung, Multi-View-Inspektionen oder Robot Vision stellt Balluff ein neues Automation Camera System (ACS) vor, das bis zu vier Kameras in einer gemeinsamen Systemarchitektur zusammenführt.
Im Zentrum des Systems steht ein sogenannter Camera Master, der die Steuerung und Synchronisation der angeschlossenen Kameras übernimmt. Darüber hinaus aggregiert er die erfassten Bilddaten und stellt die Kommunikation mit Bildverarbeitungs-, Automatisierungs- und IT-Systemen bereit. Die Anbindung erfolgt über GenICam-konforme Schnittstellen. Für Inbetriebnahme, Diagnose und Systemüberwachung steht ein integrierter Webserver zur Verfügung. Nach Angaben des Herstellers wurden bei der Systementwicklung außerdem Anforderungen des Cyber Resilience Act berücksichtigt.
Einkabel-Lösung vereinfacht Handhabung
Ein wesentliches Merkmal des Systems ist die Single-Cable-Architektur zwischen Kamera und Camera Master. Über eine einzige Verbindung werden Stromversorgung, Steuerungsinformationen, Trigger- und I/O-Signale sowie Bilddaten übertragen. Damit soll sich der Verkabelungsaufwand gegenüber herkömmlichen Multi-Kamera-Architekturen reduzieren. Die Verbindungstechnologie unterstützt Kabellängen von bis zu 15 Metern. Die Kameramodule kombinieren Bildsensor und Optik in einem geschlossenen IP67-Gehäuse. Dadurch entfällt die Auswahl und Montage separater Objektive. Verfügbar sind Varianten mit 3- oder 5-Megapixel-Sensoren, jeweils als Farb- oder Monochromversion. Für Anwendungen im Infrarotbereich sind die Monochromkameras zusätzlich ohne integrierten Infrarotsperrfilter erhältlich.
Konzipiert wurde das Automation Camera System für Anwendungen, bei denen mehrere Blickwinkel erforderlich sind. Dazu zählen unter anderem Montage- und Vollständigkeitsprüfungen, Produktions- und Prozessmonitoring sowie Robot-Vision-Aufgaben. Durch die Bündelung von Bildaufnahme, Synchronisation, Datenaggregation, Kommunikation und Systemmanagement in einer zentralen Plattform soll die Integration von Multi-Kamera-Systemen vereinfacht werden.






























