Wahrscheinlich hätte Andreas Lindemann nie gedacht, dass er irgendwann einmal Töpferscheiben fertigen würde. Seine Schwester brachte den Sonderanlagenbauer vor fast 15 Jahren auf die Idee: Sie war Studentin und wünschte sich eine günstige und zugleich robuste Scheibe für ihr Hobby. „Ich habe sie damals aus Holz für sie zusammengebaut und bin dann dabei hängengeblieben“, erinnert sich Lindemann. „Mein Gedanke war: Vielleicht kann man da noch ein bisschen mehr draus machen.“
Konstruktion der Geräte kostete viel Zeit
Andreas Lindemann konnte: Er entwickelte eine hochwertige mobile elektrische Töpferscheibe zu einem bezahlbaren Preis – das Geräte-Konzept ist bis heute einzigartig. Die ersten Töpferscheiben wurden über eine Internetplattform vermarktet und stießen auf großes Interesse. Seitdem steigt die Nachfrage stetig: Heute produziert der Maschinenbauer mit seinem kleinen Team etwa 250 Töpferscheiben im Monat.
Die Kraftübertragung von der Antriebswelle auf den Riemen erfolgt bei den elektrischen Töpferscheiben reibschlüssig über eine Riemenscheibe. Unter anderem für die Verbindung der Riemenscheibe mit der Welle nutzte Andreas Lindemann zuerst Standard-Klemmringe, die er selbst mit den nötigen Bohrungen versah: „Das war aber sehr aufwändig und irgendwann wegen der wachsenden Stückzahlen auch nicht mehr realisierbar.“ Es musste also eine Alternative her, und die fand Lindemann auf der Website von KBK Antriebstechnik aus dem bayerischen Klingenberg.
Großes Angebot an Klemmringen
Das Familienunternehmen fertigt neben Industriekupplungen, Spannsätzen und Messgetrieben auch Klemmringe. Kunden können aus einem breiten Angebot an ein- und zweiteiligen Klemmringen aus brüniertem Stahl, Edelstahl sowie hochfestem Aluminium wählen. Die Ringe lassen sich sowohl zur axialen Sicherung von Bauteilen auf Vollwellen einsetzen als auch für die Übertragung von Drehmomenten auf Hohlwellen.
Zum Produktprogramm gehören nicht nur Standardausführungen, sondern auch individuell kalkulierte und ausgelegte Klemmringe. „Das bietet außer uns keiner an“, berichtet Sven Karpstein. Als Beispiel für eine kundenspezifische Klemmring-Lösung nennt der KBK-Geschäftsführer das Produkt, das sein Team für einen Hersteller von Präzisionsgetrieben entwickelt hat. „Das Unternehmen suchte Klemmringe, die auf geschlitzten Hohlwellen befestigt werden sollen. So müssen die Anwender – Produzenten von Werkzeug- und Verpackungsmaschinen – lediglich eine einzige Schraube anziehen und sparen viel Zeit bei der Montage der Getriebe.“
Von der Berechnung bis zu Bemusterung
KBK konstruierte für den Kunden eine ganze Klemmring-Serie für die verschiedensten Getriebe-Größen. Die Basis bildeten Standard-Klemmringe aus dem eigenen Produktprogramm, die neu durchkalkuliert, beprobt und bemustert wurden. Der Antriebstechnik-Spezialist übernahm die komplette Berechnung der Leistungsdaten und konstruierte auch Klemmringe, die speziell auf Anwendungen mit besonderen Anforderungen ausgelegt waren. Dazu zählten Ausführungen mit mehreren Schrauben, mit speziellen Schrauben-Geometrien oder mit einer ganz bestimmten Schraubenanordnung. Diese Komponenten sind angepasst an Anwendungen mit höheren Drehmomenten oder Drehzahlen.
Kostengünstige und zeitsparende Lösung
Andreas Lindemann benötigt für seine mobilen elektrischen Töpferscheiben ebenfalls unterschiedliche Klemmring-Varianten, denn die Ringe fixieren nicht nur die Riemenscheibe auf der Antriebswelle und übertragen so das Drehmoment auf den Riemen. Auf einem der drei Klemmringe pro Töpferscheibe ist zudem ein Mitnehmer montiert, der den Drehteller – also die eigentliche Töpferscheibe – bewegt.
Dank der individuell für ihn gefertigten Klemmringe von KBK muss Andreas Lindemann nicht mehr auf Sonderdrehteile zurückgreifen, sondern kann Stangenmaterial verwenden, das nach Bedarf abgelängt wird. „Das ist wesentlich günstiger und einfacher zu beschaffen und ich kann auch Toleranzen ausgleichen“, beschreibt der Maschinenbauer die Vorteile. Er verbaut die Klemmringe aus Klingenberg inzwischen an allen Töpferscheiben-Ausführungen: „Das System hat sich sehr bewährt. Ich bekomme die Klemmringe fix und fertig und zu einem konkurrenzfähigen Preis“, freut sich Andreas Lindemann.
Anwendung in Drehtischen und Getrieben
Antriebe wie die von Töpferscheiben sind ein typisches Anwendungsgebiet für die Klemmringe von KBK. Viele Maschinenbauer setzen die Ringe z. B. in ihren Rundtischen ein, deren Funktionsprinzip dem einer Töpferscheibe ähnelt. Drehtische werden in den unterschiedlichsten Branchen verwendet: Sie sind u. a. in Flaschenetikettierungsanlagen zu finden, in Systemen zur Wafer-Inspektion, in Anlagen für den innerbetrieblichen Transport verpackter Stückgüter und an Fräsmaschinen. Klemmringe werden zudem oft von Getriebe-Herstellern nachgefragt, die sie zur Verbindung der Getriebewelle mit der Antriebswelle der Applikation nutzen.
Bedarf an individuellen Klemmringen steigt
KBK bietet nicht nur Standard-Klemmringe und kundenspezifisch ausgelegte Klemmringe an. Zu den Dienstleistungen der Unterfranken gehört auch die individuelle Modifikation der Klemmelemente: Sie werden auf Wunsch z. B. mit Passfedernuten ausgestattet, mit individuellen Bohrungen versehen oder in verschiedenen Verhältnissen von Außen- zu Innendurchmesser geliefert. „Die Nachfrage nach unseren Klemmringen steigt stetig“, berichtet Geschäftsführer Sven Karpstein. Viele Neukunden würden am Markt nicht die Ausführungen finden, die sie benötigen. Bei KBK haben sie schließlich Erfolg: „Wir sind in der Gestaltung dieser Bauteile deutlich flexibler als der Wettbewerb.“





























