Humanoide Roboter stehen derzeit stark im Fokus. Ihr Versprechen: Sie könnten künftig dort unterstützen, wo vorhandene Infrastruktur für Menschen ausgelegt ist, klassische Automatisierung aber an Grenzen stößt – etwa in variablen Produktionsumgebungen, bei Inspektions- und Assistenzaufgaben, in der Landwirtschaft, in kommunalen Anwendungen, in kritischen Infrastrukturen oder in sicherheitsrelevanten und militärischen Einsatzkontexten. Ob, wo und unter welchen Bedingungen daraus tatsächlich ein Mehrwert entsteht, lässt sich jedoch nur am konkreten Anwendungsszenario bewerten. Hier setzt das Humanoid Robots Experience Lab des Fraunhofer-Instituts für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB an.
Prof. Dr.-Ing. habil. Jürgen Beyerer, Institutsleiter des Fraunhofer IOSB: „Bei humanoiden Robotern geht es um mehr, als Maschinen auf zwei Beine zu stellen. Im Kern steht die Frage, wie Künstliche Intelligenz künftig in unserer realen Welt handeln kann: in Umgebungen, die nicht perfekt vorbereitet sind, in Situationen, die uneindeutig bleiben, und im Zusammenspiel mit Menschen, die Unterstützung brauchen, aber die Verantwortung behalten sollen. Mit solchen Herausforderungen beschäftigen wir uns am Fraunhofer IOSB seit vielen Jahren – mit KI-basierter Robotik, Sensordatenauswertung, semantischem Umweltverständnis, Autonomie und Assistenz in komplexen Lagen. Wir können uns heute noch gar nicht vorstellen, was da noch alles auf uns zukommt. Aber wir können beginnen, es systematisch erfahrbar, erprobbar und gestaltbar zu machen. Genau dafür schaffen wir das Humanoid Robots Experience Lab.“
Einschlägige fachliche Expertise und tiefe Domänenkenntnis
Das neue Lab versteht sich als standortübergreifende Erprobungs-, Demonstrations- und Transferplattform. Interessierte Organisationen können humanoide Robotik anhand konkreter Demonstrationen kennenlernen, mögliche Einsatzszenarien diskutieren und gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus Robotik, KI, Sensorik, Automatisierung und Mensch-Maschine-Interaktion erste Schritte in Richtung Pilotanwendung entwickeln. Das Angebot reicht vom ersten Erleben der Technologie über die Bewertung von Machbarkeit, Sicherheitsanforderungen und Integrationsaufwand bis zur Entwicklung tragfähiger Use Cases und Roadmaps.
Das Humanoid Robots Experience Lab schafft einen Rahmen, in dem solche Fähigkeiten anwendungsnah untersucht, demonstriert und gemeinsam mit Partnern weiterentwickelt werden können – mit jeweils unterschiedlichen Schwerpunkten an den drei Standorten:
In Karlsruhe liegt der Fokus auf den Herausforderungen in unstrukturierten, sicherheitskritischen und menschenzentrierten Umgebungen – etwa in Verteidigung, ziviler Sicherheit, Katastrophenschutz und Bauwesen. Dort geht es unter anderem um Erkundungs-, Aufklärungs-, Manipulations-, Inspektions- und Unterstützungsaufgaben. Fokus liegt dabei auf heterogenen Roboter-Teams und deren Interaktion mit dem Menschen.
Am Standort Lemgo steht humanoide Robotik für industrielle Automation im Mittelpunkt. In produktionsnahen Umgebungen werden Manipulations- und Handling-Aufgaben adressiert, bei denen humanoide Roboter ihre Mobilität, Vielseitigkeit sowie ihre menschenähnlichen Interaktions- und Greiffähigkeiten ausspielen können. Inhaltliche Schwerpunkte sind Human-in-the-Loop-Ansätze und der anschließende Transfer in die industrielle Praxis.
Das Lab in Ilmenau adressiert Assistenz-, Inspektions- und Manipulationsaufgaben in komplexen realen Einsatzumgebungen, speziell in der Landwirtschaft, in der kommunalen Daseinsvorsorge und im Bereich kritischer Infrastrukturen. Im Fokus stehen die Vernetzung mit Sensor-, Infrastruktur- und Leitstellensystemen sowie simulationsgestützte Entwicklung und Sim2Real-Transfer.
Interessierte können das Humanoid Robots Experience Lab über geplante Opening Events kennenlernen – den Auftakt macht Lemgo am 23. September 2026 – und/oder jederzeit Kontakt mit den Ansprechpersonen an den drei Standorten aufnehmen, um Fragen, mögliche Einsatzszenarien und Pilotideen zu besprechen.
Kontakte und weitere Infos: www.iosb.fraunhofer.de/hrel.
























































