Für Jared Sandman, den CEO von AutoBlocks, war das traditionelle Modell des kundenspezifischen Maschinenbaus – fragmentierter Code, komplexe Sicherheitsintegration und isolierte Software – grundlegend gescheitert. Seine Lösung? Echte modulare No-Code-Automation.
Anstatt für jedes Projekt eine eigene Kontaktplanlogik zu programmieren, nutzt die AutoBlocks-Plattform ein konfigurationsgesteuertes Modell. Ingenieure setzen dabei Module, also vorgefertigte Bausteine, wie Legosteine zusammen, um komplexe Systeme zu erstellen, ohne eine einzige Zeile Code schreiben zu müssen.
Die Architektur: Fünf Säulen der modularen Automation
1. Einheitliche Hardware-Grundlage: der Control Block™
Das Herzstück dieses modularen Ansatzes ist die Unitronics UniStream-SPS + HMI, die in das Control-Block-Modul integriert ist. Durch die Zusammenführung von Antriebssteuerung, Logik, Sicherheit und HMI in einer deterministischen Umgebung eliminiert AutoBlocks den „Glue-Code” und die Risiken, die typischerweise mit der Integration von Lösungen verschiedener Anbieter verbunden sind.
2. AutoCode: Ein Maschinenbetriebssystem
Das Herzstück der Plattform ist AutoCode, ein komplettes Maschinenbetriebssystem, das vollständig innerhalb der UniLogic-for-UniStream-Software entwickelt wurde.
Da UniLogic Datenstrukturen, Logik und Webdienste in einer Umgebung verarbeitet, wurde eine wirklich universelle Plattform geschaffen, die „air-gap-fähig“ ist und keine Cloud-Abhängigkeiten aufweist. AutoCode:
- Abstrahiert komplexe Geräte – Motoren, Roboter und Bildverarbeitungssysteme – in modulare Objekte mit definierten Eigenschaften.
- Macht Programmierung überflüssig: Ingenieure verwenden eine standardisierte Maschinensprache mit 26 Befehlen in einer tabellenkalkulationsähnlichen Oberfläche, um Bewegungsabläufe, Prozessparameter und Sicherheitsverriegelungen zu definieren.
- Ermöglicht deterministische Ausführung: Die Steuerung liest diese Tabellen in einem einzigen SPS-Scan.
Diese Architektur ermöglicht schnelle Iterationen: Programme können in gängigen Tabellenkalkulationsformaten erstellt und direkt auf die Steuerung hochgeladen werden. Selbst Ingenieure ohne spezielle Kenntnisse in der Bewegungssteuerung können mehrachsige Roboterzellen in wenigen Minuten statt in Wochen konfigurieren.
3. Physische und verteilte Modularität
Die Architektur überträgt das Prinzip von „Plug-and-Play“ auf die Fabrikhalle:
- Intelligente Motoren und Aktuatoren mit Ein-Kabel-Verbindungen für Stromversorgung und Kommunikation direkt zum Control Block.
- Anwendungskits: Vorkonfigurierte Kits für Lötarbeiten, Induktionserwärmung oder Inspektion werden durch Auswahl von Parametern hinzugefügt, anstatt Code zu schreiben.
4. Webbasierte Interoperabilität
AutoBlocks nutzt den eingebetteten Webserver von UniStream, um die gesamte Bedienoberfläche in den Webbrowser zu verlagern. Dadurch kann von jedem browserfähigen Gerät aus auf die HMI der Maschine zugegriffen werden. Folgendes wird dadurch ermöglicht:
- 1080p-Schnittstellen: – Native, app-ähnliche Benutzererlebnisse über gesperrte Chrom-Browser.
- Integriertes Video: Live-Bilder von GigE-Kameras werden direkt in der Roboter-Teach-Schnittstelle angezeigt.
- Edge-Diagnose: Echtzeit-Remotesupport ohne Middleware von Drittanbietern oder Abhängigkeiten von der Cloud.
5. Vorteile für Maschinenbauer und OEMs
- Geschwindigkeit: AutoBlocks nutzt für verschiedene Maschinentypen dieselbe UniStream-basierte Architektur. Dadurch wird die Entwicklung standardisiert, die Wartung vereinfacht und die Bereitstellungszeit für neue Systeme verkürzt.
- Erweiterbare Systeme: Maschinen, die auf dieser Plattform basieren, sind bei der Auslieferung nicht „eingefroren“. Dank des modularen, tabellenbasierten Aufbaus von AutoCode können Kunden nach der Bereitstellung eigenständig neue Rezepturen oder mechanische Stationen hinzufügen.
- Geringeres Risiko: Vorkonfigurierte Blöcke für komplexe Prozesse (wie Lasermarkierung oder Ultraschallschweißen) verringern die Unwägbarkeiten in der F&E-Phase.
Bewährte Leistung in der Praxis
Die Synergie zwischen AutoBlocks und UniStream ist bereits in der Praxis erfolgreich:
- Roboterlöten: Ein kürzlich erfolgter Einsatz in der Strahltechnikbranche führte zu einer Verdopplung der Produktivität. Der Kunde fügte später selbst zwei Trimmstationen hinzu, indem er einfach die AutoCode-Tabelle aktualisierte.
- Induktionslötportal: Ein 7,6 Meter langes System erzielte einen dreifachen Durchsatz und eine Arbeitsersparnis von 75 Prozent. Der Endnutzer fügte eigenständig über ein Dutzend neue Produktrezepte hinzu.
Laut Jared Sandman, dem Präsidenten und Leiter der Entwicklungsabteilung bei AutoBlocks, war das Ziel, den technischen Aufwand zu reduzieren, der normalerweise mit kundenspezifischen Automatisierungsprojekten verbunden ist.
„Durch die Nutzung der in UniStream integrierten Funktionen haben wir eine Maschinenplattform geschaffen, auf der Anwender Maschinen konfigurieren, anstatt sie von Grund auf neu zu programmieren”, erläutert Sandman.






































