Die Rechenzentrumsbranche steht vor einem strukturellen Wendepunkt. KI-Workloads, Hyperscale-Expansion und flüssigkeitsgekühlte Architekturen treiben die thermische Dichte, den Energieverbrauch und die betriebliche Komplexität weit über das hinaus, wofür ältere Steuerungssysteme ausgelegt sind.
Rechenzentren stoßen an ihre thermischen Grenzen
Die Anzeichen sind eindeutig:
• Goldman Sachs Research prognostiziert, dass US-Rechenzentren bis 2030 etwa 8 % des nationalen Stromverbrauchs ausmachen werden, gegenüber etwa 3 % im Jahr 2022.
• Frost & Sullivan schätzt, dass der Markt für Rechenzentrumskühlung bis 2030 ein Volumen von über 18,5 Milliarden US-Dollar erreichen wird, angetrieben durch hochdichte Racks, KI-Beschleuniger und Flüssigkeitskühlung.
Wärme ist nicht mehr nur ein Problem der Anlagen. Sie ist auch ein Problem der Rechenverfügbarkeit. Die Kühlung macht bereits etwa 40 % der gesamten Energiekosten von Rechenzentren aus und die Toleranz für Fehler schrumpft, da die Rack-Dichten auf 30–60 kW und mehr steigen.
Branchentrends deuten darauf hin, dass die leistungsstärksten Rechenzentren diejenigen sein werden, in denen Kühlungssteuerungssysteme über einen gemeinsamen Management-Stack wie DCIM nativ in das IT-Management integriert sind. Dadurch werden die Ineffizienzen von Gateways, Protokollübersetzungen oder Middleware-Verzögerungen beseitigt.
Kühlung ist zu einer Aufgabe der IT geworden
Jahrelang wurde die Kühlung in der Architektur von Rechenzentren als separater Bereich behandelt.
Die IT-Infrastruktur stellte Informationen zu Zustand, Status und Fehlern über standardisierte Verwaltungsschnittstellen bereit. Kühlsysteme – Kältemaschinen, CDUs (Cooling Distribution Units), Pumpen, Lüfter, Ventile und Sensoren, die einen deterministischen, sicherheitskritischen und schnellen Betrieb erfordern – wurden lokal gesteuert, in der Regel durch SPSen, die außerhalb der Steuerungsebene nur begrenzte Transparenz boten.
Dieser Ansatz funktionierte, solange der Wärmebedarf stabil und vorhersehbar war.
Wenn die Kühlung aber dynamisch auf sich ändernde Arbeitslasten, Flüssigkeitskühlkreisläufe und sich schnell ändernde Strombedingungen reagieren muss, versagt er. In modernen Einrichtungen wird von Kühlsystemen erwartet, dass sie sich wie eine Infrastruktur verhalten und nicht wie einzelne Maschinen.
Sie müssen:
- Echtzeit-Transparenz über den Systemzustand bieten,
- direkt in DCIM- und Management-Plattformen integriert sein,
- Redundanz und schnelle Fehlererkennung unterstützen,
- standortübergreifend einheitlich skalierbar sein.
Die meisten Kühlungssteuerungsarchitekturen können diese Anforderungen nicht ohne externe Gateways oder kundenspezifische Integrationen erfüllen. Das erhöht die Systemkomplexität und die Cybersicherheitsrisiken und verlangsamen die Alarmweitergabe.
Die Lösung besteht darin, Kühlsysteme als integralen Bestandteil der Rechenzentrumsinfrastruktur über eine gemeinsame, einheitliche Kommunikationssprache besser darzustellen und zu verwalten.
Die Notwendigkeit einer gemeinsamen Verwaltungssprache
IT-Systeme arbeiten bereits mit einem gemeinsamen Verwaltungsmodell.
Server, Stromversorgungsanlagen und Racks beschreiben den Zustand, die Verfügbarkeit und den Energieverbrauch auf standardisierte Weise, die von DCIM-Plattformen verstanden wird. Kühlsysteme tun dies größtenteils nicht.
Ohne eine gemeinsame Sprache bleibt die Kühlung von den Systemen getrennt, die für Koordination, Optimierung und operative Entscheidungen zuständig sind. Diese Diskrepanz wird mit zunehmender Größe der Anlagen zu einem limitierenden Faktor.
Was ist Redfish – und warum wird es unverzichtbar?
Redfish wurde von der Distributed Management Task Force entwickelt und ist ein REST-basierter Managementstandard im JSON-Format, der für moderne Rechenzentren konzipiert wurde.
Es bietet ein einheitliches Modell für:
- Systemzustand und -status,
- Strom- und Energietelemetrie,
- Wärmezonen, Lüfter und Pumpen,
- Alarme und Fehlermeldungen.
Redfish ist zustandslos, webbasiert und auf IPv6- und Hyperscale-Architekturen abgestimmt. Es wird bereits häufig für die Verwaltung von Servern und Stromversorgungssystemen eingesetzt.
Bis vor kurzem war Redfish auf den IT-Bereich beschränkt. Die SPSen, die Pumpen, Ventile und CDUs steuern, erforderten eine Protokollübersetzung oder externe Gateways. Diese Begrenzung verschwindet zunehmend.
Warum Redfish in den Controller integriert sein muss
Kühlsysteme sind aktive Steuerungssysteme und keine passiven Bestandteile. Sie regulieren Durchfluss, Druck und thermische Reaktion in Echtzeit.
Damit Redfish in Kühlanwendungen effektiv sein kann, darf es nicht hinter Translation-Layern oder Middleware stehen. Es muss Teil der Steuerungsplattform selbst sein.
Wenn Redfish direkt in den Controller eingebettet ist:
- werden Kühlsysteme zu erstklassigen Infrastrukturkomponenten,
- erhalten DCIM-Plattformen direkten Zugriff auf Zustand und Status,
- werden Alarme ohne unnötige Verzögerungen weitergeleitet,
- wird die gesamte Systemarchitektur einfacher und widerstandsfähiger.
Die industrielle Steuerungslogik arbeitet weiterhin deterministisch, während Redfish Sichtbarkeit auf Managementebene bietet.
Ein praktisches Beispiel: Flüssigkeitskühlungs-CDUs
Betrachten wir eine Flüssigkeitskühlungs-CDU, die hochdichte KI-Racks unterstützt.
Der Controller muss den Durchfluss und Druck regulieren, die Redundanz verwalten und die Temperaturen und den Zustand der Komponenten überwachen, während er gleichzeitig die Systemverfügbarkeit für das DCIM offenlegt.
Traditionell erfordert dies eine Steuerung auf SPS-Ebene und zusätzliche Gateways zur Übersetzung der Daten für IT-Systeme.
Mit Redfish, das nativ in den Controller integriert ist, kann dieselbe CDU:
- eine deterministische Echtzeitsteuerung aufrechterhalten,
- den Zustand und die Telemetrie direkt über Redfish offenlegen,
- Übersetzungsverzögerungen und Fehlerquellen beseitigen,
- die Komplexität der Integration reduzieren.
Die Kühlung wird ohne zusätzliche Ebenen sichtbar und verwaltbar.
Warum 2026 der Wendepunkt ist
Mit der zunehmenden Größe von Rechenzentren können Kühlsysteme nicht mehr außerhalb der Verwaltungsschicht betrieben werden.
Wenn die Kühlung die Verfügbarkeit von Rechenleistung gewährleisten soll, muss sie dieselbe Sprache sprechen wie die Infrastruktur, die sie unterstützt. Ab 2026 ist Redfish für Systeme, die am Betrieb von Rechenzentren beteiligt sind, nicht mehr optional.
Dies ist keine Funktionsänderung, sondern eine strukturelle Veränderung.
Redfish entwickelt sich zur Standardsprache für das Management moderner Rechenzentren. Die direkte Integration in Steuerungsplattformen ist der logische nächste Schritt.
Bis Ende 2026 wird Redfish überall zu finden sein.
Die Frage ist nur, wie es implementiert wird.
Ist die Redfish-basierte Kühlungsüberwachung Teil Ihrer Roadmap?
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Fazit
Es ist mehr als nur eine weitere SPS-Funktion.
Es handelt sich um eine grundlegende Veränderung in der Steuerung der Infrastruktur von Rechenzentren.
Wenn Redfish das Protokoll des modernen Rechenzentrums ist, dann ist die direkte Einbettung in den Controller der logische – und unvermeidliche – nächste Schritt.
Bis Ende 2026 wird Redfish überall zu finden sein.






































