Die Antriebsregler SB6, SC6 und SI6 von STÖBER sind ab sofort auch mit EtherNet/IP verfügbar. Mit der neuen Firmware ergänzt der Hersteller sein Portfolio um das in Nordamerika weit verbreitete Kommunikationsprotokoll und unterstützt damit nun die drei führenden Industrial-Ethernet-Standards EtherNet/IP, PROFINET und EtherCAT. Die EtherNet/IP-Schnittstelle ist nach Angaben der ODVA zertifiziert. Das Besondere an der Lösung ist die Kombination aus standardisierter Maschinenkommunikation und Drive-Based Motion. Während die übergeordnete Steuerung Bewegungsbefehle und Sollwerte über EtherNet/IP an den Antriebsregler überträgt, erfolgt die eigentliche Bewegungsregelung direkt im Regler. Damit werden Motion-Control-Aufgaben aus der SPS herausgelöst und näher an die Achse verlagert.
Entlastung für die SPS
Für die Kommunikation nutzt das System PLCopen-Motion-Control-Befehle. Die Maschinen- und Prozesslogik verbleibt in der Steuerung, während der Antriebsregler die Regelung von Lage, Geschwindigkeit, Drehmoment und Kraft übernimmt. Dadurch kann die SPS entlastet werden, insbesondere bei Anwendungen mit einzelnen oder dezentralen Achsen. Der Regler übernimmt in solchen Architekturen die Rolle eines lokalen Motion Controllers.
Modulare Maschinen, wiederverwendbare Applikationen
Besonders interessant ist dieser Ansatz für modulare Maschinenkonzepte. In eigenständigen Maschinenmodulen lassen sich Bewegungsfunktionen innerhalb des jeweiligen Moduls realisieren, während die Steuerung überwiegend Befehle und Prozessdaten austauscht. Die Achsfunktion bleibt damit klar abgegrenzt. Gleichzeitig wird die Wiederverwendbarkeit von Antriebslösungen erleichtert, da die Bewegungsfunktion nicht von der jeweiligen Motion-Control-Implementierung der Steuerung abhängt. Dies kann die Integration identischer Achsmodule in unterschiedliche Maschinenkonzepte vereinfachen.
Nach Angaben von STÖBER eröffnet die EtherNet/IP-Unterstützung insbesondere Maschinenbauern neue Möglichkeiten für Anlagen, die auf Steuerungen von Herstellern wie Rockwell Automation beziehungsweise deren Marke Allen-Bradley oder Schneider Electric basieren. Aufgrund der starken Verbreitung von EtherNet/IP in Nordamerika richtet sich die Erweiterung insbesondere an exportorientierte Maschinenbauer sowie an Anwender in den Bereichen Lebensmittelverarbeitung, Verpackungstechnik, Handling, Logistik und Medizintechnik. Auch bei der funktionalen Sicherheit bleibt die Kommunikation von der Sicherheitsfunktion getrennt. Die Antriebsregler unterstützen Safe Torque Off (STO), wodurch die drehmomentbildende Energiezufuhr zum Motor sicher unterbrochen wird. Die Sicherheitsfunktion arbeitet unabhängig von EtherNet/IP über digitale Eingänge. Hierfür können die Geräte optional mit dem Sicherheitsmodul SR6 ausgestattet werden.

























