110.000 Besucherinnen und Besucher aus aller Welt nahmen vom 20. bis 24. April an der weltweit führenden Messe für die produzierende Industrie teil. Damit lag die Beteiligung unter dem Vorjahresniveau (2025: 123.000 Besucher), aber die Streiks im Flug- und öffentlichen Nahverkehr erschwerten die Anreise auch deutlich.
Trotz der erschwerten Rahmenbedingungen war die Messe erneut stark international geprägt: Rund 40 Prozent der Gäste reisten aus dem Ausland an. Zu den wichtigsten Herkunftsländern zählten China, Brasilien, die USA, Japan sowie Südkorea.
„Die HANNOVER MESSE war in diesem Jahr Technologieschau und Impulsgeber zugleich. Die Unternehmen haben gezeigt, dass Deutschland und Europa über die notwendigen Werkzeuge verfügen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Entscheidend ist nun, diese Potenziale entschlossen zu nutzen und in die Anwendung zu bringen“, sagt Jochen Köckler, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Messe AG.
Innovationen, die Zukunft greifbar machen
Die diesjährige Messe zeigte deutlich: Im Zentrum der industriellen Zukunft stehen Künstliche Intelligenz, Robotik, Automatisierung und Energieinfrastruktur – Schlüsseltechnologien für die Transformation der Industrie.
So präsentierten Unternehmen unter anderem: KI-gestützte Produktionssysteme und -assistenten, die Prozesse automatisieren und Ausfälle vorhersagen können, humanoide Roboter, die bereits heute komplexe Bewegungsabläufe beherrschen und perspektivisch in Produktion und Service eingesetzt werden können, sowie neue Lösungen für Energieeffizienz und Netzausbau, die den Weg in eine klimaneutrale Industrie ebnen.
Auffällig war zudem die hochkarätige Präsenz aus Wirtschaft und Politik: So viele DAX-Vorstände und politische Entscheidungsträger wie selten zuvor nutzten die Messe als Plattform für Austausch und Orientierung. Neben Bundeskanzler Friedrich Merz und dem brasilianischen Präsidenten Lula da Silva waren unter anderem Roland Busch (Siemens), Christian Klein (SAP), Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche sowie Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius vertreten.
Auch international war die politische Prominenz stark präsent – von der kanadischen Industrieministerin Mélanie Joly bis hin zu Stéphane Séjourné von der Europäischen Kommission.
Industrie fordert bessere Rahmenbedingungen – und liefert Lösungen
Gleichzeitig machten führende Vertreter der Industrie deutlich, dass der Standort Europa unter Druck steht. Hohe Kosten, überbordende Regulierung und geopolitische Verwerfungen sorgen für wachsende Unsicherheiten und belasten die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen spürbar.
Doch die HANNOVER MESSE zeigt ebenso klar: Die Lösungen sind vorhanden. Unternehmen investieren in Zukunftstechnologien, treiben Innovationen voran und erschließen neue Märkte. Die Aussteller berichten von intensiven Gesprächen, konkreten Projekten und großem internationalem Interesse.
„Das neue Konzept der HANNOVER MESSE ist ein Erfolg. Insbesondere die Center Stage hat große Resonanz erfahren“, sagt Dr. Gunther Kegel, Präsident des ZVEI (Verband der Elektro- und Digitalindustrie) und Vorsitzender des Ausstellerbeirats. „Das stärkt das Profil als Ort des hochkarätigen Austauschs, gerade mit der Politik“, so Dr. Kegel weiter. „Inhaltlich sendet die HANNOVER MESSE ein unmissverständliches Signal: Wir brauchen dringend eine schnelle Deregulierung, damit wir uns als Standort im internationalen Wettbewerb behaupten können. Gerade auch auf dem Feld der Industriellen KI. Die Unternehmen haben eindrucksvoll gezeigt, welches Potenzial in der Technologie steckt – jetzt müssen Berlin und Brüssel die Handbremse lösen.“
„Die HANNOVER MESSE und die Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau haben in diesem Jahr eindrucksvoll gezeigt, dass sie die Herausforderungen einer von multiplen Krisen geprägten Welt annehmen. Die Digitalisierung unserer Industrie schreitet mit hohem Tempo voran, KI und humanoide Robotik waren zu Recht die prägenden Themen dieser Messe“, ergänzt VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann.
Partnerland Brasilien: Impulse zur richtigen Zeit
Das Partnerland Brasilien erwies sich in diesem Jahr als starke Bereicherung der HANNOVER MESSE – und als Impulsgeber zur richtigen Zeit. Mit einem breiten Spektrum an Industrie-, Energie- und Digitalisierungsthemen präsentierte sich Brasilien als dynamischer Wachstumsmarkt und verlässlicher Partner für internationale Kooperationen.
„Gerade in einer Phase globaler Umbrüche und neuer Handelsbeziehungen setzte die Partnerschaft wichtige Signale: für mehr Diversifizierung, für resilientere Lieferketten und für eine engere Zusammenarbeit zwischen Europa und Lateinamerika“, so Köckler. Das in Kürze in Kraft tretende EU-Mercosur-Abkommen habe der Partnerlandbeteiligung einen deutlichen Schub verliehen und neue Impulse für wirtschaftliche Kooperationen gesetzt.
HANNOVER MESSE 2027
Mit Blick auf 2027 setzt die HANNOVER MESSE ihre Weiterentwicklung fort.
Die neue Messe „Europe Energy Week“ wir parallel zur HANNOVER MESSE auf dem Gelände stattfinden. In Zusammenarbeit mit dem Messeveranstalter dmg events entsteht eine Plattform, die Energieerzeuger, Industrieunternehmen, Infrastrukturbetreiber und politische Entscheider zusammenführt und den Austausch über die Energiezukunft Europas stärkt.
Eine zentrale Neuerung betrifft die Laufzeit der Messe: Von 2027 an konzentriert sich die HANNOVER MESSE auf die besucherstärksten Tage und findet dann von Montag, 5. April, bis Donnerstag, 8. April, statt. Mit dieser Fokussierung werden Besucherfrequenz, Entscheiderpräsenz und Geschäftsanbahnung gezielt gebündelt.
Partnerland 2027 wird Spanien sein.























































