Fokus auf industrielle Schlüsseltechnologien

Wir haben uns mit Dr Jochen Köckler, dem Vorsitzenden des Vorstandes der Deutschen Messe AG über die anstehende HANNOVER MESSE (20. bis 24. April) und die Neuheiten und Änderungen für 2026 unterhalten.

  • Dr Jochen Köckler, Vorsitzender des Vorstandes der Deutschen Messe AG. Bild: Deutsche Messe AG
    Dr Jochen Köckler, Vorsitzender des Vorstandes der Deutschen Messe AG. Bild: Deutsche Messe AG
  • Praxisrelevantes Know-How und Fachinformationen zu Innovativen Ansätzen werden auf zahlreichen Bühnen vermittelt. Thematisches Highlight wird die neue Center Stage in Halle 25. Bild: Deutsche Messe AG
    Praxisrelevantes Know-How und Fachinformationen zu Innovativen Ansätzen werden auf zahlreichen Bühnen vermittelt. Thematisches Highlight wird die neue Center Stage in Halle 25. Bild: Deutsche Messe AG
  • Bild: Deutsche Messe AG
    Bild: Deutsche Messe AG

IEN D-A-CH: Auch 2026 will die HANNOVER MESSE einer der globalen Hotspots für die Themen der industriellen Transformation sein. Welche Hauptbereiche hat die Messe und wie sind diese Bereiche thematisch untergliedert?
Köckler:
In diesem Jahr geht die HANNOVER MESSE mit einer neuen Themenstruktur an den Start. Automatisierung und Digitalisierung rücken räumlich und inhaltlich enger zusammen. Damit folgt die Messe einem klaren Trend: Software und Hardware wachsen in der Industrie immer stärker zusammen – von KI-gesteuerten Robotern über datenbasierte Fertigung bis hin zu digitalisierten Lieferketten. Die angepasste Themenstruktur gliedert sich in drei Hauptausstellungsbereiche: „Automatisierung & Digitalisierung“, „Energie & Industrieinfrastruktur“ und „Forschung & Technologietransfer“. Das neue Layout macht sichtbar, was in den Fabriken längst Realität ist: Prozesse und Technologien lassen sich nicht mehr getrennt betrachten.

IEN D-A-CH: Das neue Geländekonzept soll die Strukturierung der Themen unterstützen. Welche Vorteile ergeben sich für die Besucher durch die Neuausrichtung auf dem Messegelände, und wie genau gestaltet sich diese?
Köckler
: Die neue Geländestruktur ermöglicht den Besuchern eine schnelle Orientierung. Erstmals haben wir in allen drei Hauptausstellungsbereichen Solution Labs installiert. Dort organisieren wir an jeweils einem zentralen Punkt Expert Stages, Masterclasses, Roundtables und Speed Datings. Während die Expert Stages frei zugänglich sind, müssen sich die Besucher im Vorfeld für eine Teilnahme an den anderen drei Formaten bewerben. Die Masterclasses geben einen vertieften Einblick in Innovationen, Technologien und konkrete Anwendungen. Im Fokus stehen praxisnahe Use Cases, die Einordnung unterschiedlicher Lösungsansätze und die Gelegenheit, Fragen direkt mit Experten zu diskutieren. Beim Round Table diskutieren bis zu 10 Teilnehmende und ein Aussteller zu einem bestimmten Thema. Die Speed-Datings bieten Besuchern die Möglichkeit, in kurzen, rund siebenminütigen Gesprächen mit unterschiedlichen Ausstellern ins Gespräch zu kommen, um so unterschiedliche Perspektiven zu einem Thema zu erhalten.

IEN D-A-CH: Die neue „Center Stage“ in Halle 25 wird einer der besonderen Bereiche der Messe sein. Auf welche Themen und Vortragende können sich die Fachbesucher freuen?
Köckler
: Die neue Center Stage ist DAS Highlight der HANNOVER MESSE. Rund 100 hochkarätige Sprecher*innen aus aller Welt stehen auf der Center Stage im Rampenlicht. Unter ihnen sind Vordenker*innen, Firmenlenker*innen, Wissenschaftler*innen und Politiker*innen, die mit Mut und Innovationsgeist erfolgreich neue Wege beschreiten und so zur Weiterentwicklung der industriellen Produktion beigetragen. Auf der HANNOVER MESSE geben sie exklusive Einblicke in ihre Arbeit, vermitteln praxisrelevantes Know-how und bieten eine klare Orientierung, wenn es um die Zukunft der Industrie geht. Zu den Sprecher*innen zählen unter anderem Cedrik Neike, Mitglied des Vorstands der Siemens AG und CEO Digital Industries, Zhaopeng Chen, Gründer und CEO von Agile Robots SE, Julie Sweet, Vorstandsvorsitzende, Accenture, oder Amy Webb, Zukunftsforscherin & CEO, Future Today Institute.

IEN D-A-CH: Welche Sonderbereiche zu aktuell besonders wichtigen Themen der Industrie wird es auf der Messe geben? Welche Möglichkeiten haben Besucher, sich gezielt über ein bestimmtes Thema zu informieren – im Vorfeld und auf der Messe?
Köckler
: Am wichtigsten ist weiterhin die Aussteller- und Produktsuche auf unserer Website. Dort informieren sich die Besucher im Vorfeld über die Lösungen, die auf der HANNOVER MESSE gezeigt werden. Auf der Messe haben wir unter anderem themenbezogene Gemeinschaftsstände. Dazu zählt zum Beispiel im Bereich Robotik der Application Park in der Halle 26. Dort stehen KI-basierte Wahrnehmungssysteme, autonome mobile Industrieroboter sowie humanoide Roboter im Mittelpunkt. Ein weiteres wichtiges Thema ist Cyber Security. Dieses Thema ist ebenfalls in der Halle 26 angesiedelt. Aufgrund der geopolitischen Veränderungen steigen die Anforderungen an die Cybersicherheit rasant. Dabei stehen insbesondere Industrieunternehmen unter wachsendem Druck. Dabei hebt Künstliche Intelligenz (KI) Angriffe und Verteidigung auf ein neues Niveau: KI wird 2026 zur dominanten Technologie in Angriff und Abwehr. Angreifer nutzen KI, um Phishing, Social Engineering, Schwachstellenanalyse und gesamte Angriffskampagnen zu automatisieren. Eine weitere Sonderpräsentation sind die AI Experience Pavilions in den Hallen 27 und 16. Dabei handelt es sich um einen interaktiven Ausstellungsbereich, in dem Besucher Künstliche Intelligenz (KI) direkt erleben und verstehen können.

IEN D-A-CH: In Zusammenarbeit mit der DSEI wird auf der HANNOVER MESSE erstmals der Sonderbereich „Defence Production Area“ eingerichtet. An wen richtet sich dieser Bereich und wo sehen Sie die Schnittstellen und Überschneidungen mit „klassischen“ Produktions- und Messethemen?
Köckler:
Mit der Defense Production Area haben wir einen neuen Ausstellungsbereich für moderne Produktionstechnologien im Bereich der Verteidigung geschaffen. Dort präsentieren Unternehmen konkrete Lösungen, wie die Verteidigungs- und Sicherheitsindustrie ihre Fertigungskapazitäten schnell, effizient und sicher skalieren kann – eingebettet in das industrielle Umfeld und die internationale Reichweite der HANNOVER MESSE. Die Defense Production Area in Halle 26 bildet die zentrale Plattform für Hersteller und Zulieferer, deren Technologien, Maschinen, Anlagen oder Komponenten in der Fertigung sicherheitsrelevanter Produkte eingesetzt werden. Die neue Defense Production Area richtet sich insbesondere an Besucher aus der Verteidigungs- und Sicherheitsindustrie. Am Messedienstag veranstalten wir den Defense Day auf unserer Center Stage. Dort sprechen unter anderem Armin Papperger, Vorstandsvorsitzender von Rheinmetall, Michael Schöllhorn, CEO Airbus Defence and Space, sowie Marc Wietfeld, CEO Arx Robotics.

IEN D-A-CH: Mit Brasilien als Partnerland der HANNOVER MESSE 2026 hätte man sich einen reibungsloseren Ratifizierungsprozess für das lang verhandelte Mercosur-Abkommen gewünscht. Trotzdem werden von der Messepartnerschaft positive Impulse für die langfristige Zusammenarbeit ausgehen. Welche Aussteller und Highlights erwarten die Messebesucher?
Köckler:
Auch wenn das Mercosur-Abkommen noch nicht vollständig ratifiziert wurde, forciert es doch schon die Zusammenarbeit zwischen Europa und den beteiligten südamerikanischen Ländern: Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay. Brasilien wird in Hannover seine Stärken in den Bereichen Digitalisierung, Innovation, internationale Entwicklung, natürliche Ressourcen und Nachhaltigkeit präsentieren. Der Hauptpavillon in Halle 12 konzentriert sich auf Innovation und Investitionsmöglichkeiten. Weitere Pavillons in den Hallen 11, 16, 17 und 26 befassen sich mit den Themen Automatisierung und Robotik, Digitalisierung, Energietechnologien, Maschinen- und Anlagenbau, Startups sowie Nachhaltigkeit.

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