Integrated Industry - Chancen der Vernetzung

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Ein Interview mit Marc Siemering, Senior Vice President Industry, Logistics & Energy, HANNOVER MESSE CeMAT, Deutsche Messe AG

Automatisierungstechnik, Industrie 4.0

Marc Siemering, Senior Vice President Industry, Logistics & Energy, HANNOVER MESSE CeMAT, Deutsche Messe AG
Marc Siemering, Senior Vice President Industry, Logistics & Energy, HANNOVER MESSE CeMAT, Deutsche Messe AG
Integrated Industry - Chancen der Vernetzung
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IEN D-A-CH: 2018 wird es eine Änderung im Zuschnitt der Leitmessethemen geben. Erstmals geht die IAMD (Integrated Automation, Motion & Drives) an den Start, eine Kombination der Messethemen Industrial Automation und MDA (Motion, Drive & Automation). Wie kam es dazu?
Siemering: Industrie 4.0 lässt Branchengrenzen verschwinden. Innovationszyklen werden kürzer. Darauf müssen nicht nur Industrieunternehmen reagieren. Auch die Hannover Messe passt sich den neuen Realitäten an. Auf der Weltleitmesse der Industrie waren Unternehmen aus dem Bereich der Antriebs- und Fluidtechnik bislang alle zwei Jahre präsent. Die Anforderungen des Marktes haben sich jedoch geändert. Im Zeitalter der Digitalisierung kommen Produkte immer schneller zur Marktreife. Dementsprechend wollen die Unternehmen ihre Innovationen regelmäßiger zeigen. Ein einjähriger Messe-Rhythmus für die Aussteller der Antriebs- und Fluidtechnik ist darauf die passende Antwort. Aus dem Grund haben wir die Industrial Automation (IA) und die Motion Drive and Automation (MDA) zur IAMD fusioniert. Wobei wir natürlich auch weiterhin den Ausstellern eine Heimat bieten, die alle zwei Jahre ausstellen wollen.

IEN D-A-CH: Unter der Marke IAMD soll das Thema Digitalisierung/Industrie 4.0 weltweit kommuniziert und erlebbar gemacht werden. Wie ist die bisherige Resonanz hierauf?
Siemering: Wir spüren eine sehr positive Resonanz im Markt. Technologisch betrachtet sind die Industrial Automation und die MDA in den vergangenen Jahren schon immer weiter zusammengerückt. Mit der Fusion folgen wir konsequent der Logik eines Marktes, der immer mehr branchen- und systemübergreifende Lösungen sowie vernetzte Produkte anbietet und nachfragt – und zwar weltweit. Damit stärken wir die Position der Hannover Messe als Weltleitmesse für Industrie 4.0. Von der Komponente bis hin zum Datenmanagement in der Cloud bietet sie wie keine andere künftig den Blick auf die gesamte Lösung und nicht nur auf einzelne Bausteine. Gleichzeitig werden wir auch im internationalen Messemarkt mit dieser starken Marke und den Keyplayern, die dahinterstehen, mehr Gewicht haben.

IEN D-A-CH: Auf der Internetseite der Hannover Messe findet sich die Ankündigung von mehr als 500 Events im IAMD Umfeld. Welches Spektrum an Veranstaltungen können die Fachbesucher erwarten?
Siemering: Es geht dabei in erster Linie um Foren und Sonderschauen. Jedes Jahr veranstalten wir über 80 Konferenzen und Foren mit mehr als 1.700 Vorträgen und Panels zu unterschiedlichen Themen. Aus der Fülle an Veranstaltungen möchte ich das Forum Motion & Drives in der Halle 23 sowie die Sonderschau Smart Power Transmission and Fluid Power Solutions hervorheben sowie das Industrie 4.0-Forum. Wer sich dort informiert, erfährt alles über die nächsten Schritte in Richtung Smart Factory. 

IEN D-A-CH: Das Thema Industrie 4.0 hat schon zur letzten Hannover Messe einen Reifegrad erreicht, dass eine große Zahl marktreifer Produkte ausgestellt wurden. Mit welchen Zahlen und Entwicklungen rechnen Sie für dieses Jahr?
Siemering: In diesem Jahr organisieren wir die Hannover Messe erstmals gemeinsam mit der CeMAT, der Weltleitmesse für Intralogistik und Supply Chain Management, d.h. auch von der Seite wird die Messe eine neue Dynamik erfahren und die digitale Transformation der Industrie durch das Zusammenspiel von Automatisierungs- und Energietechnik, Intralogistik, IT-Plattformen und künstlicher Intelligenz weiter vorantreiben. Mit dem diesjährigen Leitthema „Integrated Industry – Connect & Collaborate“ zeigen wir die Potenziale dieser Entwicklung auf. Die Hannover Messe ist der Ort, an dem die rasante Entwicklung von Industrie 4.0 und ihre Folgen erlebbar werden, Hannover ist aber auch der Schrittmacher für Industrie 4.0. Nur hier wird die digitale Transformation der Industrie als Gesamtsystem sichtbar.“

IEN D-A-CH: Schon bei den letzten Ausgaben der Hannover Messe hat das Thema Robotik, speziell auch unter dem Aspekt Mensch Roboter Kollaboration großes Interesse bei den Besuchern gefunden. Diese Themen stehen natürlich auch bei der 2018 erstmals parallel stattfindenden CeMAT im Fokus. Welche Besucher können aus Ihrer Sicht von dieser Konstellation profitieren?
Siemering: Robotik wird auch in diesem Jahr eine große Rolle spielen. ABB, Epson, Kawasaki, Kuka, Mitsubishi, Schunk, Stäubli, Universal Robots, Franka Emika oder Yaskawa – die Liste der angemeldeten Unternehmen für die Hannover Messe 2018 liest sich wie das „Who is Who“ der Branche. Roboterfirmen, Systemintegratoren und Anbieter von Greiftechnik demonstrieren, welche Lösungen sie zur Smart Factory beziehungsweise zum intelligenten Lager beitragen. Denn aus der modernen Produktion oder dem automatisierten Lager sind Roboter und fahrerlose Transportsysteme nicht mehr wegzudenken. Sie setzen in der Mensch-Maschine-Kollaboration stetig neue Maßstäbe. Und auch der Trend, dass immer mehr kleine und mittelständische Unternehmen kostengünstige und flexible Roboterlösungen für sich entdecken, geht ungebrochen weiter. Auf der CeMAT wird das junge Unternehmen Magazino aus München seine Roboterkompetenz zeigen und gleich zwei Roboter mitbringen. Der Roboter TORU ist darauf ausgelegt, in E-Commerce Versandlagern quaderförmige Objekte zu picken und ist bereits bei mehreren Kunden in Betrieb. Der Roboter SOTO funktioniert ähnlich wie TORU, kann aber deutlich größere und schwerere Objekte handhaben, wie z.B. Kleinladungsträger oder Kartons bis 15 Kg. Er befindet sich zurzeit in der Prototypenphase und wird noch in diesem Jahr in Betrieb gehen.

IEN D-A-CH: Bei der Leitmesse Digital Factory steht der Bereich industrielle Software entlang der gesamten Prozesskette der Produktion im Mittelpunkt. Handelt es sich dabei um eine „kleine Schwester der CeBIT“? Wo sehen Sie Gemeinsamkeiten und Unterschiede?
Siemering: Es sind zwei völlig unterschiedliche Messen. Auf der Digital Factory geht es genau wie auf der Hannover Messe um die produzierende Industrie. Die Aussteller zeigen IT- und Softwarelösungen für die virtuelle Produktentwicklung, für Fertigungsplanung und -steuerung und für vorausschauende Analysen sowie Konzepte, mit denen sich die Datenmassen in der digitalen Fabrik sicher verteilen lassen. Die CeBIT hat einen völlig anderen, wesentlich umfassenderen Ansatz. Sie ermöglicht den 360 Grad-Blick auf die Digitalisierung von Unternehmen, Verwaltung und Gesellschaft.

IEN D-A-CH: Das Partnerland der Messe wird Mexiko sein. Das Land ist in den wirtschaftlichen Beziehungen stark auf den Nachbarn USA ausgerichtet. Wo sehen Sie die größten Chancen und Anknüpfungspunkte für Europa und Deutschland?
Siemering: Das Verhältnis Mexikos zu den USA, dem bisher größten Handelspartner, steht an einem Wendepunkt, deshalb ist Mexiko sehr daran interessiert, den Handel mit anderen Ländern auszubauen, die Strukturwandel im eigenen Land voranzutreiben und die notwendige Infrastruktur aufzubauen. Mexiko wird die Hannover Messe als Schaufenster nutzen, um die leistungsfähigen innovativen Produkte, Verfahren und Industriesektoren vorzustellen. Gleichzeitig wird Mexiko die Handels- und Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland weiter ausbauen. Für Mexiko ist Deutschland bereits heute der wichtigste Handelspartner in Europa und weltweit der fünftwichtigste. Zudem ist Deutschland der viertgrößte europäische Investor in Mexiko (weltweit steht Deutschland hier an sechster Stelle).

IEN D-A-CH: Wir bedanken uns für das Gespräch.

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Veröffentlicht am Februar 16, 2018 - (262593 views)
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